Gute Ansätze, aber schlecht umgesetzt bei den Neckarsulmer Oberliga-Fußballern

Fußball  Oberligist Neckarsulmer Sport-Union verliert beim Tabellendritten TSG Backnang unnötig 0:3. Fünftes Spiel in Folge ohne Sieg ärgert den Trainer enorm.

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Lukas Mai macht sich ganz lang, kann das 0:1 aber nicht verhindern. Es war nach 24 Minuten der erste Backnanger Schuss auf das Neckarsulmer Tor.

Fotos: Bertok

Die Neckarsulmer Spieler standen nach dem Abpfiff ratlos auf dem Rasen. Die Enttäuschung und der Frust waren groß - vor allem bei Marcel Busch. Der Trainer verzichtete auf seine obligatorische erste Spielanalyse auf dem Platz und erwartete seine Jungs in der Kabine. Die Sport-Union verlor ihr Gastspiel beim Oberliga-Tabellendritten TSG Backnang mit 0:3 und blieb damit zum fünften Mal in Folge ohne Sieg, holte in diesem Zeitraum lediglich zwei Punkte.

"Bei allen drei Gegentoren hat die individuelle Qualität im Verteidigen gefehlt. Speziell beim zweiten und dritten Treffer. Wenn man so verteidigt, schießt auch jede A-Jugend Tore gegen uns", sagte Busch nach einem Spiel, das nicht hätte verloren werden müssen. "Die fehlende individuelle Qualität zeigt sich aber auch vorne. Das sieht oft super aus. Jeder feiert uns, wie gut wir spielen, bekommen die Aktionen aber nicht gefährlich vor das Tor und wenn doch, scheitern wir, weil die Bälle kläglich nicht im Tor untergebracht werden."

 

Aussichtsreiche Ansätze, aber Mängel in der finalen Umsetzung

Gute Ansätze, aber schlechte Lösungen und zu viele Fehler bei den Neckarsulmer Oberliga-Fußballern

In der 56. Minute vergab Pasqual Pander die erste große Chance der Sport-Union.

In der ersten Halbzeit waren die Höhepunkte dünn gesät. Neckarsulm spielte gefällig und zeigte aussichtsreiche Ansätze, aber Mängel in der finalen Umsetzung. In der 24. Minute war es der erste Torschuss des Spiels, der zum 1:0 für die TSG Backnang führte. Flavio Santoro wurde 20 Meter vor dem Tor nicht angegriffen und bedankte sich mit einem platzierten Abschluss. Neckarsulms Keeper Lukas Mai war chancenlos, parierte dann aber mit dem Halbzeitpfiff einen Schuss von TSG-Spielertrainer Mario Marinic.

"Man sieht, wir haben einen Plan, nur der letzte Ball passt nicht. Und dann ist der erste Schuss auf unser Tor drin, wie gegen Reutlingen und Walldorf", sagte Ersatzspieler Robin Neupert in der Pause. Die Hoffnung auf mehr Effektivität seiner Kameraden im zweiten Durchgang erfüllte sich nicht.

Backnang zeigt sich auch beim 2:0 effektiv

Effektiv zeigte sich dagegen Gastgeber Backnang. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, das gab die linke Seite der Sport-Union kein gutes Bild ab. Julian Geldner stecke auf Loris Maier durch, der auf Mai zustürmte und zum 2:0 einschoss.

Die erste echte Chance der Neckarsulmer vergab Pasqual Pander in der 56. Minute, scheiterte im Eins-gegen-Eins an Keeper Julian Guttenson. Erneut leichtfertig verteidigten die Unterländer nach 63 Minuten, diesmal stand Marinic frei vor Mai und traf zum 3:0. In der Schlussphase rettete dann Mai zwei Mal bei einer Backnanger Dreifach-Chance, der dritte Abschluss zischte am Tor vorbei.

Neckarsulm trifft schlechte Entscheidungen

Die letzte Chance gehörte der Sport-Union, doch auch David Gotovac fand aus fünf Metern in Guttenson seinen Meister. "Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit ganz viele Räume, so wie wir das erwartet haben. Meine Mannschaft hatte auch viele Lösungen, traf aber einfach schlechte Entscheidungen", monierte Busch die mangelhafte Besetzung im gegnerischen Strafraum, falsch getimte Flanken und schwache Abschlüsse. "Daher verpufft alles und man hat das Gefühl keine Torchancen zu haben. Wir hätten heute alle Chancen gehabt in Backnang zu gewinnen." Doch letztlich scheiterten die Neckarsulmer an ihren eigenen Unzulänglichkeiten und waren zurecht gefrustet.

Neckarsulmer Sport-Union: Mai, Klotz (65. Rasic), Fausel, Gotovac, Mägerle (77. Stascak), Gebert, Schorn (73. Peranitsch), Bellanave (53. Eitelwein), Müller, S. Neupert, Pander.

Tore: 1:0 Santoro (24.), 2:0 L. Maier (47.). 3:0 Marinic (63.). Schiedsrichter: Joshua Zanke (Ötisheim). Zuschauer: 350.

 

Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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