David Pfeiffer verlängert beim VfB Eppingen

Fußball  Der Trainer geht beim Verbandsligisten mit viel Rückendeckung seiner Mannschaft ins fünfte Jahr. Weitere Transfergespräche sind bereits in vollem Gange.

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Fühlt sich pudelwohl beim VfB: David Pfeiffer geht im Sommer in sein fünftes Jahr als Trainer des Fußball-Verbandsligisten aus Eppingen.

Foto: Klaus Krüger

Das Gefühl war großartig. Endlich auf dem Platz, die Mannschaft live und in Farbe sehen, den Ball wieder laufen lassen. "Es hat einfach richtig Spaß gemacht", sagt David Pfeiffer über das erste Mannschaftstraining des Verbandsligisten aus Eppingen. Es blieb jedoch bei diesem einmaligen Vergnügen: Kaum, dass die Inzidenzen eine Teilöffnung zugelassen hatten, schnellten die Zahlen wieder in die Höhe. Schade findet das Pfeiffer. Am Ende aber war diese Einheit wertvoll, zumindest für sein Gefühl. Es war eine letzte Bestätigung dafür, richtig entschieden zu haben.

David Pfeiffer hat seinen Vertrag beim VfB Eppingen gerade um ein weiteres Jahr verlängert, geht im Sommer in seine fünfte Saison beim nordbadischen Verbandsligisten. Für den Sportlichen Leiter der Kraichgauer nur eine Formsache. "Für uns stand außer Frage, dass wir mit David weitermachen", sagt Oliver Späth. "Ich denke, dass auch David nicht großartig überlegen musste, er fühlt sich wohl bei uns." Absolut, wie Pfeiffer bestätigt: "Ich weiß, was ich am VfB habe." Ihm sei aber wichtig gewesen, nicht nur mit den Verantwortlichen im Verein auf einer Wellenlänge zu liegen. "Mir ging es um eine Perspektive."

Trainer erhält positive Rückmeldung aus der Mannschaft

Dazu zählt sein Team. "Ich habe auf die Mannschaft gehört, was sie für ein Gefühl hat", sagt Pfeiffer, der mit den Spielern auch über seinen Verbleib gesprochen hat. Zu seiner Freude waren die Rückmeldungen positiv. Der Verbleib des Trainers war für einige seiner Spieler ein Grund dafür, fest für die neue Runde zuzusagen. "Es war für mich das wichtigste Signal, dass es passt", sagt Pfeiffer, der sich nach vier Jahren auch über Abnutzungserscheinungen Gedanken gemacht hatte.

Dass es auch in dem Punkt passt, hatte Späth nicht bezweifelt. "David holt viel aus der Mannschaft raus, will jeden Spieler besser machen", sagt er. "Das greift auch bei den Gestandenen." Stand jetzt sieht es danach aus, dass der Großteil des Tabellenvierten über diesen Sommer hinaus beim VfB bleibt. Zwei Spieler werden den Club verlassen, das steht fest: Christopher Wild geht zurück zu Ligakonkurrent FC Zuzenhausen, von dem er erst vor dieser Saison gekommen war. Marinko Balikic geht zur SG Stetten-Kleingartach, wird beim Bezirksligisten Co-Trainer.

Innenverteidiger-Suche genießt Priorität

Beides schmerzt die Eppinger. Bei Wild, weil die Verantwortlichen noch so viel vom Offensivspieler erwartet hatten, wenngleich er bisher noch nicht zum absoluten Leistungsträger gereift war. Dennoch schade, sagt Pfeiffer, der jedoch Verständnis zeigt: "Chris ist umgezogen, wohnt nah an Zuzenhausen." Da ist es deutlich bequemer, zum FC anstatt zum VfB zu fahren. Der Wechsel von Balikic hat die Eppinger dagegen überrascht. "Sportlich kann ich es nicht ganz nachvollziehen", meint Pfeiffer. "Er hat sich sportlich gerade wieder an das angenähert, was er im Nachwuchs gemacht hat", sagt er über den Innenverteidiger, der in der Jugend in Kroatien in Richtung Profi unterwegs war.

Für den VfB hat das zur Folge, für die neue Saison nach einem Innenverteidiger mehr Ausschau halten zu müssen. "Wir brauchen mindestens zwei", sagt Pfeiffer, der zudem einen Flügelspieler und einen zentralen Stürmer auf seiner Wunschliste stehen hat. "Es kann aber sein, dass wir schnell nicht mehr auf der Suche sind", deutet er gute Gespräche an.

Nach Statistik- und Videostudium: Pfeiffer verpflichtet Sautter nahezu blind

Zuwachs bekam sein Team vor Kurzem bereits . Alessandro Sautter vom Südbasichen Verbandsliga-Tabellenführer SC Pfullendorf hat sich dem VfB angeschlossen. Er ist beruflich nach Walldorf gekommen und war auf der Suche nach einem Verein. Weil beim FC Astoria auf seiner Position aber kein Bedarf war, haben die Eppinger den variablen Mittelfeldspieler aufgenommen. "Nahezu blind", gesteht Pfeiffer. Er hatte sich nur Videos angeschaut, Sautters Statistik und gedacht: könnte passen. Der 22-Jährige war seitdem bei allen Cybertrainings dabei, die das Team zwei Mal pro Woche veranstaltet.

Auch auf dem Platz war der Neue am Start. "Da habe ich gesehen: Das passt zu 100 Prozent. Auch menschlich", sagt Pfeiffer, der das schon im Gefühl hatte.

 

Saisonziel: Vorne angreifen

Für seine Vertragsverlängerung in Eppingen war Pfeiffer wichtig, dass der Verein und er weiterhin dieselben Ziele verfolgen. "Wir wollen in der Verbandsliga vorne angreifen", sagt der Trainer über die gemeinsame Ausrichtung des Vereins, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Er wisse, dass die Mittel beim Kraichgau-Club dafür im Vergleich zu der namhaften Konkurrenz in der Liga durchaus bescheidener sind. "Das heißt nur, dass wir mehr ausreizen müssen."


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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