Hoffenheimer Matchwinner aus der zweiten Reihe

Fußball  Die TSG Hoffenheim profitiert beim 5:1 gegen Holstein Kiel im DFB-Pokal nicht nur von zwei Eigentoren.

Email

Hoffenheimer Feiergesellschaft um den Torschützen Angelo Stiller (Zweiter von links), der sich hier nach seinem Tor zum 3:1 herzen lässt.

Foto: dpa

Nachdem die TSG Hoffenheim in den vergangenen sechs Spielzeiten gleich fünf Mal in der ersten oder zweite Runde scheiterte, haben die Kraichgauer in dieser Saison mal wieder das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. "Unterm Strich habe ich einen guten Auftritt meiner Mannschaft gesehen", sagte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß.

Beim Hoffenheimer 5:1 (2:0) gegen Zweitligist Holstein Kiel glänzten jene Akteure besonders, die zuletzt kaum eine Rolle spielten. Munas Dabbur und Angelo Stiller trafen jeweils. Dazu kamen noch zwei Kieler Eigentore und ein Treffer von Jacob Bruun Larsen.

Rutter zeigt Geschwindigkeit und Klasse

Schon nach zwei Minuten und 35 Sekunden zeigte Hoffenheims Georginio Rutter über die linke Seite seine Geschwindigkeit und Klasse. David Raum schickte den 19-jährigen Stürmer, zuletzt meist als Joker gefragt, dieser tunnelte sehenswert den Ex-Hoffenheimer Simon Lorenz. In der Mitte landete der Klärungsversuch von Johannes van den Bergh im Kieler Tor, hinter ihm lauerte Andrej Kramaric. 1:0 für die TSG nach drei Minuten. In einem sehenswerten Spiel konterte der Zweitligist immer wieder gefährlich vors Hoffenheimer Tor.

Das Kieler Problem: Sie trafen auch ins Tor, nur halt auf der falschen Seite. Erneut ein Kieler Fehlschuss führte zum 2:0. Hauke Wahl versuchte in der 31. Minute den Ball im Strafraum wegzuspitzeln, vollendete damit aber zum Hoffenheimer 2:0. Fußball kurios: Durch zwei Eigentore innerhalb von nicht einmal 30 Minuten kickten sich die Kieler quasi selbst aus dem Pokal.

TSG offensivstark, aber auch anfällig in der Defensive

Die TSG präsentierte sich stark in der Offensive, aber auch anfällig in der Defensive. "Wir sind bei Kontern nicht gut gestanden", sagte Sebastian Hoeneß. Die Gäste erhielten viel zu viel Platz. Benedikt Pichlers Anschlusstreffer in der 39. Minute zählte nicht wegen Abseits. Munas Dabbur hatte kurz vor der Halbzeitpause zwei Mal das Hoffenheimer 3:0 auf dem Fuß.

Auch in Durchgang zwei fiel ein frühes Tor - dieses Mal wieder durch Kiel, aber auch für die Gäste. Phil Yannik Neumann traf im zweiten Anlauf aufs kurze Eck (47.). Nur noch 2:1 für die TSG. Chancen gab es nun auf beiden Seiten, fast im Minutentakt. Munas Dabbur schoss beispielsweise nach 54 Minuten den Ball freistehend aus kurzer Distanz übers Kieler Tor. Die lediglich 5033 Zuschauern, die sich in der Sinsheimer Arena verloren, sie wurden immerhin prima unterhalten.

Angelo Stiller sehr fleißig

Die TSG-Profis aus der zweiten Reihe, sie nutzten gegen Kiel ihre Chance für Werbung in eigener Sache. Neben Dabbur und Rutter, der hinterher als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, gilt das auch für U21-Nationalspieler Angelo Stiller. "Er war sehr fleißig", lobte Hoeneß. Stillers strammer Flachschuss mit dem linken Fuß setzte kurz vorm Kieler Tor und Torwart Ioannis Gelios auf - 3:1 (59.). Der Neuzugang saß zuletzt sechs Spiele lang nur draußen, in München beim 0:4 wurde er ganz spät eingewechselt. "Ich bin immer froh, wenn ich Kopfschmerzen in Sachen Aufstellung habe", sagte Sebastian Hoeneß.

Der eingewechselte Robert Skov (erst 93 Minuten Bundesligaspielzeit) und Munas Dabbur (nur 167 Ligaminuten) mit einem doppelten Doppelpass kombinierten das 4:1 in der 72. Minute heraus. Jacob Bruun Larsen lief der Kieler Abwehr nach einem Holstein-Eckball in der 84. Minute aus der eigenen Hälfte auf und davon und vollendete seinen Sololauf zum 5:1. Weiter geht es im DFB-Pokal-Achtelfinale am 18./19. Januar, das am Sonntag ausgelost wird. In der Bundesliga steht schon am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) wieder ein Heimspiel an. Dann gastiert Hertha BSC in Sinsheim.


TSG 1899 Hoffenheim: O. Baumann - Posch (78. Gacinovic), Vogt, C. Richards - Akpoguma, Rudy, Stiller, Raum (63. Skov) - Kramaric (63. Samassékou) - Rutter (77. Adamyan), Dabbur (77. Br. Larsen)

Holstein Kiel: Gelios - Neumann (68. Korb), Wahl, S. Lorenz, van den Bergh - Erras (68. Sander) - Mühling, Holtby (58. Skrzybski) - F. Bartels, Pichler (77. Arp), Reese (58. Mees).

Tore: 1:0 van den Bergh (3./Eigentor), 2:0 Wahl (31./Eigentor), 2:1 Neumann (47.), 3:1 Stiller (59.), 4:1 Dabbur (72.), 5:1 Bruun Larsen (84.).

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen). Zuschauer: 5033.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

Kommentar hinzufügen