Erstes Pflichtspiel seit der Corona-Zwangspause ist ein Treffen zweier Aufsteiger

Fußball  Beim Hohenloher Bezirkspokal-Viertelfinale zwischen Matzenbach und Obersontheim soll es kein Massenansturm auf das Sportgelände geben. Absperrbänder und Ordner sind bereit.

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Der TSV Obersontheim trifft im Viertelfinale des Bezirkspokals der vergangenen Saison auf den FC Matzenbach. Andrey Nagumanov (rechts) und seine Truppe gehen als Favorit in die Partie.

Foto: Marc Schmerbeck

Es ist das erste Pflichtspiel seit der Corona-Pause im Fußballbezirk Hohenlohe. Doch viele Zuschauer werden das letzte noch ausstehende Bezirkspokal-Viertelfinale der vergangenen Saison zwischen dem FC Matzenbach und dem TSV Obersontheim am Sonntag um 15 Uhr nicht live verfolgen. Die Maximalzahl ist im Zeichen der Corona-Regeln auf 100 beschränkt.

Der Gastgeber Matzenbach wird alles versuchen, damit keine Massen auf das Sportgelände stürmen. Absperrbänder und Ordner sind bereit. "Ich gehe davon aus, dass das erste Amateur-Pflichtspiel seit rund drei Monaten für einige von Interesse wäre", sagt Abteilungsleiter Michael Rein. "Es wäre eine schöne Einnahmequelle gewesen. Aber so nehmen wir eben Abstand von Zuschauern." Nur nichts riskieren.

Die Konstellation ist durchaus interessant

Dabei wäre aber auch die Konstellation durchaus interessant. Der Bezirksliga-Aufsteiger fordert den Landesliga-Aufsteiger heraus. Aber die Teams treten noch mit der Klassenzugehörigkeit der vergangenen Saison an. Allerdings mit der aktuellen Mannschaft. Auch die Neuzugänge sind spielberechtigt. Somit ist es auch ein ernst zu nehmender Test für beide Mannschaften.

"Ich denke, dass wir uns trotz der schwierigen Umstände gut vorbereitet haben", sagt Rein. "Die Situation muss nicht unbedingt ein Nachteil für uns sein. Obersontheim konnte ja auch nicht richtig trainieren. Trotzdem sehe ich uns als Außenseiter. Obersontheim war in der vergangenen Saison das Maß aller Dinge."

Ein selbstbewusster Außenseiter

Doch der Neu-Bezirksligist geht selbstbewusst in die Partie. "Wir gehen in das Spiel um zu gewinnen", sagt Rein. "Wir wollen mutig spielen und unserer Linie treu bleiben." Das heißt, der Außenseiter will nicht mauern und auf lange Bälle sowie Glück bauen. "Wir wollen eklig sein und auch unsere Ballbesitzphasen haben", sagt Rein. "Die werden sicher auch mit Respekt zu uns kommen." Und der ist auch angebracht.

Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs in der Kreisliga A2 hatte Matzenbach in 15 Spielen zwölf Siege gefeiert und nur ein Mal verloren. Auch der FCM war also das Maß der Dinge. Nur eben eine Liga tiefer als der Kontrahent. "Ich hoffe, dass wir ein offenes Spiel zeigen und den Matzenbachern vielleicht noch ein Halbfinale bieten können", sagt Rein. Dieses würde dann nächsten Mittwoch stattfinden.

Matzenbach hat sich schon eingeschossen

In den Testspielen hat sich der FC jedenfalls schon mal eingeschossen. 9:1 gewann das Team gegen den TSV Essingen II. 7:0 hieß es gegen den SSV Stimpfach. Gegen Abtsgmünd setzte es dann aber eine 3:5-Niederlage. "Da war auch den Umständen geschuldet", sagt Rein. "Da haben uns die Körner gefehlt. Aber wir können da einiges rausziehen und korrigieren."

Doch der Favorit ist ganz klar Obersontheim. "Die haben eine extrem hohe individuelle Klasse", sagt Rein. "Die können aus jeder Situation Torchancen kreieren und haben ein gut organisiertes Mittelfeld." Aber auch die anderen Mannschaftsteile wurden punktuell verstärkt. "Wir nehmen die Rolle des Favoriten an", sagt Obersontheims Abteilungsleiter Marc Schwerin. Beim Neu-Landesligisten gab es einen Trainer-Wechsel beziehungsweise Rollentausch. Andrey Nagumanov soll sich als Co-Trainer wieder mehr auf das Spielen konzentrieren, während Michael Deininger vom Co- zum Cheftrainer wurde.

Unangenehme Aufgabe für den Favoriten

"Wir kennen Matzenbach gut", sagt Schwerin. "Wir wissen, das wir gewinnen müssen und wollen das auch. Es wird aber unangenehm. Das ist eine clevere, abgezockte Truppe." Er geht davon aus, dass seine Mannschaft das Spiel macht und Matzenbach auf Konter setzt.

"Wir müssen einfach und geduldig spielen", sagt Schwerin. Die Obersontheimer trainieren schon seit einiger Zeit, hatten bisher aber lediglich gegen ihre eigene zweite Mannschaft ein Testspiel. "Die können befreit aufspielen, wir haben den Druck", sagt Schwerin. "Es wäre schon cool, wenn wir das mitnehmen könnten. Aber im Pokal kann alles passieren. Wir hatten da auch schon peinliche Pleiten in der Vergangenheit."

Durch die Corona-Krise sei der Verein gut durchgekommen, sagt Schwerin. "Aber wir finden, das Thema ist der Wahnsinn. Ich verstehe nicht, warum Plichtspiele erlaubt sind, aber im Training nicht mehr als 20 Personen sein dürfen. Das macht keinen Sinn." Umso schöner, dass nun wieder das erste Pflichtspiel im Bezirk ansteht.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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