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Der VfB Stuttgart bleibt groß

Stuttgart gewinnt erstmals in der Bundesliga seit dem 2. Oktober. Ito und Sosa gelingen beim 2:1 gegen Mainz die ersten Bundesligatore.

Lars Müller-Appenzeller
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Der VfB Stuttgart bleibt groß
Stuttgarter Jubeltraube um den Bundesliga-Premieren-Torschützen: Hiroki Ito (M) erzielte das wichtige 1:0 für den VfB gegen Mainz. Foto: dpa

Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ist es wie im Kampf gegen das Corona-Virus: Köpfchen und Widerstandsfähigkeit sind gefragt. Und beim eigentlich so nebensächlichen Sportspiel auf dem Rasen sind vor allem Punkte hilfreich - deren drei holte der VfB Stuttgart am Freitagabend im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. Es ist der erste Dreier seit dem 2. Oktober gegen die TSG Hoffenheim.

Das 2:1 (1:1) tut den Schwaben gut, hievt sie in der Tabelle vom 16. Platz zumindest für eine Nacht auf Rang 13. Die Tore in einem unterhaltsamen Spiel glückten für den VfB Hiroki Ito (21. Minute) und Borna Sosa (51.). Alexander Hack hatte vor der Pause (38.) mit Köpfchen ausgeglichen.

Mainz-Keeper Zentner steht im Mittelpunkt

"Widerstandsfähigkeit ist in jedem Spiel ein entscheidender Faktor, um das Momentum zu beeinflussen", hatte Pellegrino Matarazzo vor dem Auftaktspiel des 13. Spieltages gesagt. Dem VfB-Trainer war wichtig, "dass wir gegen die Wucht der Mainzer dagegenhalten, dass wir geduldig bleiben, dass wir selbstbewusst bleiben, dass wir groß bleiben". Große Worte. Große Taten: Die Stuttgarter hatten gegen den Tabellenachten den besseren Start, der Schuss von Rückkehrer Omar Marmoush in der dritten Minute war eine Großchance: Doch Robin Zentner im Tor der Gäste hatte noch seine Finger im Spiel.

So auch beim schönen Schlenzer des aufgerückten Innenverteidigers Hiroki Ito von der linken Strafraumecke, doch der Ballklatschte an den Pfosten und von dort ins Tor (21.) - großer Jubel bei den Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena, 25.000 waren trotz Alarmstufe II unter Beachtung der 2G-plus-Regel zugelassen. Dass immer und überall eine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden musste, interessierte ernüchternd wenige Fans - das ist köpfchenlos.

Apropos Corona: Der zuletzt verletzte Chris Führich konnte doch nicht mitwirken. Der offensive Mittelfeldmann war am Donnerstagabend positiv auf Covid-19 getestet worden, wie der VfB kurz vor dem Spiel mitteilte. Im Laufe der Woche hatte es auch den vollständig geimpften VfB-Sportvorstand Sven Mislintat erwischt.

Kein Elfmeter für den VfB

Zurück zu Robin Zentner und seinen Fingern. Auf denen lag minutenlang der Fokus, als Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck nach einem Freistoß des VfB auf Strafstoß entschied (25.); Zentner hatte Konstantinos Mavropanos am Kopf getroffen, abgeräumt. Doch Jöllenbeck schaute sich die Szene noch einmal am Bildschirm an und nahm seine Entscheidung zurück - ging in Ordnung, weil Zentner erst den Ball und dann den VfB-Abwehrhünen erwischt hatte.

Ja, es war ein körperbetontes Spiel, nein, der VfB verlor seine Widerstandsfähigkeit nicht. Auch die Mainzer blieben groß. Nach einem Monsterblock von Mavropanos herrschte Alarmstufe II im Strafraum der Stuttgarter, denn den folgenden Eckstoß nutzte Alexander Hack per Kopf zum Ausgleich (38.). Mainz blieb aus der Distanz weiter wuchtig, Stuttgart groß.

Sonntagsschuss am Freitagabend von Borna Sosa

Und legte ein großartiges Tor nach. Borna Sosa bekam bei einem Konter linksaußen den Ball, stürmte aufs Tor, der Winkel wurde immer spitzer, Schuss oder Flanke? Die Frage stellte sich nicht, denn der Ball schlug stramm im Winkel ein, Sosas erstes Bundesligator, 2:1. "Ein Sonntagsschuss am Freitagabend", kommentierte Mainz-Sportdirektor Martin Schmidt den Treffer. Die Fans, die eine Maske trugen, ließen sie mit Jubelschreien flattern, ebenso nach dem erlösenden Schlusspfiff.

Das waren drei wichtige Punkte für den VfB Stuttgart im Kampf um den Klassenerhalt. Gewonnen ist aber noch lange nichts. So wie im Kampf gegen das Corona-Virus.

VfB Stuttgart: F. Müller - Mavropanos, Anton, Ito - Massimo (85. Katompa Mvumpa), Karazor, Sosa - Mangala (63. Klimowicz), W. Endo - Förster (63. Nartey) - Marmoush (82. Stenzel)

FSV Mainz 05: Zentner - Nemeth (76. Stach), Hack, Niakhaté - Widmer, Barreiro Martins (75. Stöger), Martín - Lee, Boetius - Onisiwo (76. Ingvartsen), Burkardt (75. Ad. Szalai)

Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Freiberg am Neckar)

Zuschauer: 25.000

Tore: 1:0 Ito (21.), 1:1 Hack (39.), 2:1 Sosa (51.)

Beste Spieler: Ito, Mangala / Hack, Onisiwo.

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