Es droht ein Jahr ohne Pokalsieger im Kreis Sinsheim

Fußball  Die Saison im Amateurfußball ist endgültig abgebrochen worden. Und auch annulliert. Davon sind allerdings die Pokalwettbewerbe nicht betroffen. Und so droht nun im Kreis Sinsheim das 2020er Finale auszufallen. Der 2021er Wettbewerb soll aber fortgeführt werden. Das sorgt für Kritik.

Email

Zuschauer dicht an dicht und auf dem Rasen geht die Post ab: So war das im Finale 2019, als Daniel Muht (li) mit dem VfB Eppingen II gegen Jan-Peter Rudel vom SV Gemmingen den Pokal gewann.

Foto: Archiv/Klaus Krüger

Eine Option ist Detlef Liehs ja noch geblieben. Anders als die aktuelle Runde im Amateurfußball ist der Kreispokal nicht abgebrochen worden - und könnte zumindest theoretisch noch zu Ende gespielt werden. Noch einmal den Pott hochrecken. "Das wäre der Abschied, den ich mir natürlich wünschen würde", sagt der Trainer des VfB Eppingen II, der im Sommer zum SV Grombach wechselt.

Einer eigenen Rechnungen zufolge wären die Eppinger wieder dran: Nachdem es 2015 noch nicht klappte, holte der Kreisligist in den Jahren 2017 sowie 2019 jeweils den Pokal. Warum nicht auch 2021?

Im Kreis sind noch zwei Pokalwettbewerbe offen

Möglich wäre das Das Team von Liehs hatte vor der Saison-Unterbrechung im Herbst bereits das Viertelfinale klar gemacht. Dafür reichte in der dritten Runde ein 3:1-Erfolg gegen den Ligakonkurrenten Bad Rappenau, nachdem die Eppinger in den ersten beiden Runden von Freilosen profitiert hatten. Schließlich war der VfB auch noch im Halbfinale des Pokals der Saison 19/20 vertreten und der wurde wegen Corona in die Vorbereitung verschoben.

Zwar hat Eppingen dieses Halbfinale gegen Steinsfurt verloren - doch auch der Pokalwettbewerb der Vorsaison ist noch nicht beendet. Das Finale zwischen dem FC Zuzenhausen II und dem in die Landesliga aufgestiegenen TSV Steinsfurt musste kurz vor dem angesetzten Termin abgesagt werden.

Damit sind im Kreis noch zwei Pokalwettbewerbe offen. Während die aktuelle Runde wenn möglich wieder in die Vorbereitung integriert werden soll, droht das Finale 2020 komplett auszufallen. "Ich glaube nicht mehr daran, dass dieses Spiel noch ausgetragen wird", sagt der Kreisvorsitzende Johannes Schinko. Das kommt gerade in Steinsfurt nicht gut an.

Es geht um ein Spiel

"Von vorneherein zu sagen, dass das Spiel nicht stattfindet, ohne Kontakt mit den Vereinen aufzunehmen, hat uns gestört", sagt Jannis Richter. Aus Sicht des Mitglieds des Steinsfurter Spielausschusses sollte es die Absicht des Verbands sein, auch diesen Wettbewerb abzuschließen. "Es geht um ein Spiel, das sollte unseres Erachtens absolut möglich sein", findet Richter. Schließlich soll die aktuelle Pokalrunde doch auch zu Ende geführt werden - und da stünden sogar noch sieben Spiele aus.

"Das Thema ist sicher noch nicht durch", kündigt Richter Gegenwehr an. Zumal die SG Waibstadt als Ausrichter des Finals weiter bereit stünde. "Hundertprozentig", sagt Vorsitzender Markus Stumpf. "Wir lassen uns das Spiel nicht nehmen." Sicher, es geht dabei auch ums Geld. Selbst wenn es bei den im Herbst erlaubten 500 Zuschauern bliebe. "Wenn jeder eine Wurst und zwei Getränke kauft, kommt etwas bei rum", sagt Stumpf. Genauso wie für den Sieger. Einnahmen, die allen gut tun würden.

Finalspiele sind Highlights

Das Geld aber spielt nur eine Nebenrolle. "Solche Finalspiele sind Highlights, es sollte eine Pokalübergabe geben", findet Stumpf, der mit seiner SG vier Mal im Endspiel stand, zwei Mal als Sieger vom Platz ging. Von solchen Erlebnissen zehren Sportler doch. "Wir werden deshalb alles dafür tun, dass das Finale noch stattfindet", sagt Jannis Richter vom TSV Steinsfurt.

Etwas gelassener sieht Endspielgegner FC Zuzenhausen II das Ganze. Als "Schnee von gestern" betitelt Matthias Bender das 2020er Finale. "Klar würden auch unsere Jungs das Spiel gerne spielen", sagt der Sportliche Leiter des FC. Auf der anderen Seite wisse er nicht, wann die vielen Spiele alle stattfinden sollen. Zuzenhausen hängt auch im Pokal der Saison 20/21 hinterher. "Und niemand weiß, wann es überhaupt wieder losgehen kann." Aus dem Grund kann selbst Detlef Liehs nicht verstehen, warum der Pokal nicht gleich mit abgesagt wurde. Auch wenn es ihn seine Abschiedsoption kostet.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen