Didavi und Klement haben es beim VfB schwer, trotz ihrer Tore

Fußball  Obwohl Philipp Klement und Daniel Didavi beim 5:1 des VfB Stuttgart gegen Schalke 04 jeweils einen Treffer zum Sieg beisteuern, übt Trainer Pellegrino Matarazzo an den eingewechselten Offensivspielern Kritik.

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Philipp Klement trifft zum Stuttgarter 4:1 ins Tor des FC Schalke 04.

Fotos: dpa

Ja, aber - solche Sätze enden negativer als sie beginnen. Trainer Pellegrino Matarazzo hat in der Analyse nach dem 5:1-Sieg des VfB Stuttgart gegen Schalke eine solche Ja, aber-Aussage formuliert. Es ging um die beiden eingewechselten Mittelfeldspieler Philipp Klement und Daniel Didavi.

Das Offensivduo war in der 62. Minute ins Spiel gekommen, die beiden VfB-Achter Gonzalo Castro und Philipp Förster gingen vom Feld. In der 88. Minute schoss Klement das 4:1 für den VfB, in der zweiten Minute der Nachspielzeit traf Didavi zum 5:1. Alles prima?

Ja, aber.

"Ich freue mich, dass Dida und Philipp beide ein Tor gemacht haben. Die machen es auch regelmäßig gut im Training", sagte Pellegrino Matarazzo.

Der Trainer war nicht ganz so zufrieden

Aber der Trainer war "nicht ganz zufrieden mit der Einwechslung in der Phase, wo wir ein bisschen mehr Kontrolle haben wollten - und auch Stabilität defensiv."

Matarazzos Kritik: "Da kamen die zwei nicht ganz so gut rein." Als Philipp Klement und Daniel Didavi ins Spiel eingriffen, entwickelte sich die stärkste Phase des FC Schalke 04. Trotz der 3:1-Führung für den VfB wurde es brenzlig. Der Tabellenletzte war nah dran am Anschlusstreffer.

Matarazzo wünscht sich eine schnellere Wirkung

Didavi und Klement haben es schwer, trotz ihrer Tore

Schönes Tor: VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo umarmt Daniel Didavi.

Für die Zukunft, so der Trainer, wünsche er sich, "vielleicht auch durch die Erfolgserlebnisse, dass die noch schneller einen Impact, eine Wirkung auf das Spiel haben."

Rein statistisch war zumindest die Wirkung der Tore beträchtlich. Klement sorgte für den zehnten Stuttgarter Joker-Treffer in dieser Bundesliga-Saison, Didavi ließ den elften folgen.

Das ist die Bestmarke im deutschen Fußball-Oberhaus. Pellegrino Matarazzo hat einen ungemein breit aufgestellten Kader zur Verfügung, bei dem auch ab dem zwölften Mann viel Qualität vorhanden ist. Mit seinen Einwechslungen kann der Trainer des VfB Stuttgart oft für frische Impulse sorgen.

"Impact", wie es der US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln ausdrückt.

Immer wieder bremsen Verletzungen Didavi aus

Allerdings sieht sich Daniel Didavi eigentlich als Startelf-Spieler beim VfB. Sein Problem, schon seit Langem: Immer wieder bremsen ihn Verletzungen, mal kürzer, mal länger, mal richtig lang. Der 31-Jährige kann alles mit dem Ball. Sein Treffer zum 5:1 gegen Schalke war ein Fußball-Schmuckstück. Eine verlässliche Offensivkraft konnte Didavi aber zu selten sein.

Sein Vertrag beim VfB Stuttgart läuft Ende der Saison aus. Die Zukunft ist offen.

Philipp Klement war im Sommer 2019 als vermeintlich neuer Stammspieler ins Schwäbische gekommen. Als Topscorer des SC Paderborn hatte er in 31 Zweitliga-Spielen 16 Tore erzielt. Doch der heute 28-Jährige konnte sich beim VfB nie so recht durchsetzen. Bei Matarazzo hat Klement allenfalls den Status des Ergänzungsspielers. Es sind immer wieder nur Kurzeinsätze, für die er herangezogen wird. Wenn überhaupt. Am Samstag in Frankfurt wird er wieder VfB-Ersatz sein, wetten dass...?

 

Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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