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Grundstein ist beim VfR Gommersdorf gelegt

Der Verbandsligist VfR Gommersdorf überwintert auf einem einstelligen Tabellenplatz und damit mit dem besten Ergebnis der Vereinsgeschichte.

Marc Schmerbeck
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Grundstein ist beim VfR Gommersdorf gelegt
Die Hinrunde hat die Gommersdorfer mit Andreas Cebulla viel Kraft gekostet. Doch mit 21 Punkten können sie zufrieden sein. Foto: Marc Schmerbeck

Die ganz große Euphorie versprüht Peter Hogen nicht. Dabei hat der Trainer mit dem VfR Gommersdorf die bislang beste Verbandsliga-Hinrunde in der Geschichte des Vereins hingelegt. "Man kann eigentlich damit zufrieden sein, wie man steht", sagt er nüchtern. "Jetzt muss man mal abwarten, wie es coronamäßig weitergeht. Wir haben zumindest den Grundstein für den sportlichen Klassenerhalt gelegt."

Das gelang den Gommersdorfern bislang in der Verbandsliga noch nie. Zuletzt profitierten sie von den Saison-Abbrüchen wegen der Corona-Pandemie. 21 Punkte holte der VfR in den 15 Hinrundenspielen der Verbandsliga Nordbaden. Unter dem Strich macht das Rang neun mit sechs Punkten Abstand zum voraussichtlichen Relegationsplatz 13 (Olympia Kirrlach, 15 Punkte).

Drei Leistungsträger verließen vor dieser Spielzeit den Club

Unbedingt zu erwarten war dies vor der Saison nicht. Auch wenn Hogen zugibt, mit einem einstelligen Tabellenplatz zumindest etwas geliebäugelt zu haben. Doch mit Tom Stöckel, Felix Schmidt und Tobias Würzberger verließen drei Leistungsträger vor dieser Spielzeit den Club. "Da hat man sich schon Gedanken gemacht, wie wir die Abgänge ersetzen können", sagt Hogen. "Aber die jungen, die dann reingekommen sind, haben es gut gemacht. Und da gibt es ja noch Entwicklungspotenzial."

In der Vorrunde spielte sich Jann Baust mit zehn Toren in den Vordergrund. Aber Hogen stellt auch Defensivmann Niklas Breuninger positiv heraus, der in seinem zweiten Jahr beim VfR sehr abgeklärt in der Defensive agierte. "Ansonsten war auch Dennis Petrowski wichtig, der im Tor eine überragende Leistung gebracht hat", sagt Hogen. Der Schlussmann, der zuvor in Pfedelbach in der Landesliga spielte, war der Garant für den einen oder anderen Punktgewinn der Gommersdorfer. "Hervorzuheben ist auch Patrick Mütsch, der herausragend gespielt hat und der Defensive viel Stabilität verliehen hat", sagt Hogen.

Auch einige überraschende Punkte für Gommersdorf

Der VfR holte sich in der Hinrunde mit dem Punktgewinn gegen Mannheim oder den Siegen gegen Heddesheim und Zuzenhausen auch einige überraschende Punkte. "Viel liegen lassen haben wir nicht. Außer vielleicht bei der Heimniederlage gegen Langensteinbach", sagt Hogen. "Was uns aber zu denken gibt, sind die vier, fünf Spiele, in denen wir auswärts chancenlos waren. Das hat schon weh getan."

Dafür zeigten die Gommersdorfer zu Hause eine große Stabilität. "An was das liegt, ist mir auch nicht so ganz klar", sagt Hogen. "Es ist ja nicht so, dass wir in Gommersdorf von einem Acker und kleinem Platz profitieren würden." Im Gegenteil: "Wir haben ja super Bedingungen mit einem großen, gepflegten Rasen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir auswärts mehr Stabilität reinbekommen." Allerdings zeigt die Statistik, dass der Unterschied auf fremdem und heimischem Platz gar nicht so groß ist. Zu Hause holte Gommersdorf zwölf Zähler, auswärts neun.

In der Lage, unterschiedlich zu spielen

Was Hogen außerdem freut: "Wir sind schon in der Lage, unterschiedlich zu spielen und spielen auch keinen destruktiven Fußball. Daran wollen wir weiter arbeiten." Mal lässt er seine Mannschaft mit einer Dreier-Kette, mal mit einer Vierer-Kette auflaufen. "Wir werden jetzt versuchen, wenn es weitergeht, daran anzuknüpfen", sagt Hogen.

Er selbst hat noch Bedenken, dass die Saison komplett zu Ende gespielt werden kann. "Aber zumindest ist die Vorrunde beinahe komplett, so dass die Saison gewertet werden kann." Für ihn wäre zur Not auch das Playoff-/Playdown-Modell eine mögliche und gute Option für die Rückrunde - wenn nicht früh genug wieder mit Fußball begonnen werden kann.

"Dann hätten wir zumindest einen Spielbetrieb. Das wäre wichtig. Für die Spieler. Für die Zuschauer. Und für die Vereine", sagt Hogen. "Aber ich hoffe, dass die Zahlen wieder sinken und wir die Saison normal zu Ende bekommen."

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