Hoffenheim will die Europa League als Bundesliga-Mutmacher nutzen

Fußball  Die TSG Hoffenheim gastiert am Donnerstag in Tschechien bei Slovan Liberec. Nach dem 3:3 gegen Stuttgart wäre es hilfreich, auch das vierte Europapokal-Spiel der Saison zu gewinnen.

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Hoffenheims Andrej Kramaric (l.) und Stuttgarts Wataru Endo kämpften um den Ball - am Ende wurde es ein 3:3.

Es geht zack, zack. Die TSG Hoffenheim ist am Donnerstagabend (18.55 Uhr/DAZN) in der Europa League gefordert. Bisher gab es in drei Spielen drei Siege, darunter ein 5:0 gegen eine Coronakrisen-Notelf aus Liberec. Jetzt steht das Rückspiel in Tschechien an.

"Momentan sieht es so aus, als sei die Europa League ein bisschen leichter", sagte TSG-Torjäger Andrej Kramaric nach dem knapp verpassten Bundesliga-Befreiungssieg beim 3:3 gegen den VfB Stuttgart. Man müsse im nationalen Geschäft "viel mehr machen, viel mehr auf den Platz bringen" und Punkte holen, um in der Tabelle nach oben zu klettern, möglichst in jene Europacupplatz-Regionen, denen sich die TSG Hoffenheim zugehörig fühlt.

Ihlas Bebou, Angriffspartner von Kramaric, sagte mit Blick aufs anstehende Spiel bei Slovan Liberec: "Zuletzt haben wir in der Europa League drei Siege eingefahren, damit wollen wir natürlich weitermachen und uns wieder Mut holen für die Bundesliga."

Rosen hofft auf Normalität bei der Reise nach Nordböhmen

Nach den jüngsten Virus-Turbulenzen im Kraichgau mit zahlreichen Infektionsfällen soll es möglichst wieder geordnete Verhältnisse geben. Der Hoffenheimer Sportchef Alexander Rosen hofft auf keine weiteren Probleme durch die Reise nach Liberec.

Er war als Kritiker der internationalen Länderspiel-Abstellungen inmitten der Corona-Pandemie vorgeprescht: Zu hoch sei das Ansteckungsrisiko für die weltweit umherreisenden Nationalspieler. Und nun? Im Europacup? Rosen sagte im ZDF: "Ich sehe die Europa-League-Spiele etwas anders als die Länderspiele." Man reise als geschlossene Hoffenheimer Blase. "Definitiv ist es ja so, dass diese Vermischung, diese Kontaktanzahl bei Nationalmannschaften etwas anderes ist als wenn eine Gruppe, die sowieso die ganze Zeit zusammen ist, als Gruppe reist."

Länderspiele sind wohl eher problematisch als Europapokal-Spiele

Er "glaube nicht, dass die Europa-League-Spiele bisher die Treiber waren", sagte Alexander Rosen. Der Hoffenheimer Sportchef sieht die Risiken eher dort, wo Gruppen bunt aus vielen verschiedenen Herkunftsorten zusammengestückelt werden - also bei den Nationalmannschaften.

Dass die Hoffenheimer Corona-Probleme mit dem Hinspiel gegen die heftig infektionsgeplagten Tschechen aus Liberec zu tun hatten, ist nicht bekannt. "Und ich finde das hoch gefährlich, da eine Spekulation anzustellen oder vielleicht sogar mit dem Finger auf jemand zu zeigen und zu sagen: Da wurde die Infektion eingetragen", betonte Rosen.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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