VfB Eppingen: Trainer David Pfeiffer setzt auf den Lerneffekt

Fußball  Das 0:3 zuletzt gegen Mutschelbach kann Verbandsligist VfB Eppingen in Heddesheim helfen. Mark Rauh hat keine guten Erinnerungen.

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Sie mussten reden, und die Spieler des VfB Eppingen sind sich einig: Sie waren zuletzt nicht bei 100 Prozent. In Heddesheim soll das anders sein.

Foto: Klaus Krüger

Ein letztes Mal noch den aktuellen Trend bestätigen - ihn mitnehmen. Und dann damit brechen, eine neue Entwicklung einläuten: Mit diesem Wunsch geht Verbandsligist VfB Eppingen in sein Auswärtsspiel an diesem Sonntag, 15 Uhr, beim FV Fortuna Heddesheim. Auswärtsspiele waren bisher das Ding des VfB: Sechs Punkte aus zwei Spielen sind Maximal-Ausbeute. Und: Die Kicker von Trainer David Pfeiffer lieferten auf fremdem Platz in dieser Runde bislang immer ein furioses Spiel ab. Wohingegen es zu Hause bisher nicht recht klappen wollte: Nur ein Punkt aus zwei Spielen wird den hohen Ambitionen des VfB sicher nicht gerecht.

Beim 0:3 kassierte Eppingen vergangenen Samstag gegen Mutschelbach gar seine erste Saisonniederlage. Ärgerlich für Pfeiffer, der Unterschied zwischen seinem VfB auf der einen und dem Aufstiegsfavoriten auf der anderen Seite sei nicht so riesig gewesen. "Es hat nur an Kleinigkeiten gelegen", sagt Pfeiffer. Alles Dinge, die sein Team selber in der Hand habe. "Unser Potenzial ist nicht das Schlechteste", sagt der Trainer. Nur müssen die VfB-Pferdestärken auch auf den Platz gebracht werden. "Wir waren nicht bei 100 Prozent, um hätten gewinnen zu können." Trotzdem gestaltete Eppingen die Partie offen, hätte genauso 1:0 in Führung gehen können. Selbst beim 0:1 war der VfB noch dran.

Zu viel Respekt, zu wenig Selbstbewusstsein

"Wir haben zu viel Respekt gehabt", fand der Trainer. Das ging zulasten des Selbstbewusstseins. Ein Dilemma. "Wir sind nur dann in der Lage was gegen solche Top-Gegner zu reißen, wenn wir so selbstbewusst auftreten wie in Zuzenhausen oder Mannheim." Da reichen auch ein paar Prozent weniger nicht aus. "Wir haben jetzt die Chance zu zeigen, dass wir daraus gelernt haben", sagt Pfeiffer.

Denn in Heddesheim wird es genauso schwer werden, zumal der FV dem VfB bisher nicht lag. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir da mal gewonnen haben - zumindest nicht, seit ich in Eppingen bin", sagt Mark Rauh. Der Außenverteidiger ist zwar noch jung, kickt aber schon seit vier Jahren für den VfB in der Verbandsliga. Er weiß: Heddesheim ist ein absolutes Topteam. Noch immer. Zwar mag es hinten raus im Kader ein Gefälle geben. "Die ersten elf, zwölf, 13 Spieler sind für die Liga aber immer noch top", sagt Pfeiffer.

Spieler des FV Fortuna sind unheimlich abgeklärt

Was die Fortuna für den VfB unangenehm macht? Diese unheimliche Abgeklärtheit, eine, die nur Topteams haben. Viele Spieler haben in höheren Ligen gekickt, bringen viel Erfahrung mit. "Die werden über 90 Minuten kein Riesentempo machen. Die nutzen aber die Schwächen der Gegner knallhart aus", sagt der VfB-Trainer. Also vorsichtig agieren, um Fehler zu vermeiden? "Das wäre der größte Fehler", sagt Pfeiffer, der auf eine Reaktion auf das 0:3 gegen Mutschelbach setzt. "Bisher war es diese Saison immer so: Nach einem weniger guten Auftritt haben die Jungs ein starke Reaktion gezeigt."

Der Trend dürfe sich gerne fortsetzen, dann wäre auch das Heddesheim-Trauma zumindest vorerst erledigt. Das rührt auch daher, dass der VfB in der Vergangenheit gegen den einen großen Favoriten auf den Aufstieg immer mit einer unerfahrenen und sehr jungen Mannschaft angetreten ist. Jung sind viele zwar immer noch - aber die meisten längst nicht mehr unerfahren. "Wir haben uns angenähert", meint Pfeiffer. Die Eppinger wissen: Sie können mithalten mit den Top-Teams. "Wir wollen aber nicht nur mithalten. Wir wollen gewinnen", sagt der Trainer.

Hat Leon Doblers Patzer Konsequenzen?

Dafür muss Eppingen in Heddesheim eine Schippe drauflegen. Personell dürfte es keine Änderungen geben. Von einem Torwartwechsel ist nach dem Patzer von Leon Dobler zuletzt nicht auszugehen. "Wir brechen nicht gleich den Stab über ihn", sagt Pfeiffer. Zumal der Keeper nach dem 0:3 ankündigte: "Wir werden stärker zurückkommen."


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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