Die Reifeprüfung

Fußball  Der TSV Ittlingen trifft am Sonntag auf den SV Rohrbach/S. und setzt in den Kreisliga-Kracher auf seine Offensivqualitäten. In Mühlbach steigt zudem das Duell der Dauerrivalen.

Von Marco Merz
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Alexander Möbius (links) ist einer von mehreren Offensivakteuren, der regelmäßig für Spitzenreiter Ittlingen trifft. Auch am Wochenende gegen Rohrbach/S.? Für Danny Abendschön und Mühlbach geht es gegen Gemmingen.

Foto: Klaus Krüger

Es war ein Sonntag im Juni. Die kleine Elsenztalgemeinde Ittlingen war im Aufstiegsfieber. Aber der TSV verlor nach einer 2:0-Führung noch auf tragische Weise sein alles entscheidendes Relegationsspiel. Gescheitert am SV Rohrbach II - Katzenjammer anstatt Kreisklasse A. Diesen Sonntag, zwei Jahre nach dem "Waterloo von Weiler", spielen die Käfer erneut gegen eben jenen SV Rohrbach. Doch diesmal treten sie nach ihrem Aufstiegs-Double als stolzer Kreisligist nicht etwa gegen die Rohrbacher Reserve, sondern gegen das landesligaerprobte Original an.

Die bisherige Saisonbilanz der beiden Kontrahenten ist deckungsgleich. Beide Teams weisen bisher je drei Siege und ein Unentschieden auf. Die Sinsheimer Vorstädter gewannen dabei allerdings schon gegen die Spitzenteams Treschklingen (2:0) und Zuzenhausen II (3:1), während der Aufsteiger aus Ittlingen bisher überwiegend auf Teams aus der zweiten Tabellenhälfte traf.

Gegen Bad Rappenau erwischte der TSV einen Sahnetag

Zudem erlebte der TSV beim 6:1-Kantersieg gegen den VfB Bad Rappenau einen außergewöhnlichen Sahnetag. "Das war schon eine spielerisch tolle Leistung, aber so wie in diesem Spiel können unsere Jungs nicht immer spielen", sagt etwa Vereinsvorstand und Ittlingens Ehrenbürger Achim Heck. Der SV Rohrbach hingegen performt seit Jahren zuverlässig auf Kreisliga-Spitzenniveau oder er bewegte sich punktuell gar in Landesliga-Sphären.

Andererseits: 14 erzielte TSV-Treffer in den bisherigen vier Spielen sind eine stolze Bilanz. Und in Kevin Oliveira, Tobias Brendecke und Alexander Möbius verfügt der Aufsteiger gleich über mehrere Spieler, die permanent für Torgefahr sorgen können. Wenn sogar ein anerkannter Fachmann wie der langjährige Bundesliga-Torwart Klaus Funk als Augenzeuge bei einem der jüngsten Siege über seinen Heimatverein sagt: "Ich traue Ittlingen viel zu", dann ist dies durchaus als Qualitätsmerkmal zu werten. Es darf also mit Spannung auf das Top-Duell geschaut werden, wenn sich beide Teams auf Rohrbachs Höhen duellieren werden.

Ein Beleg für die Helmstädter Qualität

Und was tut sich in der Liga sonst noch? Ein interessanter Vergleich findet in Treschklingen statt, wo der SVT den TSV Helmstadt empfängt. Auch dieses Spiel hat das Potenzial zu einem Spitzenspiel, selbst wenn es der Blick auf die Tabelle zunächst nicht vermuten lässt. Doch Vorsicht, der TSV absolvierte bisher erst zwei Saisonspiele und wusste dabei auswärts jeweils zu überzeugen. Insbesondere das 1:1 beim SV Rohrbach dürfte ein Beleg für die neue Helmstädter Qualität sein, verfügen sie doch über junge, schnelle Außenbahnspieler und in Simon Dowalil einen der prägenden Kreisliga- Akteure der vergangenen Jahre. Aber die Susan-Elf scheint gewappnet, denn zuletzt gewann sie zweimal in Folge. Deshalb dürfte auch hier einer engen und spannenden Partie nichts im Wege stehen.

Das größte Lob kam vom Gegner. Niels Neef, Sportlicher Leiter des TSV Ittlingen, bescheinigte dem VfL Mühlbach am Sonntag, die Mannschaft gewesen zu sein, "die uns bisher athletisch und kämpferisch am meisten abverlangt hat". Der Lohn: ein verdienter Punktgewinn beim Tabellenführer. Wenn nun im Steinhauerdorf das Duell gegen den Dauer-Rivalen der vergangenen Jahre, den SV Gemmingen, ansteht, dann wird die Heimelf auf einen spielstarken Gegner treffen. Ausdruck der Spielstärke der Kufner-Elf waren im Heimspiel gegen die äußerst effektive SG Kirchardt zuletzt sehenswerte flotte Kombinationen, die zu hochkarätigen Torchancen führten.

Christian Schweinfurth verleiht dem VfL Stabilität

Dass daraus lediglich zwei Treffer und am Ende nur ein Unentschieden resultierten, stand in keiner Relation zur Dominanz des SVG. Trotzdem ist Christian Schweinfurth keineswegs bange: "Wenn wir wie in Ittlingen an unsere Grenzen gehen, dann können wir mit jedem Gegner auf Augenhöhe spielen", macht der VfL-Coach seiner Elf Mut. Der Spielertrainer agierte am vergangenen Wochenende erstmals in dieser Saison auf dem Feld und trug ganz erheblich zur neuen defensiven Stabilität und Kompaktheit seiner Elf bei.

Vor anspruchsvollen Herausforderungen stehen der FC Rohrbach a.G. im Heimspiel gegen den FC Zuzenhausen II und der VfB Eppingen II, der beim SV Reihen gastiert. Beide Teams sollten punkten, um von den hinteren Tabellenplätzen wegzukommen. Dies gilt ebenso für den TSV Obergimpern, der bei Türkgücü Sinsheim antritt. Die zuletzt auswärts zweimal ungeschlagene SG Kirchardt kann ihren jüngsten Aufwärtstrend nun mit einem Heimsieg gegen den TSV Waldangelloch vergolden. Reifeprüfungen allerorten.


Aktuelle Spiele

Sonntag, 15.30 Uhr

SV Treschklingen - TSV Helmstadt

Sonntag, 16 Uhr

SV Rohrbach/S. - TSV Ittlingen

VfL Mühlbach - SV Gemmingen

SG Kirchardt - TSV Waldangelloch

SG Waibstadt - VfB Epfenbach

SV Reihen - VfB Eppingen II

TG Sinsheim - TSV Obergimpern

FC Rohrbach a.G. - FC Zuzenhausen II

VfB Bad Rappenau spielfrei


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