Hoffenheim will im Spiel gegen Union Berlin auf alle Eventualitäten vorbereitet sein

Fußball  Rang sechs, das direkte Ticket für die Gruppenphase der Europa League, ist das große Ziel des TSG Hoffenheim. Sportdirektor Alexander Rosen ist vor dem finalen Heimspiel gegen Union Berlin Kontakt an diesem Samstag guter Dinge.

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Engagiert an der Seitenlinie: Der bisherige Co-Trainer Matthias Kaltenbach wird auch im Heimspiel gegen Union Berlin die Kommandos geben.

Foto: dpa

Hansi Flick stieß dieser Tage mit Bourbon und Cola light auf die achte Meisterschaft in Serie für den FC Bayern München an. Mit zwei weiteren Bayern-Siegen gegen die Hoffenheimer Europa-Konkurrenten SC Freiburg und VfL Wolfsburg wäre der TSG 1899 im Saisonfinale sehr geholfen. "Ich weiß nicht, ob man den Herrschaften was spendieren muss", sagt Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen mit Blick gen München. Er steht in regem Kontakt mit dem Rekordmeister.

Er gratulierte seinem einstigem Vorgesetzten Flick (Acht-Monats-Geschäftsführer der TSG) und Ex-Spieler Niklas Süle zum Titel, schrieb Serge Gnabry, man möge doch bitteschön auf dem Gas bleiben, so wie bisher. "Wie ich alle Beteiligten dort einschätze, werden die bis zum letzten Spieltag voll durchziehen", glaubt Rosen als Sprecher des Interimstrainer-Teams um Matthias Kaltenbach.

Das große Ziel 

Ein Prosit auf den möglicherweise schon gesicherten siebten Tabellenplatz und den Europapokal-Einzug wird es nach dem letzten Hoffenheimer Heimspiel dieser Saison an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Union Berlin garantiert nicht geben. Denn egal wie dieses 17. Heimspiel der Saison endet, die Konstellation ist klar: "Wir haben definitiv auch in Dortmund noch um etwas zu kämpfen", sagt Rosen. Rang sechs, das direkte Ticket für die Gruppenphase der Europa League, ist das große Ziel. "Ich bin die Zuversicht in Person. Ich merke einfach, dass trotz aller Müdigkeit viel Energie da ist. Ich erlebe die Jungs sehr fokussiert und auf ein Ziel ausgerichtet."

Die sonst übliche Verabschiedung der drei Abgänge Alexander Stolz (zur U23 plus Trainer in der Akademie), Michael Esser (zurück nach Hannover) und Sebastian Rudy (zurück nach Schalke) fällt am Samstag in Sinsheim aus. Trainer Alfred Schreuder wurde ja bereits verabschiedet. Nach dem 3:1 der TSG in Augsburg meldete sich der Niederländer bei Rosen und seinem ehemaligen Trainerteam mit Glückwünschen. Das hat Stil. Nach der Saison werde man sich nochmal zusammensetzen, sagte Rosen: "Lassen wir mal noch zwei, drei Wochen ins Land gehen, dann werden wir normal miteinander umgehen."

Mögliche Gelbsperren spielen keine Rolle

Vorher stehen allerdings noch die finalen 180 Saisonminuten an. Für Aufsteiger Union Berlin geht es nach dem gesicherten Klassenerhalt um nichts mehr. Höchstens um die Berliner Stadtmeisterschaft im Fernduell mit der großen Schwester Hertha. "Das ist eine extrem stabile Mannschaft", lobt Rosen die Union-Hauptstädter.

Gleich fünf Kraichgauern droht fürs Saisonfinale nächste Woche in Dortmund eine Gelbsperre. Stefan Posch und Sebastian Rudy (jeweils neun) und Benjamin Hübner, Diadie Samassekou und Robert Skov (jeweils vier) könnte es erwischen. "Uns ist diese Gefahr bewusst", sagt Alexander Rosen. Das Quintett kam beim 3:1 in Augsburg ohne Verwarnung durch. "Wir planen nicht schon eine Woche weiter, sondern treffen Entscheidungen unabhängig davon", sagt Rosen.

Apropos Planungen: eine Europapokalteilnahme würde diese sportlich verkomplizieren, aber auch für Mehr-Einnahmen sorgen. "Die Herausforderungen mit Europa sind größer, sie sind ungewisser", weiß Rosen als Kaderplaner: "Aber diese Ungewissheiten betreffen alle."

Zukunft für Belfodil ungewiss 

Ungewiss ist auch die Zukunft von Ishak Belfodil bei der TSG. Nach seinen harschen Vorwürfen im Winter, dass man in Hoffenheim beinahe seine Karriere wegen medizinischer Fehleinschätzungen (Kreuzband) ruiniert habe, trainiert der Algerier seit wenigen Tagen wieder in Zuzenhausen mit den Rekonvaleszenten.

Rosen stand immer wieder mit dem Stürmer im Austausch, der in Hoffenheim noch einen Vertrag bis 2022 besitzt "Was die Zukunft bringt, das muss man mal sehen. Es sind meiner Meinung nach entscheidende Schritte in eine richtige Richtung gemacht worden", sagt Alexander Rosen. Eine Europapokalteilnahme wäre ein Argument mehr für einen Neubeginn. Für jede Seite.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik. 

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