Hoffenheim in der Europa League gegen Molde FK aus Norwegen

Fußball  Hoffenheim spielt im Februar in der Europa League gegen Molde FK um den Einzug ins Achtelfinale. Bei der TSG steht aber momentan im Vordergrund, wie sie gegen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach bestehen soll.

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Die ausgelosten Begegnungen stehen auf einem großen Display. Bayer Leverkusen trifft auf den Schweizer Fußball-Meister Young Boys Bern. Die TSG 1899 Hoffenheim bekommt es mit dem norwegischen Titelträger Molde FK zu tun. Foto: dpa

So ist das, wenn man als Dorfverein Geschichte schreibt. Nicht jeder Schritt auf dem historischen Pfad wird sogleich vom gleißenden Licht des Ruhms beschienen. Die TSG Hoffenheim trifft in der ersten K.o.-Runde der Europa League auf Molde FK, den norwegischen Meister von 2019. Das ist, nun ja, eine machbare Aufgabe. So lautet die passende Floskel. Auch weiterhin wird der internationale Spielbetrieb der TSG nicht von Glamour begleitet.

Richtig freuen konnte sich über das Los Molde FK zumindest einer im Kraichgau. Genau dieses Duell hatte sich Hoffenheims norwegischer Abwehrspieler Havard Nordtveit gewünscht. Das sei sein "Lieblingsgegner" hatte er gesagt, als am vergangenen Donnerstag nach dem 4:1 gegen Gent der letzte Pflicht-Schritt der TSG auf dem Weg in die K.o.-Phase gemacht war.

Nordtveit: Wette gewonnen, kleiner Traum wahr geworden

Jetzt war sogar die Rede von einem Freudenschrei bei Nordtveit, sofort als klar war, gegen wen die Hoffenheimer ran müssen. "Das ist ein kleiner Traum für mich." Er kennt viele Spieler aus der Mannschaft. Es sei "einfach top", denn "noch nie in meiner Karriere" habe er mit einem seiner ausländischen Teams in Norwegen gespielt. Nordtveit war sehr zuversichtlich gewesen, dass die Sache mit dem richtigen Los klappen würde. "Wir haben eine kleine Wette gehabt in der Mannschaft, die habe ich selbstverständlich gewonnen."

Der Hoffenheimer Sportchef Alexander Rosen blickte auf eine Spezialität der Partie in Molde: "Die spielen auf Kunstrasen, was für uns sicher ungewohnt ist." Aber kein Grund, um zu stolpern. "Das klare Ziel für uns ist: weiterkommen!"

Rapid Wien verlor in Norwegen, spielte zu Hause nur 2:2

Nach Roter Stern Belgrad, KAA Gent und Slovan Liberec in der Gruppenphase geht es für die TSG mit einem Gegner weiter, der kurz vor dem Ende der norwegischen Meisterschaft Zweiter ist, allerdings mit riesigem Abstand zum längst feststehenden Titelträger FK Bodö/Glimt. Unterschätzen sollten die Hoffenheimer das Team keineswegs. Dietmar Kühbauer, der Trainer von Rapid Wien, bilanzierte vor wenigen Tagen mit Bitterkeit in der Stimme: "Sie sind keinen Deut besser als wir, aber sie haben es in den zwei Spielen besser gemacht als wir." Für Rapid war in der Gruppenphase der Europa League Schluss. Molde FK kam als Zweiter hinter dem klar dominanten FC Arsenal weiter. Rapid verlor 0:1 in Norwegen und schaffte zu Hause nur ein 2:2.

Jetzt wollen die Hoffenheimer ins Achtelfinale der Europa League einziehen. Die TSG steht zum ersten Mal in ihrer Clubgeschichte in der K.o.-Phase eines Europacup-Wettbewerbs. Die Partie in Molde findet am 18. Februar 2021 statt. In Sinsheim wird eine Woche später gespielt, am 25. Februar.

Im Achtelfinale würde womöglich Glamour warten

Im Fall eines Hoffenheimer Happy Ends könnte es dann gegen einen richtig Großen des kontinentalen Fußballs gehen, dann wäre womöglich Glamour eine Begleiterscheinung der beiden Spiele. Aber noch ist es nicht soweit. Noch schreibt die TSG Hoffenheim zwar mit jedem weiteren Schritt ein bisschen Clubgeschichte. Doch überregionaler Ruhm ist damit nicht verbunden.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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