Hoffenheim lässt späte Ausgleichschance links liegen

Fußball  Munas Dabbur scheitert beim 1:2 in Wolfsburg in der Nachspielzeit mit einem Handelfmeter am Ex-Kraichgauer Koen Casteels. Die Sieglosserie in der Bundesliga setzt sich fort, die Hoeneß-Elf ist nun 13. der Tabelle.

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Hoffenheims Munas Dabbur (rechts) bei seinem Elfmeter gegen Wolfsburgs Torwart Koen Casteels, der in der Nachspielzeit in die richtige Ecke springt.

Foto: dpa

Die Fußball-Bundesliga ist mitunter kurios. 35 Elfmeter gab es bis Sonntag um kurz nach 17 Uhr in dieser Saison. Allesamt führten sie zu einem Tor. Nummer 36 setzte Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst am Sonntag beim Bundesligaspiel VfL Wolfsburg gegen die TSG Hoffenheim neben das Tor von Oliver Baumann, dem TSG-Keeper. Die 100 Prozent-Quote war dahin.

Es wäre in der 84. Minute das 3:0 für Wolfsburg gewesen. So hieß es in einer turbulenten Schlussphase nur drei Minuten später nur noch 1:2 (Sargis Adamyan).

Als Maximilian Arnold in der Nachspielzeit im Duell mit dem stürmenden Oliver Baumann der Ball an die Hand sprang, lag der Ball in dieser 93. Minute zum 37. Mal in dieser Saison auf dem Elfmeterpunkt. Es wurde die ultimative Chance zum 2:2 für die TSG. Munas Dabbur schoss halbhoch nach links, Koen Casteels sprang ins richtige Eck und parierte. Der Israeli vergrub nach seinem Fehlschuss das Gesicht in den Händen. Das ernüchternde TSG-Resultat: 1:2 verloren statt gefühlt 2:2 gewonnen. Die vierte Niederlage im fünften Bundesligaspiel nacheinander sorgt für schlechte Stimmung beim Kraichgauclub. "Wir müssen uns heute an die eigene Nase fassen, dass wir das Spiel verloren haben. Unsere Negativserie nervt", sagte Sebastian Rudy.

Die TSG-Profis sind auf Ursachensuche, warum es derzeit nicht läuft

Warum es derzeit nicht läuft? "Wir haben in den vergangenen Spielen häufig diese Phasen, in denen wir nicht konzentriert auf dem Platz sind", kritisierte Rudy. So ließen sich die Hoffenheimer schon nach vier Minuten auskontern. Renato Steffen traf, der Treffer zählte zunächst aber wegen Abseits gar nicht. Erst nach zwei Minuten sprach sich per Flüsterpost herum, dass der Videobeweis für einen TSG-Rückstand sorgte. "Wir ärgern uns über die ersten 30 Minuten", sagte Torwart Oliver Baumann. Denn es wurde nicht besser. Ein Schnittstellen-Pass von Wolfsburgs Xaver Schlager sezierte in der 26. Minute die TSG-Abwehr. Oliver Baumann und Kevin Akpoguma klärten zunächst noch, beim dritten Anlauf war Wout Weghorst erfolgreich. 2:0 für Wolfsburg. Hoffenheim kam spät zurück, eigentlich zu spät, als das Spiel eigentlich längst zugunsten der Niedersachsen entschieden sein sollte. Doch mit dem Elfmeter-Fehlschuss von Weghorst nach 84 Minuten war die TSG plötzlich wieder im Spiel.

Spätes Comeback nach dem Joker-Tor von Adamyan

"Wenn wir etwas früher das 1:2 erzielen, besteht eine größere Chance, dass wir nochmal zurückkommen", sagte Sargis Adamyan, der in der 87. Minute beim Anschlusstreffer von einem Stellungsfehler von John Anthony Brooks profitierte. "Wir müssen von Anfang an im Spiel da sein und besser verteidigen, dann holen wir auch wieder unsere Punkte in der Bundesliga", sagte Adamyan, der Trost für den Hoffenheimer Elfmeter-Fehlschützen Munas Dabbur hatte: "Es passiert, dass ein Elfmeter mal verschossen wird." Der Patzer kostete einen Punkt und lässt die Kraichgauer auf Rang 13 abrutschen. Lange unbekannte Regionen für die TSG. "Die aktuelle Punkteausbeute ist definitiv nicht unser Anspruch. Wir müssen uns nun wieder auf uns konzentrieren", sagte Torwart Oliver Baumann.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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