Hiobsbotschaften in Hoffenheim, aber auch in Liberec

Fußball  Der Mosbacher Dennis Geiger fehlt der TSG mit einem Mittelhandbruch. Der Europa-League-Gegner aus Tschechien hat ein großes Corona-Problem.

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Ernste Blicke: Dennis Geiger (von links) ist operiert worden, nachdem er sich am Montagabend im Spiel gegen Union Berlin einen Mittelhandbruch zugezogen hat. Ishak Belfodil und Co. haben Sorgen.

Foto: dpa

Auf der Stirn von Sebastian Hoeneß ist viel Platz für Sorgenfalten. Es dürfte eine weitere hinzugekommen sein - wobei es der Trainer der TSG Hoffenheim am Mittwoch während der Videopressekonferenz verstand, gelassen zu bleiben, den Herausforderungen die (glatte) Stirn zu bieten. "Wir werden nicht anfangen zu lamentieren", sagte Hoeneß - obwohl er davon berichten musste, dass sich Dennis Geiger am Montagabend im Bundesligaspiel gegen Union Berlin die Mittelhand gebrochen habe und bereits operiert worden sei. Ja, es sei eine Herausforderung, "dass jede Woche eine Hiobsbotschaft reinflattert", so Hoeneß.

Wie gut, dass am Donnerstag (21 Uhr/Nitro) für die Kraichgauer ihr Gute-Laune-Wettbewerb ansteht; in der Europa League ist der FC Slovan Liberec zu Gast. Auch der Tabellenfünfte der tschechischen Fortuna Liga, die zuletzt am 4. Oktober im Spielbetrieb war, wegen der Pandemie pausiert, wurde von Hiobsbotschaften getroffen: Mehrere Profis und Betreuer wurden positiv auf Corona getestet.

Hoeneß: Mit neun Punkten hätten wir das Tor weit aufgestoßen

"So etwas wünscht man niemanden, auch nicht seinem Gegner", kommentierte Sebastian Hoeneß. "Ich hoffe, dass es den Jungs gut geht und sie alles symptomfrei überstehen. Aber das ändert für uns gar nichts in der Vorbereitung." Denn egal, wer auf der anderen Seite beim Anpfiff in der leeren Sinsheimer Arena auf dem Platz stehe: "Es geht darum, drei Punkte zu holen, nach drei Spielen neun Punkte zu haben. Mit neun Punkten hätten wir das Tor richtig weit aufgestoßen." Um in die K.o.-Phase einzuziehen.

Der Plan ist klar, auch, wer bei der Umsetzung fehlen wird: Neben Dennis Geiger, dem defensiven Mittelfeldmann aus Mosbach, blieb gegen Union Berlin auch Abwehrspieler Stefan Posch mit einer Sprunggelenksverletzung auf der Strecke, "die ihn mindestens zwei Wochen ausfallen lässt" (Hoeneß). Am dritten Spieltag der Europa League können zudem folgende Verteidiger nicht eingesetzt werden: Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic, Konstantinos Stafylidis sowie Joshua Brenet. Und die drei Rückkehrer aus der Corona-Quarantäne?

Kramaric, Adams und Kaderabek werden erneut fehlen

"Alle drei werden gegen Liberec nicht zur Verfügung stehen", sagte Sebastian Hoeneß über Stürmer Andrej Kramaric und die beiden Defensivkräfte Kasim Adams und Pavel Kaderabek, die seit vergangener Woche ihr normales Leben zurück haben. "Wir wollen vorsichtig sein. Wenn man personell unter Druck steht, trifft man manchmal falsche Entscheidungen", mahnte Hoeneß auch sich selber zur Geduld.

Vor und in den bisherigen beiden Partien der Europa League haben Hoeneß und seine Mannen alles richtig gemacht: 2:0-Sieg gegen Roter Stern Belgrad, 4:1-Sieg gegen KAA Gent, Tabellenführung. Es ist neu, dass die Hoffenheimer aus dem Europapokal Hoffnung für die Bundesliga ziehen können. Bisher war es immer umgekehrt.

Die Europa League sorgt für Wohlbefinden

Doch, die vier Spiele in der Liga ohne Sieg beschäftigen, vor allem zuletzt das ärgerliche 1:3 gegen Berlin. "Wir haben etwas gut zumachen nach dem Union-Spiel", sagte Stürmer Ihlas Bebou in einem Interview auf der TSG-Seite. Ein ausgeschlafener Florian Grillitsch räumte am Mittwoch ein: "Die Niederlage hat mich schon die eine oder andere Stunde wach gehalten." Der Fußball koste den jungen Papa mehr Schlaf als das Töchterchen. Man habe am Montag eine gute Leistung abgerufen, aber das Ergebnis habe nicht gestimmt. "Das müssen wir jetzt gegen Liberec verbessern", sagte der Österreicher, der im Belgrad-Spiel ausgewechselt wurde, um in den Kreißsaal zu eilen, und im Gent-Spiel zum 2:0 getroffen hatte. Die Europa League sorgt nicht nur bei Florian Grillitsch für Wohlbefinden - und das ist ein gutes Mittel gegen Sorgenfalten.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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