Es dreht sich was, wenn auch nicht der Ball

Fußball  Mehr Optimismus und neue Perspektiven beim VfB Eppingen. In Bad Rappenau werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Email

Als es 2006 darum ging, uns Deutschen eine Hymne für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land auf den Leib zu schreiben, hätte es keinen besseren als Herbert Grönemeyer geben können. Die menschgewordene deutsche Eiche unter den Liedermachern. Heraus kam mit "Zeit, dass sich was dreht", ein Werk, dass uns daran erinnert, die Dinge auch mal andersherum zu sehen. Optimistischer an die Sachen zu gehen. Nach vorne zu blicken, dass sich die Stimmung dreht.

Der sportliche Corona-Lockdown ist belastend

Die offizielle Fifa-Hymne würde genauso gut in die heutige Zeit passen. In der dreht sich aktuell wenig bis nichts - am allerwenigsten der Amateurfußball. Der ruht. Und das wohl noch eine Weile. Kaum einer glaubt daran, dass es mit Ende des aktuellen Lockdowns schon weitergeht. "Das ist schon ein Stück weit belastend", sagt Eppingens Sportlicher Leiter Oliver Späth stellvertretend für alle Kicker im Kreis.

Wenn schon der Ball ruht, dann muss wenigstens auf anderer Ebene was laufen. "Bei wem jetzt nichts geht, bei dem geht was verkehrt", trällert der Barde Grönemeyer. Also: Weg mit der Passivität, hoch die Ärmel. Das scheint der Tage das Motto bei den Clubs zu sein. Die Weichen für die Nach-Corona-Zeit werden gestellt, mit interessanten Veränderungen.

Höhere Durchlässigkeit zwischen Jugend und Aktiven

Detlef Liehs gibt die zweite Mannschaft des VfB Eppingen ab.

Fotos: Klaus Krüger

Bereits vor Corona hatte der VfB Eppingen einen Weg eingeschlagen, der zumindest für die erste Mannschaft in der Verbandsliga Früchte trug. "Dafür war unsere zweite Mannschaft zuletzt nicht mehr richtig unterwegs", sagt Späth. Es wurde ergebnisoffen diskutiert, geplant, verworfen und am Ende steht nun ein neuer Weg. Detlef Liehs wird diesen nach erfolgreichen Jahren nicht mehr als Trainer mitgehen. "Er hat großartige Arbeit geleistet und bleibt uns in einer anderen Funktion erhalten", sagt Oliver Späth. In welcher, ist noch offen.

Liehs alte Funktion übernimmt ein Trainerteam mit Falk Gerwick, Oliver Fink und Stefan Beierle. Wobei Gerwick und Fink weiterhin die U19 des VfB unter ihren Fittichen haben werden. Die Idee dahinter: eine höhere Durchlässigkeit zwischen der Jugend und den Senioren. "Wir betreiben in der Jugend einen Riesenaufwand, wir müssen den Jungs am Ende aber eine bessere Perspektive bieten", sagt Späth.

Zweite Mannschaft mit Sportlichen Leiter

In die Hufe kommen: So hat das auch Grönemeyer gemeint. Damit beim VfB alles noch besser läuft, gibt es für die zweite Garnitur gleich noch einen Sportlichen Leiter obendrauf. Diesen Part übernimmt mit Simon Weiland ein junger Eppinger, ganz im Sinne der Identifikation. Das gefällt offenbar auch den Spielern: Es liegen bereits etliche Zusagen für die neue Runde vor. "So macht das Spaß", sagt Späth, der sich über die Entlastung freut. Er glaubt daran, dass der VfB gestärkt aus schwierigen Zeiten herauskommt. Fehlt nur noch die Vertragsverlängerung von Verbandsligatrainer David Pfeiffer. Da sieht es wohl gut aus.

Rappenauer Trainer bleibt und bekommt Verstärkung

Es dreht sich was, wenn auch nicht der Ball

Kevin Kroiher macht beim VfB Bad Rappenau weiter und erhält Verstärkung.

"Wer sich jetzt nicht regt, wird ewig warten" - der Grönemeyer hat ja recht. Auch in Bad Rappenau haben sie Nägel mit Köpfen gemacht, sich breiter aufgestellt. Trainer Kevin Kroiher bleibt dem Kreisligisten über diese Saison hinaus erhalten, hat sich aber Unterstützung gewünscht. Und wird sie auch bekommen. Sergej Wirch, der die zweite Mannschaft des VfB ins Mittelfeld der A-Klasse geführt hat, steigt auf.

"Das hat er sich verdient", findet der 2. Vorsitzende Alexander Sattler. Es soll zugleich ein Signal für die A-Klasse-Spieler sein, dass sie auf mehr Einsatzzeiten oben in der Kreisliga hoffen können. Die zweite Mannschaft übernimmt der bisherige A-Jugendtrainer Alexander Freigang mit Paul Sattler. Freigang soll für die Jugend eine wichtige Bezugsperson am Übergang in den Seniorenbereich sein. Der Blick geht nach vorne. Das hätte Grönemeyer gefallen. Martin Peter

 

Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen