Freud und Leid liegen nah beieinander im Trainingslager der TSG Hoffenheim

Hoffenheims Sargis Adamyan fällt mit einem Muskelfaserriss aus. Rückkehrer Jacob Bruun Larsen könnte davon als direkter Konkurrent um den Platz im linken offensiven Mittelfeld profitieren.

Email

Torschütze zum 1:2 beim 2:2 gegen Ligarivale Greuther Fürth: Jacob Bruun Larsen (links) will im zweiten Anlauf den Durchbruch schaffen.

Foto: imago images/Sportfoto Zink

So ist das manchmal: Im Trainingslager am Tegernsee setzte Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß in dieser Woche immer wieder auf den Hallo-Wach-Effekt, der in der vergangenen Saison bei frühen Gegentoren fehlte. Auf dem Sportplatz am Birkenmoos in Rottach-Egern zählten im Training dann in den ersten drei Minuten erzielte Tore auch mal doppelt. Gleich da sein, "mit geschärften Sinnen", wie es Sportdirektor Alexander Rosen ausdrückt.

Das leidige Problem mit den frühen Gegentoren

Am Problem der frühen Gegentore hat sich allerdings noch nichts geändert. Beim 0:1 in Heidenheim kassierte die TSG im ersten Test nach sechs Minuten das erste Tor, am Samstag traf Branimir Hrgota bereits nach zwei Minuten zur Führung für Ligarivale Greuther Fürth. "Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen und sind zu lange dem 0:1 hinterhergelaufen", grantelte Sebastian Hoeneß nach der "wechselhaften Partie", die 2:2 endete. Havard Nielsen (37.) legte für den Aufsteiger das 2:0 nach. Immerhin kam die TSG zurück in der 105 Minuten langen Partie (30, 30, 45 Minuten) - und noch zum 2:2-Ausgleich. Jacob Bruun Larsen (41. Minute) und Georginio Rutter (87.) erzielten die TSG-Treffer. "Es gab gute Ansätze, aber auch Dinge, an den wir arbeiten müssen", sagte Hoeneß.

Dick bandagierter Adamyan-Oberschenkel schon am Freitag

Der Pechvogel der Trainingslager-Woche heißt Sargis Adamyan. Der armenische Nationalspieler hinterließ zuletzt einen prima Eindruck, nachdem ihn in der Vorsaison Corona und auch Muskelverletzungen ausgebremst hatten. Erst ganz spät, im Saisonendspurt, konnte er seine Qualitäten zeigen. Am Freitag, bei der finalen Trainingseinheit am Tegernsee, verließ er den Platz mit dick bandagiertem Oberschenkel, was nichts Gutes vermuten ließ. Nun fällt der 28-Jährige mit einem Muskelfaserriss für rund drei Wochen aus. Den Pflichtspielstart in zwei Wochen im DFB-Pokal bei Viktoria Köln wird er somit sicher verpassen.

Bruun Larsen will endlich auch bei der TSG Spielzeit

Des einen Pech, des anderen Glück: Jacob Bruun Larsen hat damit im linken offensiven Mittelfeld einen Konkurrenten weniger. Der dänische U21-Nationalspieler war zuletzt ein halbes Jahr an den RSC Anderlecht in Belgien ausgeliehen gewesen. Nun will er bei der TSG endlich den Durchbruch schaffen. Vor anderthalb Jahren, vor Corona, zahlte der Kraichgauclub neun Millionen Euro für ihn an den BVB. "Er ist hier nie so in den Rhythmus gekommen", sagt Sportdirektor Alexander Rosen: "Ich erwarte den nächsten Schritt von ihm."

Das tut auch Bruun Larsen selbst: "Mein Ziel ist es, hier zu spielen. Mehr möchte ich eigentlich nicht sagen", meint der Däne. Warum es für ihn bei der TSG nicht so lief? "Darüber denke ich nicht nach", sagt er und verweist auf Corona, einen Trainerwechsel. Nun werden in der Vorbereitung die Karten neu gemischt. Der Linksaußen sieht sich selbst als Offensivspieler. Eine Umschulung zum Linksverteidiger kommt für ihn nicht infrage. "Mein Stärken liegen definitiv nicht in der Defensive." Nun muss Bruun Larsen die Chance nutzen, die sich ihm auf der linken Offensivseite bietet. "Er bringt alles mit, er braucht einfach ein bisschen Zeit, um die PS auf die Straße bringen", sagt Sportdirektor Alexander Rosen.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

Kommentar hinzufügen