Gesucht: ein neuer Hoffenheimer Abwehrchef

Beim Spiel in Mainz muss die TSG Hoffenheim am Samstag erstmals im Jahr 2020 auf den gesperrten Kapitän Benjamin Hübner verzichten. Gelingt der zweite Sieg in Serie?

Email

Organisator und Stabilisator: Benjamin Hübner ist seit Ende der Hinrunde Kapitän der TSG Hoffenheim. Nun fehlt er erstmals gesperrt.

Foto: dpa

Der erste Dreier nach der Corona-Zwangspause hat bei der TSG 1899 Hoffenheim das Selbstvertrauen wieder wachsen lassen. "Wir haben gesehen, dass man nicht immer guten Fußball spielen braucht, um zu gewinnen", sagt Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder mit Blick zurück auf die finalen 30 Minuten, in denen das 3:1 gegen den 1. FC Köln nochmal arg ins Wackeln geriet.

Einige neue Spieler

Beim dritten TSG-Spiel innerhalb einer Woche an diesem Samstag beim FSV Mainz 05 (15.30 Uhr/Sky) dürften einige neue Spieler das Hoffenheimer Trikot tragen. Nicht nur aus Gründen der Belastungssteuerung. Florian Grillitsch hat Adduktorenprobleme und droht auszufallen. Er wäre nicht der einzige Stammspieler, dem nur die Zuschauerrolle bleibt.

Abwehrchef wird fehlen 

Nach seiner Gelb-Roten Karte wird Kapitän und Abwehrchef Benjamin Hübner erstmals in einem Hoffenheimer Pflichtspiel im Jahr 2020 fehlen. Immer wieder patzten seine verteidigenden Nebenleute in der Abwehrkette entscheidend. Zuletzt Kevin Akpoguma beim 0:3 gegen Berlin, danach Ermin Bicakcic beim 1:1 in Paderborn. Auch Stefan Posch sah schon schlecht aus, beispielsweise beim 0:1 in Freiburg im Februar. Die große Frage vor dem Hoffenheimer Gastspiel beim FSV Mainz lautet: Wer ersetzt den eigentlich Unersetzbaren als Leader und Stabilisator?

Es mangelt Schreuder nicht an Optionen

Alfred Schreuder wäre als Hoffenheimer Trainer sicherlich auch für den diplomatischen Dienst geeignet. "Wir haben mehrere Möglichkeiten", sagt der Niederländer und bleibt im Vagen. Infrage kommen Ermin Bicakcic, Havard Nordtveit, aber auch Lucas Ribeiro oder der seit Donnerstag volljährige Melayro Bogarde.

Auf der Doppelsechs davor dürften Diadie Samassekou und Sebastian Rudy für Stabilität sorgen. Christoph Baumgartner wird nach seinem Karrierehöhepunkt gegen Köln (zwei Tore, eine Vorlage) an die Stelle seine bisherigen Karrieretiefpunkts zurückkehren. Und zwar auf der Zehnerposition.

In zwei Partien neun Gegentore 

Gegen den FSV Mainz 05 setzte es für die TSG zuletzt in zwei Partien neun Gegentore. Erst ging vor etwas mehr als einem Jahr beim 2:4-Abschied von Julian Nagelsmann ein 2:0-Vorsprung und damit die Europa League flöten, weil Christoph Baumgartner unnötig vom Platz flog. In der Hinrunde stolperten die Hoffenheimer nach sechs Siegen in Serie mit dem 1:5 gegen Mainz gewaltig. Das Heimdebakel aus dem November spielt nun bei der Vorbereitung keine Rolle mehr.

Trotz Überzahl ließen sich die Kraichgauer damals ein ums andere Mal auskontern. "Das passiert dann einfach im Fußball, weil du denkst, du kannst einen Schritt weniger machen", blickte Schreuder zurück. Danach war die TSG erst einmal aus dem Tritt. Und jetzt?

Die Favoritenrolle war für die TSG schon häufig Ballast

Als aktueller Tabellensiebter sind die Hoffenheimer beim Auswärtsdoppelpack in Mainz und danach in Düsseldorf eigentlich in der Favoritenrolle. "Ich kann verstehen, wenn Außenstehende denken, dass es nun für uns einfacher wird, wenn man auf die Tabelle schaut", sagt Schreuder und schränkt gleich wieder ein: "Aber so sind die Ergebnisse in dieser Saison nicht gewesen, dass man gegen Teams, die in der Tabelle hinter einem stehen, einfach gewinnt. Meistens war es andersherum."

Nach dem Ende der Sieglos-Serie will der 47-Jährige nicht gleich in den Europa-Angriffsmodus schalten. "Europa ist für mich immer noch kein Thema. Natürlich wollen wir das schaffen. Aber sechs oder sieben andere Vereine eben auch", sagt Schreuder.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik. 

Kommentar hinzufügen