Ein angefressener Eppinger Trainer bleibt dem VfB-Team erspart

Eppingen  Die Fußballer des VfB Eppingen lösen ihre Erstrunden-Aufgabe im badischen Verbandspokal souverän. Alexander Rudenko und Julius Reinbold treffen beim 2:0 gegen Weinheim.

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Ein Torschütze, viele Gratulanten: Alexander Rudenko (rechts im Pulk) brachte Eppingen zur Freude seiner Mitspieler gegen Weinheim früh in Führung.

Foto: Klaus Krüger

Mit dem letzten Steak-Brötchen in der Hand, das der Stadiongrill an diesem Tag hergab, konnte es David Pfeiffer ja wohl gestimmt erzählen. "Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass ich schon angefressen wäre, wenn wir heute ausscheiden." Ein Erstrunden-Aus im Verbandspokal, eine Niederlage im ersten Pflichtspiel nach neun Monaten Pause: Es hätte die Vorbereitung des VfB Eppingen wohl zäh werden lassen. Das Szenario hat den Verbandsligakickern des VfB am Samstag Beine gemacht. Auch auf einen mies gelaunten Trainer hatte keiner Lust, da wurden die Eppinger doch lieber ihrer Favoritenstellung gegen Ligakonkurrent TSG Weinheim gerecht, siegten verdient mit 2:0 (1:0).

Der VfB zeigt, dass er fit ist

Großen Fußballglanz versprühten die Gastgeber dabei nicht, das dürfte aber auch die drückende Schwüle über Eppingen verhindert haben. "Das Wetter hat schon eine Rolle gespielt", räumte der Trainer seinen Kickern hinterher ein. Läuferisch gab es kaum was zu meckern, die Eppinger machten einen fitten Eindruck.

"Da ist eine gute Grundsubstanz da", sagte David Pfeiffer. Die war vor allem in der Anfangsphase zu spüren, als der VfB den Gegner wie beim 2:2 im Test gegen Neckarsulm drei Tage zuvor tief in deren Hälfte attackierte. "Wir haben uns da gleich den Schneid abkaufen lassen", stellte Jochen Ingelmann fest.

Mit Hilfe der Überrumpelungstaktik

Der neue Trainer der Gäste war wie sein Team von der Eppinger Angriffslust überrumpelt worden, hatte er den Ligakonkurrenten doch in einem 4-4-2 statt in einem offensiven 4-3-3 erwartet. "Es rechtfertigt trotzdem nicht, dass wir so unkonzentriert waren", machte Ingelmann seinen Unmut Luft. Folge der temporären Überforderung war das sehr frühe 1:0 für den VfB, das Kapitän Alexander Rudenko nach einem feinen Zuspiel von Emre Durmus auf Mark Rauh hinter die Kette über die rechte Seite eingeleitet hatte (8.). Die Eppinger wollten mehr, witterten ihre Chance, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen.

Die beste Gelegenheit auf das 2:0 vergab Julius Reinbold, als er nach einem Steilpass in der Mitte durch war. Von einem Gegenspieler noch bedrängt, traf der Mittelstürmer nur den herauseilenden Keeper statt ins Tor. Nach 25 Minuten verflachte die Partie dann etwas. "Wir waren nicht mehr so entschlossen", sagte David Pfeiffer. Gerade das Mittelfeld-Pressing hatte er sich anders vorgestellt, nachdem sich seine Spieler nach der Anfangsphase fallen ließen.

Im Spiel nach vorn kamen die Pässe häufiger nicht mehr an. "Ein bisschen mehr Ruhe am Ball hätte uns sicher gut gestanden", sagte Luca Hofmann. Auf den Innenverteidiger und seine Kollegen kam hinten etwas mehr Arbeit zu - wirklich gefährlich wurden die Weinheimer in den ersten 45 Minuten jedoch nicht einmal. "Vom Gefühl her hatten wir alles im Griff", sagte Pfeiffer.

Reinbold trifft mit Köpfchen

Das war auch nach Wiederanpfiff so, Weinheim kam nie richtig in Tritt und so war das Spiel mit dem 2:0, das Reinbold per Kopf erzielte, in der 58. entschieden. Ihre beste Chance hatte die TSG am Ende, Torhüter Leon Dobler war aber zur Stelle. "Für das erste Pflichtspiel können wir zufrieden sein", sagte Rauh, froh über seinen gut gelaunten Trainer.

VfB Eppingen: Dobler - Kradija, Hofmann, Felk (82. Nyassi), Rauh - Sautter (76. Elshanaj), Emre Durmus, Wiczynski (63. Fitze) - Rudenko, Reinbold, Ayvaz (58. Hoyer). Tore: 1:0 (8.) Rudenko, 2:0 (58.) Reinbold. Schiedsrichter: Pascal Rastetter. Zuschauer: 100.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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