Drei auf einen Streich: Steinsfurt bedient sich beim VfB Eppingen

Fußball  Der Sinsheimer Fußball-Landesligist verstärkt sich zur neuen Runde mit drei VfB-Spielern. Dass es so kommt, hat auch mit Zufall und einem gemeinsamen Wohnhaus zu tun.

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Simon Karaoglan

Ganz so sei das freilich nicht geplant gewesen, sagt Julian Keitel mit Blick auf die drei Neuzugänge des TSV Steinsfurt beschwichtigend. Mit Danijel Komlenjovic, Simon Karaoglan sowie Philip Petri hat der Landesligist sich zur neuen Runde nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ verstärkt. "Dass alle drei aus Eppingen kommen, ist natürlich etwas unglücklich", sagt Spielertrainer Julian Keitel, der in der Jugend selbst für den VfB gespielt hatte. Letztlich sei aber alles Zufall gewesen.

Auf dem Schirm hatten der Spielertrainer und seine Steinsfurter zunächst nur Danijel Komlenjovic, und zwar schon länger, wie Keitel berichtet. "Er ist schon unser Wunschspieler für die Defensive gewesen", sagt der 27-Jährige über das Talent, das beim VfB Eppingen schon erste Einsätze in der Verbandsliga hatte. "Er bringt in den Füßen alles mit", meint Keitel, der im Kreispokal vor gut einem Jahr direkt auf seinen heutigen Neuzugang getroffen war. "Da hat er mich gefoult und dann Gelb-Rot gesehen", erinnert sich Keitel, der dennoch angetan war.

Drei auf einen Streich: Steinsfurt bedient sich beim VfB Eppingen
Philipp Petri

Vollgas im Spaßtraining

In den zurückliegenden Wochen hat der deutsche A-Junioren-Futsal-Meister von 2018 bereits bei den Steinsfurtern mittrainiert - und stets Vollgas gegeben, dabei geht es noch um nichts. Bisher läuft nur ein Spaßtraining, offizieller Auftakt in die Vorbereitung ist nächsten Montag erst. "Man merkt einfach, dass er Bock hat", freut sich der Trainer, der sicher ist, dass Danijel Komlenjovic dem TSV Steinsfurt auf Anhieb weiterhelfen wird.

Nicht mehr auf dem Schirm hatte Keitel dagegen seinen alten Kumpel Simon Karaoglan, mit dem er für den VfB Eppingen in der Jugend zusammen gekickt hatte. "Der Kontakt war immer da, wir wollten in all den Jahren noch einmal zusammenspielen", sagt Keitel. Doch nie passte es. Weil die Steinsfurter jedoch auch auf der Suche nach einer offensiven Verstärkung waren, probierte es Keitel einfach noch einmal. "Und diesmal war es genau zur richtigen Zeit."

Der Wechsel soll für neue Motivation sorgen

Karaoglan hatte zuletzt ein wenig die Lust verloren, meint Keitel. Mit der zweiten Mannschaft des VfB Eppingen war es zuletzt spürbar bergab gegangen, das Team fand sich in der abgebrochenen Runde im Tabellenkeller wieder. Eine Entwicklung, auf die die Verantwortlichen zur neuen Runde zwar mit einer Umstrukturierung begegnen. Doch Karaoglan suchte für sich trotzdem eine neue Herausforderung. "Ich möchte wieder Spaß am Kicken haben und das werde ich hier, da ich mich mit dem TSV identifizieren kann", sagt der Angreifer, der Verbandsliga-Erfahrung mitbringt.

Mit dem 28-Jährigen hat der Landesligist offensiv nun mehr Variationsmöglichkeiten. "Wir wollen gerne mit zwei Spitzen spielen, das war bisher aber nicht möglich", sagt Keitel, selbst oft als einzige Steinsfurter Spitze aktiv. "Mit Simon geht das, weil er vorne spielen kann." Und sollte es doch einmal auf ein System mit einen Stürmer hinauslaufen: kein Problem. "Ich spiele gerne hinter einer Spitze", sagt Keitel.

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Danijel Komlenjovic

Der Tippgeber wohnt mit im Haus

Reiner Zufall war Neuzugang Nummer drei, der letztendlich erst über Karaoglan zustande kam. "Simon und Philip wohnen in einem Haus", erzählt der Steinsfurter Spielertrainer über den Tipp. Also hat er sich mit dem gebürtigen Niedersachsen Petri getroffen. "Wir waren sofort auf einer Wellenlänge, das hat genau gepasst", berichtet Julian Keitel über den besonderen ersten Eindruck. Dennoch holte er ein paar Informationen über den im vergangen Jahr Zugezogenen ein. Philip Petri kommt aus einem fußballaffinen Dorf in Südniedersachsen, wo er ähnlich wie zu Studienzeiten im Saarland auch höherklassige Erfahrungen sammelte.

Möglicherweise kommt noch ein weiterer Spieler hinzu: Mohammad Shekmoos. Der war von der zweiten A-Junioren-Mannschaft aus Hoffenheim eigentlich zur zweiten Mannschaft des TSV gewechselt. "Der ist unheimlich talentiert", meint Keitel. Einer, der sich traut und ins Dribbling geht. "Der muss eigentlich mit hoch." Auch das wäre ungeplant.

 

Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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