Hoffenheim will Weghorst und den Negativtrend stoppen

Fußball  Kraichgau-Bundesligist hofft gegen den Tabellenzweiten auf die Wende. Ein erstes Saisontor von Andrej Kramaric würde dabei helfen.

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In Sinsheim trifft Wolfsburgs Wout Weghorst besonders gerne, so wie hier im vergangenen März zum zwischenzeitlichen 1:1. "Wir müssen schauen, dass er nicht so sehr in torgefährliche Räume kommt", sagt TSG-Trainer Sebastian Hoeneß.

Foto: Archiv/dpa

Sebastian Hoeneß hat am vergangenen Sonntag ganz genau hingeschaut beim Spiel des nächsten Gegners VfL Wolfsburg, der an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) nach Sinsheim kommt. Bei Trainer der TSG Hoffenheim ist zuletzt eine emotionale Reaktion von Torjäger Wout Weghorst hängengeblieben. Drei Mal habe dieser nach einer vergebenen Großchance auf den Boden geschlagen und wurde zu Wut Weghorst.

Das Problem: Der niederländische Nationalspieler traf später nicht nur zum 1:1 gegen die Eintracht, sondern ist so etwas wie das personifizierte Kraichgau-Schreckgespenst. In Sinsheim benutzt der 29-Jährige seine Hände immer zum Torjubel und nicht, um Wut rauszulassen. "Er ist die zentrale Figur, sportlich, aber auch emotional", sagt Sebastian Hoeneß: "Wir müssen schauen, dass er nicht so sehr in torgefährliche Räume kommt."

Immer wieder Weghorst: sechs Spiele, sieben Tore

Gegen keinen anderen Club in der Bundesliga trifft Weghorst lieber, sieben Mal in sechs Begegnungen. Zuletzt hießen die Wolfsburger Torschützen bei den Auswärtsspielen in Sinsheim Weghorst, Weghorst, Weghorst, Weghorst und natürlich Weghorst. Und dieses Mal? "Bei langen Bällen wirst du nicht immer in der Lage sein, ihn zu verteidigen", ahnt Hoeneß, der das W-Problem im Kollektiv lösen lassen möchte.

Allein wird auch Andrej Kramaric, der Hoffenheimer Weghorst, seine Torflaute nicht beenden. Die hält nun schon - für seine Verhältnisse wohlgemerkt - ungewohnte 451 Minuten lange an. Der Kroate ist noch ohne eigenen Treffer in dieser Spielzeit. "Wenn wir wie in Bielefeld Chancen herausspielen, dann werden zwangsläufig wieder bei ihm Tore folgen. Da mache ich mir keine Gedanken", sagt Hoeneß.

Gäste haben erst zwei Gegentore kassiert

Gegen Wolfsburg dürfte das schwierig werden. Gerade einmal zwei Gegentore hat der aktuelle Tabellenzweite kassiert. "Wir können nicht von einer Vielzahl an Torchancen ausgehen, deswegen wird es um Effizienz gehen", vermutet Sebastian Hoeneß. In den entscheidenden Momenten die Tore machen, lautet deshalb die Devise. So wie in der vergangenen Rückrunde im März, als das Duell TSG gegen VfL Weghorst 2:1 endete.

Andrej Kramaric hat unterdessen Zusatzschichten im Training eingelegt. Im Fokus dabei: Torabschlüsse. "Er macht grundsätzlich mehr als andere, das war auch diese Woche so", sagt der TSG-Trainer über den 30-Jährigen, der angeblich beim FC Valencia für die nächste Saison als dann ablösefreier Spieler auf dem Wunschzettel steht. Mehr Punkte müssen her beim Kraichgauclub, fünf nach fünf Spielen sind nicht zufriedenstellend. Was den Entwicklungsprozess betreffe, sei man auf dem richtigen Weg. "Was die Punkte angeht, haben wir sicherlich den einen oder anderen Punkt zu wenig", sagt Sebastian Hoeneß.

Achse mit Grillitsch, Samassekou, Kaderabek und Bebou

Bei der erhofften Trendwende nach vier Spielen ohne Sieg soll auch die neue Achse um Florian Grillitsch, Diadie Samassekou, Pavel Kaderabek und Ihlas Bebou mithelfen. Das Quartett stand bei der Nullnummer in Bielefeld erstmals in dieser Bundesligasaison von Beginn auf dem Platz. Und dürfte auch am Samstag gesetzt sein. "Wir werden sicherlich nicht nochmal fünf Wechsel sehen", sagt Hoeneß. Sebastian Rudy zwickt es immer noch im Rücken, Munas Dabbur und Angelo Stiller kränkelten jeweils in der Trainingswoche.

In Bielefeld kam die TSG-Elf mit gerade einmal drei Fouls aus. Einerseits positiv, andererseits mangelt es mitunter an Spielern, die mal ein Zeichen setzen, emotionale, aber auch aggressive Führung übernehmen. So wie Wout Weghorst dies beim VfL Wolfsburg tut. "Natürlich gibt es Spielphasen, in denen man solche Elemente braucht. Da haben wir sicher nicht die absoluten Spitzenqualitäten", sagt der Hoffenheimer Fußballlehrer Hoeneß.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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