Ein erstes Wiedersehen auf dem Pichterich nach langer Pause

Fußball  Fußball-Oberligist Neckarsulmer Sport-Union ist am Mittwoch in die Vorbereitungsphase auf die neue Saison gestartet. Dank der Corona-Lockerungen sind nun wieder mehr Spielformen erlaubt. Einschränkungen bestehen aber weiterhin.

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Die Neuzugänge der Neckarsulmer Sport-Union laufen beim Auftakt vorne weg (von links): Yannick Eitelwein, Noah Schorn, Nikolai Bauer und Nico Bayha.

Foto: Alexander Bertok

Sie hatten sich viel zu erzählen und scherzten eifrig untereinander. "Wer bist du denn?" "Hallo, wir kennen uns doch!" Mit solchen und anderen lockeren Sprüchen begrüßten sich die Spieler der Neckarsulmer Sport-Union. Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, seit sich die Akteure des Oberligisten letztmals in Angesicht zu Angesicht gegenüber standen.

Es war Mitte März, als der Corona-Lockdown verkündet, das gesellschaftliche Leben stark eingeschränkt, der Mannschaftssport ausgesetzt und die Saison der Fußballamateure abgebrochen wurde.

Am Mittwoch versammelten Chefcoach Marcel Busch, Co-Trainer Nikola Grgic und Torwarttrainer Jürgen Stricker ihre Spieler erstmals wieder zu einem Trainingsabend. Es war die erste, noch recht lockere Übungseinheit, in der Vorbereitung auf die Saison 2020/2021. Eine deutlich schweißtreibendere Phase wird folgen.

Glücklich, die Jungs wieder beisammen zu haben

"Im Moment ist einfach nur die Freude da, wieder loslegen zu können", sagt Marcel Busch während der in der Corona-Zeit üblich gewordenen Faust-an-Faust-Begrüßung mit seinen Spielern. "Ich bin jetzt glücklich, dass die Jungs heute einfach wieder beisammen sind." Passend zum Tag des Trainingsauftaktes gilt seit dem 1. Juli die neue Corona-Verordnung Sport des Landes Baden-Württemberg. Mannschaftssport im Modus elf gegen elf ist wieder möglich, wobei das Training noch auf eine 20-Mann-Gruppe beschränkt ist.

"Wir wären auch ohne diese Lockerungen gestartet, hätten dann in Kleingruppen trainiert", ist Busch die Erleichterung aber deutlich anzusehen, fußballspezifisch trainieren zu dürfen. "So ist es viel angenehmer. Es macht den Fußball doch aus, dass man mit Spielformen üben und in Zweikämpfe gehen kann. Und so bin ich sehr froh, diese Komponenten gleich von Anfang an einbauen zu können, ohne die ist es ja auch kein richtiger Fußball."

Vorspielen unter erschwerten Bedingungen

Der Kader und das Trainerteam der Neckarsulmer sprengen die erlaubte 20-Mann-Grenze nicht unerheblich. "Plan ist, die überschüssigen Spieler separat zu beschäftigen. So nach dem Motto, geht mal laufen", sagt der Sportliche Leiter Thorsten Damm. Sprich: Die Jungs, die zu viel auf dem Rasen sind, müssen auf den Nebenplatz ausweichen, Torschuss-Übungen oder Passspiel abhalten. Ein Problem ist: Es gibt viele Anfragen von Akteuren, die bei der NSU vorspielen möchten. Um die für eine mögliche Verpflichtung beobachten zu können, sollten sie eigentlich in das Training eingebunden werden. "Das ist nicht einfach umzusetzen", hat Damm erkannt.

Und dann gibt es da noch eine andere Unannehmlichkeit. Die Dusch- und Umkleideräume auf dem Neckarsulmer Pichterich sind von der Stadt offiziell noch gesperrt. "Unsere Spieler müssen umgezogen kommen, oder sich vor der Kabine umziehen und dann ungeduscht wieder heimfahren", erzählt Damm.

Von den Corona-Lockerungen überrascht

Von den Corona-Lockerungen wurde nicht nur die Neckarsulmer Sport-Union überrascht. Die Planungen aller Vereine für die Saison 2020/2021 waren in den zurückliegenden Wochen auf einen Saisonstart Anfang oder Mitte September ausgelegt, so wie es zuvor von den Verbänden und der Politik kommuniziert wurde.

Dass die Punktrunde nun bereits am 22. August startet, ist für Damm "der Tatsache geschuldet, dass man von Verbandsseite eine relativ große Liga mit 21 Mannschaften kreiert hat". Die Verantwortlichen haben sich damit in Zugzwang gebracht. "Da wurde dann aus der Hüfte geschossen, völlig ohne Vorwarnung", sagt Damm. "Wir haben eine zweigeteilte Vorbereitung geplant. Nach so einer langen Pause absolviert man einen ersten Vorbereitungsblock, streut nochmals eine Pause ein, damit es nicht zu lang und intensiv wird, und startet dann in den zweiten Block."

Spieler zum Saisonstart im Kurzurlaub

Nun ist es allerdings so, dass der Saisonstart just in der Phase stattfindet, in der bei der NSU freie Tage eingeplant waren. "Somit sind vier unserer Spieler im Kurzurlaub", sagt Damm. Alles war orientiert an den ursprünglichen Vorgaben des Verbandes. Nun ist alles Makulatur. Doch auch diese Schwierigkeiten werden zu meistern sein. Ob danach die Saison erfolgreich gemeistert wird, das wird sich zeigen.


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

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