Der VfB kann es noch, die Defensiv-Null steht

Fußball  Stuttgarter lassen in Dresden keinen Dynamo-Treffer zu. Der VfL Osnabrück kommt ohne den gesperrten Top-Torschützen Alvarez

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Freudenschrei: Hamadi Al Ghaddioui hat soeben das 1:0 des VfB Stuttgart in Dresden erzielt. Es war sein siebtes Saisontor in der 2. Liga.

Foto: dpa

Der Blick geht nach hinten. In der Tabelle der 2. Liga sowieso, denn da können die Verfolger Hamburger SV (zwei Punkte zurück) und 1. FC Heidenheim (drei Punkte) dem VfB Stuttgart noch die Mission sofortiger Wiederaufstieg vermasseln. Aber Hamadi Al Ghaddioui schaut auch nach hinten auf die eigene Abwehr. Und der Stürmer schaut mit Zufriedenheit hin. Zuletzt beim 2:0 in Dresden gab es kein Gegentor - erstmals seit dem 22. Februar, dem Heim-2:0 gegen Jahn Regensburg.

"Wir haben versucht, hinten möglichst nichts anbrennen zu lassen", sagte Al Ghaddioui im Vereins-TV. Der VfB hatte in den drei Partien zuvor nach dem Corona-Neustart zu viele Gegentore kassiert. Zwei in Wiesbaden, drei in Kiel, zwei gegen den HSV. Nun war es wichtig, dass mal zu Null gespielt wurde.

Am 28. Juni soll die Rückkehr perfekt sein

Fünf Spieltage sind es in der 2. Liga noch. Am kommenden Sonntag kommt der VfL Osnabrück nach Stuttgart, dann folgt am 14. Juni das brisante Derby beim Karlsruher SC, der im Kampf um den Klassenerhalt ganz dringend jeden Punkt braucht. Am 17. Juni geht es gegen den SV Sandhausen, am 21. Juni muss der VfB zum 1. FC Nürnberg und zum Schluss kommt der SV Darmstadt 98 in die Mercedes-Benz-Arena. Dieses Spiel ist am 28. Juni. Dann soll die Rückkehr in die Bundesliga perfekt sein.

Es wäre sicher kein Nachteil, könnte der VfB im Endspurt darauf setzen, dass die Abwehr in der Lage ist, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die beiden jüngsten Siege sollten die Brust breiter gemacht haben. "Ja", sagte Hamadi Al Ghaddioui, "ein bisschen Sicherheit gibt das auf jeden Fall."

Schlechte Erinnerungen an das Hinspiel

Denjenigen Spieler beim VfL Osnabrück, der dem VfB richtig weh tun könnte, müssen die Stuttgarter allerdings nicht fürchten. Stürmer Marcos Alvarez traf am vergangenen Freitag beim Osnabrücker 2:2 gegen Regensburg zwei Mal, seine Saisontore zwölf und 13. Alvarez war es auch, der beim Hinspiel-0:1 des VfB als Torschütze herausstach. Aber die Nummer neun des VfL Osnabrück ist gelbgesperrt.

Trotzdem warnte Hamadi Al Ghaddioui. Der VfL werde kratzen und beißen. "Wenn sie jetzt nicht die Punkte holen, dann können sie da unten wieder reinrutschen. Das wollen sie natürlich um jeden Preis vermeiden." Osnabrück steht mit 34 Punkten auf Platz 14 der Tabelle, zwei Zähler vor Nürnberg und zwei weitere Punkte vor dem KSC auf dem Abstiegs-Relegationsplatz.

Sieben Saisontore, aber kein Stammplatz

Dass sich der VfB mit Mannschaften schwer tut, die sich vor dem eigenen Tor verbarrikadieren und allein auf Konter setzen, ist in dieser Saison hinlänglich bewiesen worden. Ein frühes 1:0 würde den Stuttgarter Ambitionen also gut tun. So wie es in Dresden war, als Hamadi Al Ghaddioui in der 18. Minute traf. Auf sieben Saisontore kommt der Mittelstürmer in der 2. Liga. Einen Stammplatz in der VfB-Startelf hat er nicht. Zu viele Alternativen gibt es im Kader.

Trainer Pellegrino Matarazzo hätte sich gewünscht, dass in Dresden mehr Stuttgarter Offensivpower zu sehen ist. Al Ghaddioui sagte nun: "Natürlich erhofft man sich, dass man so einen Gegner komplett auseinanderspielt." Aber: "Es ist halt auch kein Wunschkonzert."

Wobei der dringende Wunsch der VfB-Bosse und der Stuttgarter Fans, die Erstliga-Rückkehr perfekt zu machen, schon verwirklicht werden sollte. Sportdirektor Sven Mislintat sagte nach der Rückkehr aus Dresden: "Es geht jetzt um alles. Wir haben noch nichts gewonnen, haben es aber selbst in der Hand."


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme. 

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