Die offensiven Hoffenheimer Sorgenkinder

Fußball  Nur zwei Treffer hat die TSG Hoffenheim in den vergangenen fünf Bundesliga-Partien erzielt. Platzt am Mittwoch gegen Gladbach der Tor-Knoten?

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Nach der Nullnummer in Leipzig waren die Hoffenheimer Sargis Adamyan (links) und Sebastian Hoeneß zufrieden. Für mehr müssen allerdings dringend auch mal wieder Tore her. Foto: dpa

Die TSG Hoffenheim hat die Spielberechtigung für die Erstligasaison 2021/22 ohne Bedingungen von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erhalten. Zumindest formal, auf dem Papier. Fehlt also nur noch die sportliche Lizenz für die 14. Bundesliga-Spielzeit, die schon noch an Bedingungen geknüpft ist, die mehr als jene 32 Punkte in der aktuellen Tabelle umfassen.

An diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) gastiert Borussia Mönchengladbach in der leeren Sinsheimer Arena. Mit einem dritten 0:0 in Serie gibt sich Sebastian Hoeneß zumindest vor dem Anpfiff nicht zufrieden. "Wir gehen rein, um zu gewinnen", sagt der Hoffenheimer Trainer: "Es wird gegen Gladbach keine Mauertaktik geben."

Vier Offensiv-Akteure, die Ende vergangenen Jahres am Coronavirus erkrankt waren

Dafür müssen Tore her. Irgendwo drückt immer der Schuh in dieser Spielzeit des Kraichgauclubs, in der es auch zu oft an der nötigen Balance fehlte. Aktuell ist die Offensive Problembereich Nummer eins. Gerade mal zwei Tore gelangen in den vergangenen fünf Spielen. Zahlen, die eng verknüpft sind mit den Problemen von vier Offensiv-Akteuren, die allesamt im vergangenen Oktober und November an einer Corona-Erkrankung litten.

Sargis Adamyan ist die ganze Saison in der Liga noch nicht über den Status des Jokers hinausgekommen. Vor der Länderspielpause im März hatten andere Akteure die Nase vorn, dann machte er für Armenien drei Spiele. "Er ist herzlich willkommen, sich in den Vordergrund zu spielen", sagt Sebastian Hoeneß. Auch Munas Dabbur war zuletzt Bankdrücker. Folge einer Corona-Erkrankung mit Nachwirkungen. "Nach den Länderspielen war er sehr erschöpft, weil er alle Spiele machen musste", sagt Hoeneß über den Israeli: "Es zieht sich bei ihm durch, dass er im neuen Jahr nicht so richtig in Fahrt kommt."

Belfodil, ein Torjäger von trauriger Gestalt

Worte, die auch auf Ishak Belfodil zutreffen. Der Algerier ist auf der Ersatzbank ein Torjäger von trauriger Gestalt. Als "hier und da unglücklich", bewertet Hoeneß den 29-Jährigen, der bei seinen Kurz-Einsätzen wie in Augsburg Großchancen vergab oder den Kollegen im Weg stand, als diese Tore erzielen konnten. Für alle drei gilt: "Wenn ich spiele, dann muss ich abliefern", sagt Hoeneß.

Die zwei Startelf-Einsätze des jungen Winter-Neuzugangs Georginio Rutter sind deshalb durchaus auch ein Signal an die arrivierteren Offensiv-Konkurrenten. Wer hingegen immer spielt, wenn er kann, das ist Andrej Kramaric. Der Kroate ist immer wieder angeschlagen und aktuell weit entfernt von seiner Top-Form.

Gegen die Top-Teams spielt Hoffenheim stärker

Gut für Hoffenheim bei all den Offensivsorgen: Gegen bessere platzierte Mannschaften, die Top-Teams, punktete die Hoeneß-Elf zuletzt eher als gegen die Konkurrenz weiter hinten im Tableau. So geschehen gegen Wolfsburg (2:1) und nun bei den Nullnummern gegen Leverkusen und Leipzig. Gegen Stuttgart, Mainz und Augsburg gelang das nicht. Woran das liegt? Pauschal könne man das nicht beurteilen, findet Sebastian Hoeneß.

Schon nach dem 1:2 gegen Mainz hätte passieren müssen, "was nach dem Augsburg-Spiel (1:2) passiert ist", sagt der 38-Jährige: "Die klare Feststellung, dass es so nicht geht. Dann kam halt Leverkusen. Wenn da jemand anderes gekommen wäre, hätten wir auch eine Reaktion gezeigt." Soll heißen: Es gibt es keine erklärbaren Kausalitäten.

Viele Ausfälle im Hoffenheimer Kader

Neben den vier Langzeitverletzten (Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner, Kostas Stafylidis und Dennis Geiger) fehlt gegen Gladbach auch Kevin Vogt (Wade). Wie zuletzt fallen zudem Sebastian Rudy (Oberschenkel) und Kevin Akpoguma aus. Mijat Gacinovic verletzte sich in Leipzig.

Nachwuchstalent Marco John plagt sich mit einer Fußreizung herum. Der 18-Jährige spielte im Training einen "schärferen Pass" (Sebastian Hoeneß) und hat nun Probleme am Fußstrecker. Florian Grillitsch hat nach seiner in Leipzig erlittenen Schulter-Blessur zwei Mal trainiert. Er spüre sie noch, sagt Sebastian Hoeneß. "Aber sie schränkt ihn nicht ein."

 


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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