Ein freundschaftlicher Abschied aus Pfedelbach

Fußball  Martin Wöhrle hat seinen Ausstand beim TSV Pfedelbach gegeben, mit dessen erster Mannschaft er mehrmals den Klassenerhalt in der Landesliga schaffte. Ein auf Nimmerwiedersehen ist sein Abschied nicht.

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Das Bild zeigt es: Die Mannschaft des TSV Pfedelbach und Trainer Martin Wöhrle (Mitte) waren eine verschworene Einheit.

Foto: Marc Schmerbeck

Der Ausstand ist gegeben, das letzte Training absolviert. Martin Wöhrle hat sich von der Mannschaft des TSV Pfedelbach gebührend verabschiedet. Drei Jahre ging er mit dem Team durch einige Landesliga-Tiefen, um am Ende doch oben zu bleiben. Es ist ein Abschied in Freundschaft, der weiten Fahrstrecke geschuldet.

Noch ein Jahr von Stuttgart-Weilimdorf nach Pfedelbach zu pendeln, war ihm einfach zu viel. Woche für Woche drei bis vier Mal. "Und das mit den Baustellen derzeit. Da wusste ich oft nicht, ob ich noch rechtzeitig zum Trainingsstart ankomme", sagt Wöhrle.

Er wird aber sicher nicht auf Nimmerwiedersehen verschwinden. "Ich werde schon verfolgen, was Pfedelbach macht und auch immer mal wieder auf dem Sportplatz vorbeischauen", sagt Wöhrle. Übergeben hat er das Amt an seinen spielenden Co-Trainer Michael Blondowski und Sead Halilovic, die Unterstützung von Markus Schilling bekommen.

Wahnsinnige Zeit für Wöhrle

"Es war eine wahnsinnige Zeit", sagt Wöhrle. Er folgte auf Kai Endreß, der die Mannschaft aus der Bezirksliga in die Landesliga geführt hatte. "Es war alles dabei, was dazu gehört. Wir hatten Höhen, Tiefen, Erfolge und Phasen, in denen gar nichts zusammenlief", sagt er.

Doch eines betonte er die ganzen drei Jahre, in denen er in Pfedelbach Trainer war: "Selbst in ganz schlechten Zeiten haben alle im Verein und der Mannschaft die Ruhe bewahrt. Auch wir Trainer untereinander. Das sind die Hauptgründe, warum der TSV nun in eine vierte Landesliga-Saison geht. Normal kracht es in solchen Phasen. Das war bei uns gar nicht der Fall. Wir haben alle immer sehr gut zusammengearbeitet und haben die Möglichkeit gesehen, uns miteinander aus der schweren Lage zu befreien."

Drei Landesliga-Jahre lang ging es um den Klassenerhalt

Es klappte - und zwar Jahr für Jahr. "Das ist schön, denn wenn man Erfolg hat, ist es einfach. Aber bei uns war das Verhältnis auch in schweren Zeiten super", sagt Wöhrle.

Denn für die Mannschaft ging es drei Landesliga-Jahre lang um den Klassenerhalt. Teilweise sah die Lage bereits aussichtslos aus. "In der ersten Runde war es wahnsinn. Da waren wir sieben, acht Spieltage abgeschlagen Letzter", sagt Wöhrle. "Dann war am Ende der Klassenerhalt schon ein paar Spieltage vor dem Saisonende geschafft." In der abgelaufenen Saison bedeutete die Corona-Krise eine ganz neue Herausforderung, in der sowohl Trainer, Mannschaft und Verein letztlich hilflos auf das Ende warten mussten. "Das Highlight war aber die WFV-Pokalrunde", sagt Wöhrle.

Dort steht der TSV im Viertelfinale, das nun nach den neuesten Lockerungen am 1. August gegen den Landesliga-Konkurrenten FV Löchgau ausgetragen werden soll. Bis dahin warf Pfedelbach unter anderem den Verbandsligisten FSV Hollenbach und den Oberligisten TSV Ilshofen aus dem Rennen. "Es ist irgendwie typisch für die Jungs", sagt Wöhrle. "Die Mannschaft ist zu allem fähig. Im Jahr davor haben wir uns noch die große Chance entgehen lassen, gegen Großaspach zu spielen und jetzt stehen wir im Viertelfinale. Je größer die Aufgabe ist, desto mehr können die Jungs rausholen. Ich denke, da können noch ein paar super Jahre kommen."

Schwere Runde mit vielen Gegnern

Natürlich hat auch er schon etwas voraus geblickt. "Es wird eine schwere Runde kommen. Mit der Riesenbelegung von Mannschaften. Das wird schon anstrengend." Zumal vom WFV bisher immer von einem Saisonstart im September die Rede gewesen war - einfach wegen der Corona-Regeln.

Durch die Lockerungen hat sich ein anderes Fenster aufgetan. So beginnt die Saison bereits am Wochenende 22./23. August. Da wird nicht nur in Pfedelbach die eine oder andere Planung über den Haufen geworfen werden müssen. Aber am Ende hilft der frühere Start, mögliche Komplikationen auszugleichen und englische Wochen so gering wie möglich zu halten.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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