Hoffenheimer Frauen schreiben Geschichte: Qualifikation für Champions League ist perfekt

Fußball  Nach dem 3:3 im Rückspiel gegen den FC Rosengård steht die TSG Hoffenheim zum ersten Mal in der Gruppenphase der Champions League. Torhüterin Martina Tufekovic verletzt sich.

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TSG-Torschützinnen unter sich: Jule Brand (links) jubelt hier mit Laura Wienroither über das 3:2. Nun geht es in der Gruppenphase weiter.

Foto: imago images/foto2press

Die letzte Etappe: sie war die schwierigste. Das Ziel nach dem 3:0 im Hinspiel schon vor Augen, haben sich die Frauen der TSG Hoffenheim am Mittwochabend vor 847 Zuschauern im Dietmar-Hopp Stadion über die Ziellinie gemüht - und so Geschichte geschrieben. Nach dem 3:3 (2:1) im Playoff-Rückspiel gegen Schwedens Topclub FC Rosengård steht die Mannschaft von Gabor Gallai zum ersten Mal in der Geschichte in der Gruppenphase der Champions League. "Das ist alles noch surreal", sagte Gallai, der "mega stolz" sein Team war.

"Unser Ziel ist es, heute Geschichte zu schreiben", kündigte TSG-Torhüterin Martina Tufekovic vor dem Spiel an. Die Ausgangslage war nach dem 3:0 vor gut einer Woche in Malmö ja nicht die schlechteste. "Es geht aber von null los", hatte Tufekovic vor allzu früher Euphorie gewarnt. Die gebürtige Heilbronnerin erwartete wie im Hinspiel einen aggressiven Gegner. "Das wird kein Selbstläufer für uns", sagte sie.

Bloß nicht in den Verwaltungsmodus schalten

Zumal auch die Versuchung groß war, das 3:0 aus dem Hinspiel nur zu verwalten. "Wir haben da aber eine klare Ansage von unserem Trainer bekommen", verriet die 27-Jährige. Hinten reinstellen und verteidigen: Das würde gegen diesen Gegner zu wenig sein, wohl schiefgehen. Aktiv sein, angreifen, mit einem Sieg über die Ziellinie gehen, so wollte die TSG ihren Weg in die Gruppenphase beschreiten.

Und es ging schnell in die richtige Richtung: mit der Führung in der achten Minute. Einen Abschlag von Tufekovic verlängerte Hoffenheims Tine De Caigny mit dem Kopf. Laura Wienroither, die zentral durch war, schaufelte den Ball mit dem letzten Schritt über die Torhüterin hinweg zum 1:0 ins Tor. Das war beruhigend. Zu beruhigend vielleicht.

Muntere erste Spielhälfte

Tufekovic ließ sich kurz darauf unbekümmert auf einen Zweikampf mit einer Gegenspielerin ein, spekulierte auf Foul - schon stand es 1:1. Jelena Cankovic schob ins leere Tor ein. Und Rosengård, das in einem offensiven 4-3-3 agierte, machte weiter Druck, versuchte das Spiel zu wenden. Klappte nicht. Weil die TSG wieder für Entlastung sorgte. Und das 2:1 nachlegte. Nach einem Ballgewinn ging es schnell, der Ball landete bei Sarai Linder, die mit einem Schuss aus knapp 25 Metern ins lange Eck vollendete (27.).

Aber kein Grund für Rosengård, sich aufzugeben. Der FC setzte alles auf eine Karte. So bekam Tufekovic die Chance, ihren Fehler wieder gutzumachen, indem sie einen Kopfball aus dem Winkel fischte (35.).

Später Ausgleich, späte Tufekovic-Verletzung

Im zweiten Durchgang stellte die TSG etwas um, agierte etwas defensiver. Das ging immerhin eine Weile gut - das 2:2 fiel nach feiner Kombination dennoch (65.). Durch die Beine der diesmal chancenlosen Tufekovic. Jule Brand stellte zwei Minuten später den alten Abstand wieder her. Und so war es am Ende verkraftbar, dass die Gäste kurz vor Schluss noch durch Loreta Kullashi zum 3:3 ausglichen (89.). Bitter für Tufekovic: Sie verletzte sich beim dritten Gegentor und musste nach Schlusspfiff ins Krankenhaus.


TSG Hoffenheim: Tufekovic - Naschenweng, Feldkamp, Bühler, Wienroither - Dongus (75. Hagel) - Brand (75. Kocsá), Corley , Harsch (46. Billa), Linder (75. Steinert) - De Caigny.

Tore: 1:0 (8.) Laura Wienroither, 1:1 (18.) Jelena Cankovic, 2:1 (27.) Sarai Linder, 2:2 (65.) Mimmi Larsson, 3:2 (67.) Jule Brand, 3:3 (89.) Loreta Kullashi. Zuschauer: 847.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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