Hoffenheim-Trainer Hoeneß ist diesmal kein Bayern-Fan

Fußball  Der neue Chefcoach der TSG erlebt am Sonntag seine Heimpremiere gegen den Ex-Club aus München. Ob die Kraichgauer die Siegesserie des FCB beenden können? Honeneß hat einen Plan dafür.

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Ob die Hoffenheimer am Sonntag gegen den FC Bayern auch etwas zu jubeln haben? 6030 Zuschauer sind in der Sinsheimer Arena dabei.

Foto: dpa

Sebastian Hoeneß will am Sonntag sein eigenes Fanherz bluten lassen. Schon immer sei er Bayern-Fan gewesen, sagt der neue Trainer der TSG Hoffenheim vor dem Bundesligaduell mit dem FC Bayern an diesem Sonntag (15.30 Uhr, Sky). Mit dem Nachnamen Hoeneß gäbe es da wohl sonst größere Probleme, auch wenn Klein-Sebastian stets "große Sympathien hegte für die Vereine, für die mein Vater arbeitete". Also auch für den VfB Stuttgart, den Papa Dieter 1992 als Manager zum deutschen Meistertitel führte.

Ob Onkel Uli und Papa Dieter am Sonntag unter den 6030 zugelassenen Zuschauern in der damit ausverkauften Sinsheimer Arena sein werden? "Ich weiß es nicht", sagt Hoeneß junior. Klar ist hingegen: Am Sonntag pausiert für den Bundesliga-Novizen die Bayern-Liebe für 90 Minuten. "Die Bayern stellen aktuell die beste Mannschaft der Welt", sagt Sebastian Hoeneß und korrigiert sich schnell selbst: "zumindest von Europa". Macht das einen Unterschied?

Leidenschaftlich dagegenhalten

Am Donnerstagabend noch freute er sich vorm TV mit dem ehemaligen Arbeitgeber über dessen vierten großen Titel in drei Monaten. Ähnlich leidenschaftlich dagegenhalten wie der FC Sevilla im Supercup sollen nun auch die Kraichgauer. "Wir müssen mental und taktisch gut vorbereitet sein. Herz, Leidenschaft mitbringen und körperlich ans Limit gehen und darüber hinaus", gibt Sebastian Hoeneß die Devise vor. Die bayerische Zusatzbelastung der 120 Minuten von Budapest hält der 38-Jährige für nicht so relevant: "Wenn eine Mannschaft diese Häufigkeit an Spielen kennt, dann der FC Bayern. Auf unsere eigene Leistung haben wir Einfluss, andere Themen interessieren mich weniger."

Viel lieber als über den Gegner spricht Sebastian Hoeneß über sein Team. In den beiden Spielen in Chemnitz und in Köln hatte die TSG Höhen im Spiel (fünf Tore von Andrej Kramaric), aber auch Tiefen bei den vier Gegentoren in insgesamt 210 Spielminuten. Den Auftrag für seine Hoffenheimer Mannen formuliert der Trainer so: "Die guten Phasen verlängern, die schlechten Phasen verkürzen. Daran arbeiten wir." Bald mit neuem, aktuell noch externen Personal?

Zwei Wochen noch ist das Transferfenster geöffnet. Die Frage, ob ein neuer Linksverteidiger kommt, weil Kostas Stafylidis (Schulter) länger ausfällt, ist immer noch nicht final entschieden. Pavel Kaderabek machte seine Sache als Aushilfs-Linker ordentlich. Weil Robert Skov zeitnah fit sein soll und auf der linken Seite gesetzt sein dürfte, sagt Hoeneß zu dem Thema: "Wir verspüren nicht den absoluten Druck."

Kein klares Dementi zur Rudy-Personalie

Ob der eine Sebastian (Hoeneß) wirklich den anderen Sebastian (Rudy) für ein drittes TSG-Engagement verpflichten möchte, wie die "Bild" erfahren haben will? Ein klares Dementi in Richtung Schalke 04 und Rudy klingt anders als der Hinweis, dass "ich nicht über Spieler anderer Vereine sprechen will". Um den größten aller Fußball-Bayern zu zitieren: Schau"n mer mal.

Beim Blick aufs zuletzt arg dezimierte eigene Personal gibt es bessere Nachrichten als zuletzt: "So langsam lichtet sich unser Lazarett", sagt Hoeneß. Stefan Posch trainierte die ganze Woche mit, Robert Skov und Florian Grillitsch waren noch nicht im vollen Umfang im Mannschaftstraining, Kapitän Benjamin Hübner überhaupt noch nicht. Rückkehr ungewiss.

Nicht nur für Sebastian Hoeneß ist es ein Wiedersehen mit dem Ex. Auch Hansi Flick war einst Trainer der TSG Hoffenheim, lange und erfolgreich (2000-2005). 2017/18 dann für acht Monate als Geschäftsführer Sport eher kurz und damit wenig prägend. Als Trainer der Bayern-U23 hatte Sebastian Hoeneß in der Vorsaison wöchentlich Kontakt mit Hansi Flick, am intensivsten als dieser noch Co-Trainer unter Niko Kovac war. Frotzeleien jedweder Art entfielen diese Woche. Eine alte Liebe ist auch eine viel zu ernste Sachen für Schabernack.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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