Defensive um Waldemar Anton hat an Stabilität gewonnen

Fußball  Vor dem schwäbisch-badischen Duell mit der TSG Hoffenheim hat der VfB Stuttgart die Zahl der Gegentore verringert.

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Weg ist der Ball. Waldemar Anton grätscht dem Berliner Youngster Luca Netz in die Aktion. Anton ist beim VfB ein wichtiger Gegentor-Verhinderer.

Foto: dpa

Und jetzt also das Derby. Am kommenden Sonntag ab 18 Uhr. Wobei, darf man das inzwischen so nennen, Derby? Den Traditionalisten im Fan-Umfeld des VfB Stuttgart fehlte lange die Tradition in der Auseinandersetzung mit dem nordbadischen Emporkömmling TSG Hoffenheim. Wenn es um echte, über viele Jahrzehnte gepflegte schwäbisch-badische Rivalität geht, schauen die VfB-Ultras vor allem nach Karlsruhe, zum Erzfeind.

Aber die Hoffenheimer spielen jetzt schon ihre 13. Saison hintereinander in der Bundesliga. Die Stuttgarter sind erst im vergangenen Sommer wieder ins deutsche Fußball-Oberhaus aufgestiegen. Das Hinrunden-Duell in der Sinsheimer Arena war ein Spektakel. 3:3 ging es aus. Marc Oliver Kempf erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer für den VfB.

Emotionen waren trotz Geisterkulisse da

An Emotionen war kein Mangel, trotz der coronaüblichen Geisterspiel-Tristesse.

Am kommenden Sonntag wird es nicht nur ein Nachbarschaftskampf sein, sondern auch das Aufeinandertreffen von Tabellennachbarn. Der VfB ist Neunter mit 33 Punkten auf dem Konto, die TSG Hoffenheim ist Elfter mit 30 Zählern.

Beide Teams haben Rückenwind. Beide sind seit vier Bundesliga-Spieltagen ungeschlagen. Zwei Siege und zwei Unentschieden wurden eingefahren, im Schwäbischen wie im Badischen. Jetzt geht es darum, den Schwung zu behalten.

Waldemar Anton hat eine gute Entwicklung gemacht

Während der Hoffenheimer Trainer Sebastian Hoeneß über Monate hinweg personell improvisieren musste, weil es viele und immer wieder andere Ausfälle gab, ist die Stuttgarter Mannschaft ein gefestigtes Konstrukt mit bewährten Tragsäulen. Waldemar Anton, der vom Zweitligisten Hannover 96 gekommene Abwehrchef, ist eine davon. "Er hat eine sehr gute Entwicklung gemacht bei uns", sagt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo.

In den letzten vier Spielen hat seine Aufsteiger-Truppe nur drei Gegentore zugelassen. Die Defensive hat seit der 2:5-Abreibung am 6. Februar in Leverkusen an Stabilität gewonnen.

Der Fokus lag zuletzt auf dem richtigen Verteidigen

Matarazzo hatte das richtige Verteidigen verstärkt zum Thema gemacht. "Da haben wir einen Fokus drauf gelegt nach dem Leverkusen-Spiel." Und zuletzt auch wieder vor der Partie bei Eintracht Frankfurt mit seiner starken Offensive. Der Trainer war nach dem 1:1 beim hessischen Champions-League-Aspiranten zufrieden mit dem Aspekt des Toreverhinderns. "Ich glaube, die Jungs machen es aktuell ganz ordentlich, auch wenn es weiterhin Luft nach oben gibt."

Ob das Derby gegen Hoffenheim wieder 3:3 ausgehen wird? Ja, wir nennen es jetzt Derby.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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