Die zwei Herausforderungen der TSG Hoffenheim

Fußball  Beim 3:1 gegen den französischen Erstligisten Stade Reims stehen die EM-Fahrer im Fokus − Stafylidis leihweise zum VfL Bochum

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Zurück im TSG-Trikot, natürlich mit einem Tor: Andrej Kramaric erzielt hier den Treffer zum 3:1 der TSG Hoffenheim gegen Stade Reims.

Foto: imago images/foto2press

Der erste Weg von Sebastian Rudy führte direkt zur hochschwangeren Gattin Elena und Söhnchen David, die in der ersten Reihe der Haupttribüne der Sinsheimer Arena warteten. Den Profis der TSG fehlten in den vergangenen neuneinhalb Monaten ja auch ihre allerwichtigsten Fans im Stadion, die eigene Familie.

Familie, Freunde und Fans waren am Samstag mit dem 3:1 (2:0) der TSG Hoffenheim gegen den französischen Erstligisten Stade Reims sichtlich zufrieden. Der Trainer Sebastian Hoeneß grundsätzlich auch. "Mit der ersten Hälfte mehr als mit der zweiten", sagte Hoeneß nach dem Testlauf.

Sebastian Rudy sorgt fürs 1:0

Nach einem Doppelpass mit und einer Vorlage von Georginio Rutter per Hacke sorgte Sebastian Rudy fürs 1:0 (29.). Christoph Baumgartner legte kurz vor der Pause das 2:0 (45.) nach. Statt wie bei der EM für Österreich mit der Sohle, war der Offensivmann dieses Mal per Kopf erfolgreich. "Ich bin ja nicht der größte Spieler. Wenn ich im Strafraum auftauche, konzentriert sich der Gegner auf andere Spieler", sagte Baumgartner und lächelte.

In Durchgang zwei kamen die Franzosen nur kurz zurück ins Spiel: Kaj Sierhius (67) erzielte das 1:2. Der eingewechselte Andrej Kramaric lupfte den Ball nur eine Minute später zum 3:1 über Reims-Torwart Predrag Rajkovic (68.) ins Tor.

Wohldosierte Integration der EM- und Olympiafahrer

Die eine große TSG-Herausforderung besteht in der wohldosierten Integration der EM- und Olympiafahrer. Die tschechische Lokomotive schnaufte wie ein altes Dampfross, das eine steile Bergstrecke bezwungen hat. "30 Minuten waren genug für mich", sagte Pavel Kaderabek: "Ich bin völlig platt." Das ist auch kein Wunder nach gerade einmal vier Tagen Training.

Unter der Woche steht nochmals ein Testspiel hinter verschlossenen Türen an, um den EM-/Olympia-Fahrern wie Andrej Kramaric, Robert Skov, Pavel Kaderabek und David Raum Spielpraxis zu verschaffen. "Ich habe gemerkt, dass ich schon noch einige Schritte gehen muss", sagte EM-Fahrer Baumgartner, der am Sonntag 22 Jahre alt wurde. Die andere Herausforderung muss Sportdirektor Alexander Rosen meistern. Der TSG-Kader ist kurz vor dem Saisonstart immer noch überdimensioniert. "Der Druck ist schon da, es wird was passieren", sagte Hoeneß am Samstag und spielte damit auf den Abgang von Kostas Stafylidis an. Der griechische Linksverteidiger spielt leihweise eine Saison für Erstliga-Aufsteiger VfL Bochum. Ein chancenloser Profi weniger.

Hoeneß möchte einen schlanken Kader ohne Frust-Profis

Hoeneß verdeutlichte, dass es dabei nicht bleiben darf auf der Abgangsseite: "Es muss noch mehr passieren", sagte der 39-Jährige, der einen schlanken Kader möchte, ohne Frust-Profis, die mangels Aussicht auf Einsatzzeit zwangsläufig für schlechte Stimmung sorgen.

Im zweiten Test gegen Reims am Sonntag im Trainingszentrum in Zuzenhausen gewann die TSG 1:0, Youngster Fisnik Asslani traf. Einer der Gewinner der bisherigen Vorbereitung heißt Georginio Rutter. Der 19-Jährige legte gegen Reims am Samstag zwei Tore auf. "Ansätze hat er letzte Saison auch schon gezeigt, er ist gut unterwegs und darf gerne so weitermachen", sagte Sebastian Hoeneß.

David Raum (links) und Pavel Kaderabek (rechts) sind auf den Außenposten eigentlich gesetzt. Aber auch schon am nächsten Montag (18.30 Uhr), wenn bei Viktoria Köln das Erstrundenspiel im DFB-Pokal ansteht? Neuzugang Raum ist gerade erst von den Olympischen Spielen zurückgekehrt, Kaderabek hat nach seinem EM-Urlaub gerade einmal eine komplette Trainingseinheit mit dem Team absolviert. Links durfte gegen Reims am Samstag Melayro Bogarde ran, Marco John saß draußen. "Er hat es einen Tick besser gemacht als Marco John", sagte Hoeneß. Der Unterländer John hatte zuletzt allerdings auch Waden-Probleme.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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