Der alte Sinsheimer Kreispokal wird noch abgearbeitet

Fußball  Verband und Kreis wollen Teilnehmer für den badischen Verbandspokal noch auf sportlichem Weg ermitteln. Den Auftakt macht nächste Woche der SV Treschklingen. Vier Startplätze im BFV-Pokal sind zu gewinnen.

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Ali Susan (rechts) und dem SV Treschklingen steht am Donnerstag die Drittrunden-Partie gegen den FC Zuzenhausen II ins Haus, der Sieger spielt drei Tage später im Viertelfinale beim VfB Eppingen II.

Foto: Archiv/Klaus Krüger

Baustellen hat Johannes Schinko mehrere. Die größte davon zu Hause: Die Familie des Fußballkreis-Vorsitzenden baut schon seit vergangenem Jahr um. "Das wird auch noch eine ganze Weile dauern", schätzt Schinko, der im Baumarkt ans Telefon geht. Er sorgt für Materialnachschub, damit es weiter vorangehen kann. Offene Baustellen hat Johannes Schinko auch in seiner Funktion als Kreisvorsitzender. Die eine wird sich bald schließen, voraussichtlich noch in diesem Monat. Anders aber, als viele dachten.

Anders als im Unterland läuft der Wettbewerb noch

Denn der Kreispokal der bereits im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison wird wieder aufgenommen und soll noch vor Beginn der neuen Saison sowie dem Start der neuen Kreispokalrunde zu Ende gespielt werden. Anders als beispielsweise im Unterland, wo neben der Saison auch der Bezirkspokal abgebrochen wurde. "Bei uns war diese Entscheidung noch nicht getroffen", sagt Schinko. Sprich: die Baustelle noch offen. Und die Gelegenheit günstig: Die sinkenden Inzidenzwerte machen das Fußballspielen generell wieder möglich - sogar vor Zuschauern.

Die Verbandsoberen in Karlsruhe sehen in den veränderten Rahmenbedingungen die Chance, die Teilnehmer für den am 24./25. Juli startenden BFV-Pokal sportlich anstatt per Los zu ermitteln - sofern die Viertelfinals bis 12. Juli ausgespielt sind. "Der Verband wird immer die sportliche Entscheidung bevorzugen", verrät Johannes Schinko die Hintergründe. Die Verbands- und Landesligisten sind alle gesetzt, über den Kreispokal könnten die Sinsheimer vier weitere Teilnehmer entsenden. Also alle Halbfinalisten - sofern es sich nicht um die zweiten Mannschaften von Eppingen, Zuzenhausen, Kürnbach oder Steinsfurt handelt.

Die Zeit drängt

Zeitlich kriegt der Kreis das gerade so hin, auch wenn zunächst noch eine Drittrundenpartie ausgetragen werden muss. Aber die Baustelle ist schnell geschlossen: Nächsten Donnerstag, 19 Uhr, spielen die Kreisligisten SV Treschklingen und der FC Zuzenhausen II den letzten Viertelfinalteilnehmer und Gegner des VfB Eppingen II aus. Am 11. Juli, 16 Uhr, werden die drei noch offenen Viertelfinalspiele ausgetragen. Drei deswegen, weil der VfB Epfenbach sein Viertelfinale in Zaisenhausen schon im Oktober gewonnen hatte und damit als Halbfinal- sowie Verbandspokalteilnehmer bereits feststeht.

Dass der Pokal noch ausgetragen wird, bewertet Johannes Schinko sehr positiv. Zumal auch die Resonanz der Verein durchweg positiv gewesen sei. "Die sind alle happy. Also lassen wir die Jungs endlich wieder los", sagt der Vorsitzende des Fußballkreises. Überbordende Sorgen, dass das zu früh sein könnte, hat Schinko nicht. "Alle sind wieder im Training, einige haben bereits erste Testspiele gemacht", sagt er. Allein in den letzten Tagen hat er 40 Freundschaftsspiele angelegt, es werden bis Ende August "bestimmt nochmal 100 dazukommen".

Treschklingen hat den Trainingsstart vorgezogen

Froh ist man grundsätzlich auch in Treschklingen, dass der Kreispokal noch ausgespielt wird. Trotzdem war Spielertrainer Ali Susan durchaus überrascht. "Wir wollten eigentlich erst am 6. Juli mit der Vorbereitung anfangen." Also nur zwei Tage vor dem Drittrundenspiel. Zu kurzfristig, für die bisher nur locker trainierenden Treschklinger. Also legte Susan den Vorbereitungsstart kurzerhand nach vorne und zog die Zügel bereits vergangene Woche an.

Aber mit bedacht. "Nach einer so langen Pause geht es um die richtige Belastungs-Steuerung", weiß Susan aus dem Vorjahr. "Nach dem ersten Lockdown hatten die Jungs vergessen, dass sie sowas wie Muskelfasern haben, die sind gleich bei mehreren Leuten gerissen." Eine Baustelle, die niemand braucht.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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