Der VfB will es im Schlussspurt besser machen

Fußball  Sechs Spiele sind es noch bis zum Saisonende in der Bundesliga: In der Hinrunde holte der VfB Stuttgart in diesen Duellen aber nur fünf von 18 Punkten.

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Sasa Kalajdzic ist beim VfB der Torschütze vom Dienst. Beim Hinrunden-2:2 gegen Union Berlin wurde er in der 80. Minute eingewechselt und traf zwei Mal.

Foto: dpa

Es war am vergangenen Samstag, als Sven Mislintat sagte: "Ich glaube, wir können sehr, sehr stolz sein auf die Saison bisher." Die 2:3-Heimniederlage des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund hatte das Urteil des Sportdirektors nicht eingetrübt. Der VfB liegt auf Platz neun der Bundesliga-Tabelle, also klar oberhalb der Erwartungsschwelle für einen Aufsteiger. 13 Punkte Abstand sind es bis zum Abstiegs-Relegationsplatz.

Aber die Bilanz mit 39 bislang eingesammelten Punkten soll bis zum Ende der Saison noch deutlich verbessert werden. Dass das nicht leicht wird, zeigt der Blick zurück. In der Hinrunde wurde in den Auseinandersetzungen mit den sechs Gegnern, die für den VfB Stuttgart bis zum 34. Spieltag noch kommen, nur fünf von 18 möglichen Punkten geholt. Lediglich gegen den FC Augsburg gab es die volle Ausbeute (4:1), in den Duellen mit Union Berlin (2:2), dem VfL Wolfsburg (0:1), RB Leipzig (0:1), Borussia Mönchengladbach (2:2) und Arminia Bielefeld (0:3) blieb der VfB sieglos.

Das Rrestprogramm des VfB ist kein leichtes

Trainer Pellegrino Matarazzo würde dies beim zweiten Versuch gerne verbessern. "Sicherlich vergleicht man die Vorrunde und die Rückrunde", sagt er. "Man schaut: Was hat man da gemacht und wie ist unsere Leistung jetzt?" Matarazzo will nichts versprechen, denn: "Sicherlich ist es kein einfaches Restprogramm." Man werde aber "versuchen, es bestmöglich zu Ende zu bringen".

Die Herangehensweise des Stuttgarter Trainers ist grundsätzlich von der Denkweise geprägt, Schritt für Schritt vorzugehen. Insofern interessiert ihn erstmal nur die Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Union Berlin.

Die Stuttgarter können befreit aufspielen

VfB-Torjäger Sasa Kalajdzic freut sich auf die Begegnung. Man könne angesichts der guten Tabellenposition "ohne Druck befreit aufspielen". Es ist also ganz anders als Ende Mai 2019. Damals hatte der VfB in der Relegation um den Bundesliga-Verbleib enormen Druck, als er nach Berlin reiste. Nach dem enttäuschenden 2:2 im Heimspiel reichte das 0:0 beim 1. FC Union nicht für den Klassenerhalt. Die Stuttgarter mussten in die 2. Liga.

Immerhin, es glückte die sofortige Rückkehr ins Oberhaus. Der VfB hat bislang einen Bundesliga-Punkt weniger geholt als die Unioner, die Tabellen-Siebter sind. In der Hinrunde gab es in Stuttgart erneut ein 2:2. Ganz spät wurde Sasa Kalajdzic zum VfB-Helden. Der Mittelstürmer traf in der 85. und 90. Minute. Für den erst in der 80. Minute eingewechselten Kalajdzic war das "ein richtiges Ausrufezeichen" und "ein sehr schöner Moment, da es in dieser Phase der Saison nicht ganz so rosig für mich lief".

Das Selbstbewusstsein des Teams ist groß

Das hat sich gewaltig geändert. Inzwischen steht der Zwei-Meter-Riese bei 14 Bundesliga-Saisontoren. Er ist beim VfB der Torschütze vom Dienst. Sein Selbstbewusstsein ist groß. Aber das gilt auch fürs gesamte Stuttgarter Team, Kalajdzic sagt: "Wir wissen, dass wir immer für ein Tor gut sind - egal ob in der ersten oder in der 90 Minute."


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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