FSV Hollenbach rüstet in der Defensive nach

Fußball  Außenverteidiger Matthias Hahn kommt von Oberligist Ilshofen. Doch wann Trainer Martin Kleinschrodt mit seinen Spielern wieder ins Training einsteigen kann, ist weiterhin völlig offen.

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Im WFV-Pokalspiel stand Matthias Hahn (Mitte) in der Jako-Arena noch als Gast auf dem Feld. Nächste Saison wird sie seine Heimspielstätte werden.

Foto: Marc Schmerbeck

Während die Personalplanungen beim FSV Hollenbach doch noch mal ein Stück weiter gekommen sind, bleiben die Planungen für die aktuell ruhende Saison weiter erschwert. Der Verbandsligist war noch auf der Suche nach einem Defensivspieler. Dieser wurde nun gefunden. Zur neuen Saison wechselt Matthias Hahn vom Oberligisten TSV Ilshofen zum FSV.

"Mit seinen 20 Jahren hat er ein super Potenzial", sagt sein zukünftiger Trainer Martin Kleinschrodt. "Ich wollte ihn unbedingt. Er passt auch in die Truppe - als Typ und als Spieler. Auch wenn er kein typischer Rechtsverteidiger ist. Aber wenn man sieht, wie Süle bei den Bayern spielt ..." Auch Manager Karl-Heinz Sprügel zeigte sich von dem 1,89 Meter großen Abwehrspieler, der vor zwei Jahren aus der A-Jugend des VfR Aalen nach Ilshofen wechselte, überzeugt. "Ich denke, er hilft uns weiter", sagt er.

Kleinschrodts kreative Personalrochaden

Kleinschrodt hatte auch in Hollenbach schon einige Spieler auf anderen als den angestammten Positionen eingesetzt. Zum Beispiel funktionierte er Dennis Hutter vom zentralen Mittelfeldspieler zum Rechtsverteidiger um und Offensivspieler Samuel Schmitt zeigte als Linksverteidiger gute Leistungen, wenn Not am Mann war. "Wir müssen einfach sehen, wie wir uns aufstellen", sagt Kleinschrodt. Zumal noch ein weiterer Neuzugang möglich sein könnte, Der Spieler will aber zuerst im Training selbst ausloten, ob es passen könnte. "So ist der Kader jetzt optimal, in allen Bereichen. Wir sind super aufgestellt, für die Verbandsliga sowieso. Wir konnten die Mannschaft zusammenhalten. Jeder wollte verlängern, das ist doch schön", sagt Kleinschrodt. Lediglich Kapitän Hutter verkündete von den Stammkräften aus privaten Gründe seinen Abschied.

Deutlich schwerer fällt Kleinschrodt die Planung der Rückkehr auf den Platz. Der Stufenplan zu Öffnungen bietet dafür zwar Möglichkeiten, hat aber auch seine Tücken: "Wir fügen uns, wir haben ja keine Wahl", sagt Kleinschrodt. "Wir müssen der Regierung und dem WFV vertrauen. Das Thema Corona nervt langsam, aber wir müssen in Zukunft damit leben." Derzeit hat der Hohenlohekreis eine Inzidenz von um die 90. Damit dürfen die Hollenbacher noch nicht trainieren - auch nicht in Kleingruppen. "Wir gehen sofort auf den Platz, wenn wir die Freigabe bekommen", sagt Kleinschrodt. "Die Jungs wollen wieder raus, wollen kicken. Man müsste doch auch mal aufzeigen, dass Freiluftsport relativ risikolos ist, gerade, wenn man die Umkleiden und Duschen zu lässt."

Unterschiedliche Inzidenzzahlen erschweren die Wiederaufnahme des Spielbetriebs

So hat er seinen Spielern weiter individuelle Aufgaben gegeben, hat ihnen aufgezeigt, an was sie arbeiten sollen. Auch das Fitnesstraining wurde intensiviert. "In die intensive Vorbereitung werden wir drei Wochen bevor es wieder losgeht einsteigen", sagt Kleinschrodt. Vorausgesetzt, der Spielbetrieb wird in dieser Saison noch einmal fortgesetzt. "Ich hoffe, dass nochmal gespielt wird. Eine Annullierung der Saison wäre das Schlimmste."Was die Rückkehr in den Trainingsbetrieb anbelangt, droht ein Flickenteppich, da die Zahlen in Württemberg von Kreis zu Kreis eben unterschiedlich sind. Selbst der Fußballbezirk Hohenlohe ist nicht einheitlich. Der Hohenlohekreis hatte Stand Sonntag eine Inzidenz von 93, der Landkreis Schwäbisch Hall lag bei 173, der Main-Tauber-Kreis bei 67.

Im Bezirk gibt es also völlig unterschiedliche Ausgangslagen vor einer möglichen Rückkehr auf die Plätze. In der württembergischen Verbandsliga sieht es da nicht viel anders aus. "Das Problem ist, dass es in den Kreisen komplett verschiedene Voraussetzungen gibt", sagt Kleinschrodt. "Es ist alles schwer planbar. Vor allem kann durch einen größeren Ausbruch sogar alles wieder kurzfristig über den Haufen geworfen werden." Aber trotz aller Widrigkeiten: "Wir freuen uns, wenn es weitergehen würde, wir haben ja dann eigentlich nur Endspiele. Das wäre schon cool."


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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