Bretzfeld geht in dritte sportliche Ehe

Fußball  SV Dimbach und die TSG Bretzfeld bilden nächste Saison eine Spielgemeinschaft in der Kreisliga A. Heiko Höra als Cheftrainer.

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Heiko Höra (Mitte) wird die SGM Bretzfeld/Dimbach trainieren. Zur Seite stehen ihm die beiden spielenden Co-Trainer Delil Bekler und Daniel Wilhelm (rechts).

Die Macher haben noch einige Ideen und Visionen in der Schublade. Doch zunächst wollen sie es langsam angehen, vollends zueinander finden und dann einen Schritt nach dem anderen gehen. Nur nichts überstürzen. Doch der erste Eindruck lässt bei der neu gebildeten Spielgemeinschaft zwischen der TSG Bretzfeld und dem SV Dimbach auf mehr als eine Zweckehe schließen.

Die Fußball-Verantwortlichen der TSG und des SV verstehen sich, sprechen eine Sprache. "Zu dem Zeitpunkt war es glaube ich der Jackpot, dass jemand auf die TSG zuging", sagt Daniel Wölffer, Abteilungsleiter des SVD. Er wird in Zukunft zusammen mit den Bretzfeldern Alexander Rup und Sebastian Trefz die Sportliche Leitung bilden.

In Dimbach musste viel Überzeugungarbeit geleistet weden

Die erste lose Kontaktaufnahme der beiden Parteien gab es vor fast zwei Jahren. "Nach einem Spiel, das Dimbach gewonnen hat", sagt Wölffer. Doch konkret wurde es lange nicht. "Ich musste bei uns im Verein viel Überzeugungsarbeit leisten", sagt Wölffer. Und die Bretzfelder hatten zu dieser Zeit noch eine Spielgemeinschaft mit der TSG Verrenberg, die sich dann zurückzog. Es folgte in der vergangenen Saison der Zusammenschluss mit der TSG Öhringen II.

"Der ursprüngliche Gedanke war, Öhringen II mit in die Spielgemeinschaft zu integrieren", sagt Rup. Doch es kam anders. Nach der 0:8-Niederlage gegen den SC Michelbach/Wald musste die Partie gegen den FV Künzelsau abgesagt werden. Schließlich meldeten die Verantwortlichen noch vor dem coronabedingten Saisonabbruch die SGM vom Spielbetrieb ab. Zu Beginn des Jahres wurden dann die Gespräche mit Dimbach immer intensiver.

Spielgemeinschaft mit zwei-A-Liga-Teams

Bretzfeld geht in dritte sportliche Ehe

Sebastian Trefz (von links), Daniel Wölffer und Alexander Rup bilden die Sportliche Leitung der Spielgemeinschaft.

Fotos: Marc Schmerbeck

"Es ist schön, dass wir jetzt eine SGM innerhalb der Gemeinde haben. Wenn es mit Dimbach nicht geklappt hätte, hätten wir unser Stadion wohl schließen können", sagt Rup. Zumindest Fußball wäre bei der TSG Geschichte gewesen. Aber Wölffer hatte ja Erfolg mit seiner Überzeugungsarbeit. "Eine SG ist immer schwierig", sagt er. "Aber es sind zwei A-Klasse-Mannschaften, die Potenzial haben und sich auch gegenseitig ergänzen können. Für uns als Sportliche Leiter ist es das wichtigste, den Jungs die Last von den Schultern zu nehmen, damit sie sich auf das Sportliche konzentrieren können." Und so würde Bretzfeld/Dimbach in der nächsten Saison nur zu gerne vorne in der Tabelle mitmischen.

Dazu soll weiter der bisherige SVD-Trainer Heiko Höra sorgen. An seiner Seite stehen Daniel Wilhelm (Bretzfeld) und Delil Bekler als spielende Co-Trainer. "Bei uns allein wäre es auch eng geworden, wenn wir Verletzte haben", sagt Höra. Diese leidvolle Erfahrung machten die Dimbacher schon in der abgelaufenen Saison. "Deshalb bin ich froh, dass wir uns jetzt auch qualitativ und quantitativ verstärkt haben", sagt Höra. "Ich freue mich, mit Daniel und Delil ein Team zu bilden."

Trainer Heiko Höra spricht von einer Win-win-Situation

Aber auch er war zunächst skeptisch, hörte sich die Pläne an, bevor er auch bei der SGM zusagte. "Ich wusste ja zunächst nicht, auf was wir uns einlassen. Aber in den Gesprächen bin ich zum Schluss gekommen, dass es eine Win-win-Situation ist", sagt Höra. "Infrastrukturell und finanziell ist das ein Vorteil." So ist geplant, dass die Heimspiele im Wechsel in Dimbach und Bretzfeld stattfinden.

"Ich sehe das etwas von außen, da ich ja ursprünglich vom TSV Neuenstein gekommen bin", sagt Bekler, der Kapitän beim SVD war. "Wir haben eine sehr familiäre Atmosphäre." Bevor das Team sein Ja-Wort gab, wurde zuerst der Mannschaftsrat befragt. "Bretzfeld stand ja mit offenen Armen da", sagt Bekler. "Und da auch die Spieler mitziehen wollten, sprach nichts dagegen." Zumal einige Dimbacher eine Bretzfelder Vergangenheit haben.

Der erste Schritt ist gemacht

"Ich war im Gespräch mit Heiko Höra gleich auf einer Wellenlänge", sagt Wilhelm. Er fungierte in Bretzfeld in der vergangenen Saison als Spielertrainer und rückt wieder ein kleines Stück nach hinten, kann sich dafür aber wieder mehr auf das Fußballspielen konzentrieren. "Die Art und Weise, wie man spielen will, hat gepasst. Jetzt kann ich vielleicht mal Tabellenregionen erreichen, die ich in den letzten Jahren nur gesehen und nicht gefühlt habe", sagt Wilhelm. "Für mich war entscheidend, dass auch die Mannschaft von Dimbach hinter der SGM stand." Dies überzeugte ihn davon, zu bleiben. "Ich denke, das ist auch für die Gemeinde auf lange Sicht die beste Option", sagt Wilhelm. Jetzt ist zumindest der erste Schritt gemacht. Die nächsten werden im Idealfall folgen. Ideen und Visionen sind zumindest vorhanden. Auch wenn sie noch in der Schublade liegen.

 

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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