FSV Hollenbach will sich von kleinem Kader nicht bremsen lassen

Fußball  Der Verbandsligist empfängt am Samstag den VfB Friedrichshafen. Verletzungen drücken vor dem Heimspiel die Stimmung.

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Wenn es sein muss gehen die Hollenbacher auch mal unkonventionell, akrobatisch zu Werke, so wie Philipp Volkert (links).

Foto: Marc Schmerbeck

Der Kader des FSV Hollenbach war schon vor der Saison eher klein. Jetzt ist er durch Verletzungen zusätzlich ausgedünnt. Das macht sich auch im Training bemerkbar. "Wir hatten am Dienstag elf Mann im Training. Aber die haben Gas gegeben", sagt Coach Martin Kleinschrodt. Und er fügt an: "War geil."

Die Personalsorgen drücken vor dem Heimspiel gegen den VfB Friedrichshafen ein klein wenig auf seine Stimmung. Denn die nächsten Wochen ist keine Besserung in Sicht. Marius Uhl laboriert noch an seiner Sprunggelenks-Verletzung, die er sich gegen Pfullingen zuzog. Die vorsichtige Prognose: In zwei Wochen steigt er wieder ins Training ein, in vier Wochen könnte er womöglich wieder spielen. Jonas Limbach hat sich im Pokalspiel gegen Essingen einem Innenbandriss im Knöchel zugezogen. Sechs Wochen wird er wohl fehlen. Vielleicht sogar die komplette Vorrunde. Robin Dörner wurde operiert. Er wird auch erst nach der Winterpause wieder fit sein.

Ex-Profi Florian Ruck ist spielberechtigt

"Das tut uns schon weh", sagt Kleinschrodt. "Gerade auch der Ausfall von Jonas. Er hat sich zu einer Persönlichkeit entwickelt, genießt Ansehen im Team." Zumindest hat Kleinschrodt für die zentrale Position im Mittelfeld noch Alternativen. Unter der Woche fehlten auch Samuel Schmitt und Christoph Rohmer. Sie werden am Samstag aber dabei sein. Ebenso wie Florian Ruck. Der Neuzugang ist mittlerweile spielberechtigt. "Da ist uns ein ganz großer Coup geglückt", sagt Kleinschrodt über den Ex-Profi. "Er könnte mit auf die Bank. Aber er hat zwei, drei Jahre kein Fußball mehr gespielt. Ein Einsatz kommt vielleicht zu früh." Allerdings wegen der fehlenden Wettkampfpraxis. Denn der Trainer bescheinigt Ruck einen sehr guten Fitnesszustand. "Auch die Anlagen sind da. Er kann kicken, das sieht man. Er ist ein Spieler, der uns auf jeden Fall weiterbringt, bei dem man sieht, dass er sehr viel Erfahrung hat. Er kann unserer Truppe gut tun", sagt Kleinschrodt. "Es freut mich, dass er sich für uns entschieden hat. Er will mit 29 Jahren noch mal zeigen, was er kann. Das will ich ihm ermöglichen. Es ist eine Win-Win-Situation."

Lust auf Fußball ist beim Neuzugang zurück

Nach seinem Karriereende, als Ruck nach der Spielzeit 2016/17 seinen Vertrag in Paderborn auflöste begann er in Bad Mergentheim eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und hatte keine Lust auf Fußball mehr. Diese ist jetzt zurück.

Ob er schon gegen Friedrichshafen zeigen kann, dass er eine Verstärkung ist, bleibt abzuwarten. Aber egal, wer gegen den Verbandsliga-Vorletzten auf dem Platz steht, sagt der Coach: "Es gilt, das Spiel so anzugehen, dass man sieht, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Wenn man die Berechtigung haben will, vorne zu stehen, dann muss man alles dafür tun, das Spiel zu gewinnen."

Friedrichshafen steht mit dem Rücken zur Wand

Dies fehlte ihm vor allem in der ersten Halbzeit im Auswärtsspiel gegen den TSV Heimerdingen, das durch ein Tor in letzter Sekunde gewonnen wurde. "So etwas will ich nicht mehr sehen. Wir müssen von Beginn an im Fokus sein. Wenn wir alles reinhauen, holen wir auch gegen Friedrichshafen drei Punkte." Er rechnet mit Gästen, die erstmal versuchen werden stabil in der Defensive zu stehen. "Das ist eine junge Truppe, die schlecht gestartet ist, aber zuletzt ihre Punkte geholt hat und trotzdem mit dem Rücken zur Wand steht. Friedrichshafen tritt als geschlossene Mannschaft auf und verteidigt mit Herzblut." Es könnte also wieder mal ein Geduldsspiel werden. "Wir wollen unser Spiel weiter forcieren und die Dinge besser machen, die gegen Heimerdingen nicht gut waren. Wir wollen uns immer weiterentwickeln", sagt Kleinschrodt.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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