Gutes Zeichen oder schlechtes Zeichen beim VfB?

Fußball  In vier der vergangenen fünf Spiele des VfB Stuttgart gab es Unentschieden. Trainer Pellegrino Matarazzo ist vor dem Gastspiel in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim positiv gestimmt.

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Pellegrino Matarazzo hat gute Laune.

Foto: dpa

Und diesmal? Wieder nur ein Zuschauerplatz? Zwar sind es momentan wegen des vermaledeiten Coronavirus" nur ganz, ganz wenige Menschen, die die Chance haben, Bundesliga-Fußball live im Stadion zu sehen, doch man darf fest davon ausgehen, dass Daniel Didavi keinen Spaß hätte, müsste er an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf einem der Haupttribünensitze des Sinsheimer Stadions Platz nehmen.

Didavi will beim VfB Stuttgart Stammspieler sein. Doch zuletzt gehörte er zweimal hintereinander nicht zur Startelf. Beim 1:1 auf Schalke saß der Offensiv-Routinier komplett draußen, beim 2:2 gegen Frankfurt wurde Didavi in der 90. Minute eingewechselt. Und nun, im badisch-schwäbischen Nachbarschaftskampf bei der TSG Hoffenheim? "Er ist auf jeden Fall eine Option für die Startelf", sagt Trainer Pellegrino Matarazzo, "Dida ist immer eine Option für die Startelf, wenn er fit ist, wenn sein Körper mitmacht und wenn seine Stärken für uns das Spiel gewinnen."

Richtig starke Auswärtsserie für einen Aufsteiger

Gewinnen wollen die Stuttgarter nur allzu gerne bei der TSG Hoffenheim, schließlich geht es darum, die für einen Aufsteiger richtig starke Auswärtsserie (4:1-Sieg in Mainz, 2:0-Sieg bei Hertha BSC, 1:1 auf Schalke) zu verlängern. Ob aber Daniel Didavi von Beginn an spielen wird? Zuletzt hatte der flinke Youngster Mateo Klimowicz auf dieser Offensivposition die Nase vorne. Matarazzo sagt über die Einsatzchance von Spielmacher Didavi nur: "Kann sein, dass er am Samstag auf dem Platz steht." Kann aber auch nicht sein.

Der Trainer legt Wert darauf, dass seine Mannschaft in der Lage ist, variabel aufzutreten, dass sie schwer ausrechenbar bleibt. "Wir sind facettenreich in unserem Spiel. Das ist, glaube ich, wichtig, um immer Lösungen zu haben in jedem Spiel." Zuletzt beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt war es das blitzschnelle Umschaltspiel, das beim VfB beeindruckte. Aber Pellegrino Matarazzo betont: "Wir sind nicht nur Konter." Sie können mehr, die Stuttgarter.

Tabellarisch zuletzt etwas auf der Stelle getreten

Die Mannschaft ist allerdings ein bisschen auf der Stelle getreten - nicht auf dem Stadionrasen, sondern in der Ergebnisbilanz. Vier der vergangenen fünf Partien endeten unentschieden. Dreimal 1:1, einmal 2:2. Nicht schlecht. Aber auch nicht optimal.

Wie beurteilt der Trainer die Lage? Ist es ein gutes Zeichen, ungeschlagen geblieben zu sein, oder ein schlechtes, weil die Siegmöglichkeiten nicht genutzt wurden? Matarazzo lächelt, zuckt mit den Schultern, sagt: "Wahrscheinlich ein neutrales Zeichen." Dann fügt er an: "Ich bewerte nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Leistungen, die wir zeigen. Und ich glaube, in mehreren Spielen, wo wir Unentschieden gespielt haben, hat die Leistung gestimmt. Deswegen ist es für mich eher positiv."

Ersetzt Waldemar Anton Atakan Karazor

Viel spricht dafür, dass Waldemar Anton an diesem Samstag im Sinsheimer Stadion in die Stuttgarter Startelf zurückkehren wird. Der Zugang aus Hannover war ja schon zum neuen Abwehrchef aufgestiegen, als er sich am Sprunggelenk verletzte und pausieren musste. Jetzt ist Anton wieder vollkommen fit. Gut möglich, dass er statt Atakan Karazor in der Mitte verteidigen wird. Pellegrino Matarazzo will die Hoffenheimer möglichst selten im brenzligen Bereich vor dem VfB-Tor sehen. Und Waldemar Anton "ist sicherlich einer, der Wucht hat". Bälle wegköpfen, Schüsse verhindern, das ist sein Job. Daniel Didavi hätte einen ganz anderen. Wenn er spielen darf.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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