Elfmetergeschenk kostet Neckarsulm zumindest einen Punkt

Fußball  Sport-Union vergibt viele Chancen und verliert gegen Astoria Walldorf II 1:3. Erste Heimniederlage auf dem Pichterich nach vier Siegen.

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Kein Durchkommen gibt es hier für Marco Romano (Mitte). Neckarsulm kam dennoch zu vielen Chancen, doch es reichte nur zu einem Tor.

Foto: Andreas Veigel

Die Neckarsulmer Sport-Union ist ihre weiße Weste los. Nach vier Siegen in den ersten vier Heimspielen dieser Saison wurde am Samstag gegen den FC Astoria Walldorf II 1:3 verloren. Nimmt man die zurückliegende Corona-Abbruchsaison hinzu, war die Sport-Union in zehn Oberliga-Spielen in Folge unbesiegt geblieben. Diese Serie hätte gegen die Walldorfer U 23 leicht ausgebaut werden können, doch eigenes Unvermögen und ein Elfmetergeschenk von Schiedsrichter Philipp Hofheinz verhinderten dies.

"Ich spiele klar den Ball, und der Gegner fädelt bei mir ein, er hätte locker an mir vorbei laufen können", schildert der Neckarsulmer Torhüter Nico Bayha die entscheidende Szene aus der 53. Minute, die zu einem Strafstoß und dem 1:2 führte. "Eigentlich war es eine Frechheit, diesen Elfmeter zu pfeifen." Auch für seinen Trainer Marcel Busch war es eine Fehlentscheidung: "Für mich war das nicht mal fragwürdig. Es war definitiv kein Elfmeter."

Neckarsulm agierte konzentriert und leistete sich in der Defensive kaum Fehler, doch der eine in der 9. Minute war schon zu viel.

Rückpass leitet Führung der Gäste ein

Mit einem Rückpass brachte David Gotovac Mitspieler Marco Romano in Bedrängnis, der sich im Zweikampf gegen Roen Fordyce Hlywka eigentlich bereits durchgesetzt hatte, dann aber doch noch das Nachsehen hatte. Hlywka stürmte in den Strafraum und bediente Sven Kronemeyer, der zum 0:1 abschloss.

In der Folge wurde die Sport-Union immer dominanter, ging aber fahrlässig mit den Chancen um. Ob Claudio Bellanave (11. Minute), Gotovac (19.), Maxi Gebert (20.) oder Pasqual Pander (28.), sie alle brachten den Ball nicht im Tor unter. In der 32. Minute klappte es dann. Mario Cancar steckte mustergültig auf Pasqual Pander durch, der aus spitzem Winkel zum 1:1 traf. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hätte Cancar die Führung erzielen müssen, traf aber den Ball nicht.

Spielverlauf auf den Kopf gestellt

In der 51. Minute war es Pander, der am Fünfmeterraum überraschend an den Ball kam und dessen Abschluss den Außenpfosten touchierte. Dann wurde der Spielverlauf auf den Kopf gestellt, als Mirco Born gegen Bayha zu Fall kam und Benjamin Hofmann den Strafstoß zum 1:2 verwandelte. In der Folgezeit kreierte Neckarsulm aussichtsreiche Aktionen, unter anderem landete ein Freistoß von Lukas Schappes auf der Latte. Das 1:3 in der Nachspielzeit gegen komplett aufgerückte Neckarsulmer war nicht mehr entscheidend.

"Vom Spielverlauf her war es ein glücklicher Sieg für uns", sagte ein erleichterter Walldorf-Trainer Andreas Kocher. "Mir haben sechs, sieben Stammspieler gefehlt, von daher war es klar, dass wir dieses Quäntchen Glück auch benötigen."

Busch: All das umgesetzt, was vorgegeben wurde

"Glückwunsch an die Walldorfer, die ich sehr schätze. Aber sie sind heute nicht der verdiente Sieger. Das hätten ganz klar wir sein müssen", sagte Busch. "Wir hatten ganz, ganz viele Chancen, und so muss ich meiner Mannschaft eigentlich nur den Vorwurf machen, dass sie lediglich einen Ball über die Linie drückte. Ansonsten wurde all das umgesetzt, was vorgegeben wurde."

Keine Kritik am Team, dafür an der Leistung des Schiedrichter-Gespanns, das nicht nur in der entscheidenden Szene gegen die Platzherren entschied. "Ich bin im vierten Jahr Trainer in Neckarsulm", sagte Busch. "Es ist jetzt das erste Mal, dass ich mich negativ über Schiedsrichter äußere." Auch das Auftreten des Linienrichters auf seiner Seite, dem er die gute Kinderstube absprach, brachte Busch in Rage.

Neckarsulmer Sport-Union: Bayha, Romano, Fausel (76. Mägerle), Seybold, Gotovac, Gebert (61. Schappes), S. Neupert, Bellanave (72. Eitelwein), Cancar, Pander (86. Müller), Schorn. Tore: 0:1 Kronemayer (9.), 1:1 Pander (32.), 1:2 Hofmann (54. Strafstoß), 1:3 Varivoda (90.+3). Schiedsrichter: Philipp Hofheinz (Niefern). Zuschauer: 150.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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