Das sind die Gewinner und Verlierer der TSG Hoffenheim

Fußball  Wer überzeugte in dieser Hoffenheimer Spielzeit? Wer enttäuschte? Eine erste Bilanz, drei Spieltage vor Saisonende.

Email

15 Torbeteiligungen in 29 Bundesligaspielen: Stürmer Ihlas Bebou hat sich in dieser Saison durchgesetzt.

Fotos: dpa

Mit dem vorletzten Heimspiel an diesem Samstag gegen Schalke 04 (15.30 Uhr/Sky) biegt die TSG Hoffenheim auf die Zielgerade. Zeit für eine erste Bilanz. Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer dieser 13. Saison in der höchsten deutschen Spielklasse?

 

Gewinner

Andrej Kramaric: Ohne seine 17 Bundesliga-Tore würde Hoffenheim in der Tabelle wesentlich schlechter dastehen. Zu oft gilt: Nur wenn der kroatische Stürmerstar trifft, punktet die TSG. Das verbessert die Verhandlungsposition des 29-Jährigen beträchtlich, dessen Vertrag in einem Jahr ausläuft. Für ihn persönlich geht es im Saisonfinale noch um einen Vereinsrekord. Vedad Ibisevic traf in der Saison 2008/09 18 Mal.

Ihlas Bebou: Ohne seine verletzungsreiche Saison 2018/19 (Sehnenanriss) wäre der pfeilschnelle Mann aus Togo nicht von Hannover 96 zur TSG Hoffenheim gewechselt. Dann hätten größere Clubs das Rennen gemacht, verriet TSG-Manager Alexander Rosen einst. Der gefährliche Stürmer ist so gut wie noch nie. "Er spielt seine beste Saison, auch faktisch, was Scorerpunkte betrifft", sagt Trainer Sebastian Hoeneß. In Freiburg gelang ihm zuletzt die siebte Torvorbereitung, acht Tore kommen hinzu. "Er hätte noch einige mehr machen können", sagt Sebastian Hoeneß.

Das sind die Gewinner und Verlierer der TSG Hoffenheim

Unzufrieden: Mijat Gacinovic kam über eine Jokerrolle nicht hinaus.

Chris Richards: Seit seinem Last-Minute-Wechsel Ende Januar aus München in den Kraichgau hat sich der Verteidiger zu einem Leistungsträger entwickelt. Richards stand zuletzt immer in der Anfangsformation. Die TSG würde den ausgeliehenen US-Amerikaner gerne im Kraichgau halten. Der kurze Draht von Sportdirektor Alexander Rosen zu seinem Kumpel und künftigen Bayern-Trainer Julian Nagelsmann könnte dabei hilfreich sein.

Marco John: Das Verletzungs-Pech der Mitspieler ist zu seinem Glück geworden. In seiner ersten Profisaison hat es der 19-Jährige so auf 16 Einsätze gebracht. "Ich denke, Glück gehört im Fußball immer dazu, das muss man sich verdienen", sagt Marco John: "Irgendwann geht die Tür auf, dann musst du durch." Die Tür ging auf der linken Außenverteidiger-Position auf. Neuland für John, der sich eigentlich im Zentrum wohler fühlt. Die Herausforderung als Linksverteidiger: "Wenn der Gegner an dir vorbei kommt, dann ist niemand mehr da." Das ist auf der eigentlich präferierten Achterposition im Mittelfeld anders. Klar ist aber auch: "Wenn ich mit 18, 19 so eine Chance bekomme, dann will ich die nutzen." Hat gut geklappt.

 

Verlierer

Das sind die Gewinner und Verlierer der TSG Hoffenheim

Verletzter Kapitän ohne Einsatz: Pechvogel Benjamin Hübner.

Kasim Adams: Trotz akuter Verteidiger-Not spielte der 1,90 Meter-Mann zuletzt keine Rolle mehr, stand aus sportlichen Gründen nicht mehr im Kader. Auf und neben dem Platz (durch mehrere Verspätungen) verhielt er sich nicht gerade erstligatauglich. "Da sind Dinge und Entwicklungen nicht so gelaufen, wie ich sie mir erwartet hatte", sagte Trainer Sebastian Hoeneß zuletzt über Adams. Dessen Marktwert ist auf zwei Millionen Euro geschrumpft, rund acht Millionen kostete Adams noch 2018. Der 25-Jährige ist wohl ohne Zukunft beim Kraichgauclub. Die Zeichen stehen klar auf Trennung.

Ishak Belfodil: Vor zwei Jahren spielte der Stürmer mit zwölf Toren die Rückrunde seines Lebens. Nach langer Verletzungspause war der 29-Jährige im Sommer ein gefühlter Neuzugang. Glücklos. Torlos (in 14 Liga-Einsätzen). Ratlos (zumindest drückte das seine Körpersprache aus) präsentiert sich der Franko-Algerier. "Hier und da unglücklich" , befand Sebastian Hoeneß. Belfodil spielt seit dem ganz schwachen 1:3 gegen Frankfurt im Februar quasi keine Rolle. Gut möglich, dass er im Sommer wechselt.

Mijat Gacinovic: Im Tausch für Steven Zuber kam der Offensivmann im Sommer aus Frankfurt. Durchgesetzt hat er sich nicht, was auch an Verletzungen lag. Ein Ligaeinsatz über 90 Minuten, ansonsten blieb der in 21 Ligaeinsätzen torlose Serbe meist in der Rolle des glücklosen und torungefährlichen Jokers.

Benjamin Hübner: Der Kapitän ist der Pechvogel der TSG-Saison. Mit einer im Training erlittenen Kapselverletzung hat der Abwehrstabilisator die komplette Saison verpasst. "Ich hoffe sehr, dass er zum Trainingsauftakt wieder dabei ist. Aktuell ist der Verlauf positiv", sagt Sebastian Hoeneß über den 31-Jährigen, den er als Ratgeber schätzt.

 

Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

Kommentar hinzufügen