Frischer Wind und altbekannte Probleme bei den Hohenloher Landesligisten

Fußball  Die Fußball-Landesligisten Sindringen/Ernsbach und Öhringen haben am Wochenende Derbys vor der Brust. Der TSV Pfedelbach setzt gegen Schwaikheim auf seine Heimstärke.

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In der vergangenen Saison lief die SG Sindringen/Ernsbach mit Christian Baier (rechts) ersatzgeschwächt gegen Hall auf. Am Samstag wird es wieder ähnlich sein.

Foto: Marc Schmerbeck

Zu Beginn der Woche gab es beim Landsligisten TSG Öhringen einen Trainerwechsel. Am Sonntag um 15.15 Uhr wartet beim Gastspiel in Satteldorf nun die erste Bewährungsprobe auf das neue Trainerduo Andrey Nagumanov und Daniel Alankus. Ebenfalls auf einen Kontrahenten aus Hohenlohe trifft die SG Sindringen/Ernsbach, die am Samstag um 15.30 Uhr die Sportfreunde Schwäbisch Hall empfängt.

Zu Hause tritt auch der TSV Pfedelbach an. Dabei steht ein durchaus richtungsweisendes Spiel gegen den TSV Schwaikheim an. Am Samstag um 15.30 Uhr geht es darum, sich weiter in Richtung Mittelfeld zu orientieren.

Erstes Spiel für neues Spielertrainer-Duo der TSV Öhringen

"Für uns beide kam es schon überraschend", sagt Daniel Alankus zum Trainerwechsel bei der TSG. "Man kann dem Trainer ja nicht für alles die Schuld geben." Damit spielt er unter anderem auf die mangelnde Trainingsbeteiligung und das große Verletzungspech der Öhringer an.

"Wir wollen jetzt schauen, dass wir wieder mehr Zug reinbekommen." Zumindest ein paar Spieler mehr im Training konnten die beiden begrüßen. "Die Karten werden ja neu gemischt", sagt Alankus. "Wir wollen jetzt nach vorne schauen." Und da steht als nächstes die Partie in Satteldorf an. "Die sind in dieser Saison schwer einzuschätzen", sagt Alankus. Aber in erster Linie schauen die Öhringer momentan nach sich selbst.

"Wir müssen jetzt versuchen, die Motivation hoch zu halten, Spaß am Fußball zu haben", sagt Alankus. "Wir wollen versuchen, der Mannschaft nun unsere Handschrift zu geben, frischen Wind reinbringen." Er selbst wird wohl mit auf dem Platz stehen, während für Nagumanov ein Einsatz von Beginn an eher noch zu früh kommt. Mit Philipp Schropp ist der Kapitän nach seiner Roten Karte gegen Obersontheim nach der Partie am Wochenende noch für zwei Wochen gesperrt. Von daher gilt für Alankus/Nagumanov Ähnliches wie zuvor für Martin Weiß: "Wir müssen sehen, was der Kader hergibt."

Sindringen/Ernsbach vor dem Duell mit Schwäbisch Hall

Die SG steckt zwar in einer ähnlich prekären Lage wie die TSG Öhringen, doch Krisengespräche habe es mit ihm noch nicht gegeben, sagt Trainer Tobias Strothmann. Allerdings setzten sich Teile der Mannschaft am Dienstag zusammen. "Ich denke, es ging aber nicht um mich, da ich ja über die Sitzung informiert wurde", sagt Strothmann.

Denn nicht nur intern sind die Gründe für den problematischen Saisonverlauf klar. Denn in den meisten Spielen stimmte zumindest die Leistung, wenn auch das Ergebnis nicht passte. Zurückzuführen ist das auf eine schwache Chancenverwertung, aber auch auf Verletzungspech. Gleich drei Stürmer fallen derzeit aus. Insgesamt fehlen von Spiel zu Spiel sechs, sieben potenzielle Stammspieler. Das ist mit dem eher kleinen SG-Kader nur schwer zu kompensieren.

So langsam könnte sich die Situation zumindest leicht entspannen. Chris Nöthe trainierte ebenso wieder mit wie Jonas Nöthe und Friedmar Sütterlin. Es wird aber noch dauern, bis sie wieder voll einsatzfähig sind. Nun kommt also Schwäbisch Hall nach Ernsbach. "Das ist ein attraktiver Gegner, gegen den wir nicht viel zu verlieren haben", sagt Strothmann, der unter der Woche krank war. "Auf dem Papier ist das Spiel ja eigentlich schon entschieden. Aber die Jungs sollen Spaß haben und dann sehen wir, was rauskommt. Wir wollen sehen, dass wir in die Zweikämpfe kommen und über Ballgewinne Nadelstiche setzen können."

Dass Hall verwundbar ist, bewiesen die Pfedelbacher am vergangenen Spieltag, auch wenn sie 1:3 verloren. "Das wird auf dem kleinen Platz sicher wieder ein schweres Spiel", sagt Sportfreunde-Trainer Thorsten Schift.

TSV Pfedelbach will zu Hause weiter unbesiegt bleiben

Auf heimischem Platz sind die Pfedelbacher in dieser Saison noch ungeschlagen. Dies würden sie auch gegen Schwaikheim gerne beibehalten wollen. "Letztendlich haben die Kollegen da aber etwas dagegen und wollen dagegenhalten", sagt Trainer Michael Blondowski. "Aber es ist ganz klar ein richtungsweisendes Spiel."

Den Gegner hält er trotz der vielen Veränderungen im Kader vor dieser Saison für eine "reife Landesligamannschaft, die nicht abhängig von nur einem Spieler ist. Top solide". Warum sein Team bisher so heimstark ist, kann sich Blondowski auch nicht erklären. "Vielleicht kennen wir unseren Acker etwas besser. Vielleicht sind es aber auch die Zuschauer", sagt er. Denn eines fiel ihm bisher auf: "Wir werden von ihnen dieses Jahr besonders positiv und gut unterstützt, auch wenn es nicht so läuft."

Frischer Wind und altbekannte Probleme bei den Hohenloher Landesligisten

Daniel Alankus ist ein Teil des neuen Spielertrainer-Duos der TSG Öhringen. Am Sonntag spielt der Landesligist in Satteldorf. Foto: Marc Schmerbeck


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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