Berg trainiert Türkspor Eppingen: Neuland für alle Beteiligten

Fußball  Der Verein aus der Kreisklasse A Sinsheim angelt sich erstmals einen deutschen Übungsleiter. Robert Berg ist ein sehr erfahrener Trainer.

Von Christian Holz
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Nachdenklich: Robert Berg (rechts) als damaliger Trainer des FC Rohrbach a. G. Der heute 57-Jährige ist im Kreis Sinsheim ein Altbekannter. Foto: Archiv/Klaus Krüger

Mit dieser Personalie hatten wohl die wenigsten gerechnet: Mit Robert Berg hat Türkspor Eppingen einen der erfahrensten Trainer der Region verpflichtet, der auch im Fußballkreis Sinsheim bereits zahlreiche Stationen vorweisen kann. So war der 57-jährige Leingartener unter anderem beim FC Stebbach, FC Rohrbach a.G. sowie dem TSV Ittlingen tätig. Zuletzt hatte Robert Berg den künftigen Ligakonkurrenten SG Stebbach/Richen trainiert. Überraschend an dieser Personalie ist insbesondere, dass Türkspor mit dem Trainer einen neuen Weg beschreitet und diesmal nicht auf einen türkischen Trainer zurückgreift.

Schwerpunkte für einen neuen Trainer wurden gesetzt

"Als sich abgezeichnet hat, dass es trotz der guten Ergebnisse mit Erhan Kara beruflich bei ihm schwierig werden würde, die Trainerarbeit weiter allein zu stemmen, haben wir überlegt, was die Schwerpunkte des neuen Türkspor-Trainers sein sollten", erklärt Teammanager Ferhat Fistikci die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Entscheidung. Dabei war früh klar, dass zum ersten Mal auch ein nicht türkischer Übungsleiter Thema sein könnte, ähnlich wie es Volker Keitel ab der Saison 2018/19 bei Türkgücü Sinsheim war.

Steigerungsmöglichkeiten in Sachen Disziplin

Für Türkspor lagen die Vorteile der neuen Kombination schnell auf der Hand: "Wir sehen deutliche Steigerungsmöglichkeiten bei der Disziplin und haben jemanden gesucht, der das mit unserer spielerischen Qualität im Kader in Einklang bringen kann", sagt Ferhat Fistikci. Den Kontakt zu Robert Berg stellten letztlich dessen Weggefährten Stefan Bartsch und Reinhard Mall her.

Auch für Berg selbst ist das Trainieren einer beinahe ausschließlich aus türkischen Spielern bestehenden Mannschaft Neuland. "Ich denke die kommende Saison zwingt jeden Trainer in dieser speziellen Situation dazu, sich neu zu erfinden. Es wird darum gehen, erst einmal wieder ganz grundlegende körperliche Voraussetzungen zu schaffen. Die Nationalität ist da kein Thema", sagt der 57-Jährige.

Saisonziel ist, oben mitzuspielen

Die sportliche Qualität jedenfalls für die von Ferhat Fistikci ausgerufene Zielsetzung, in der Kreisklasse A "oben mitzuspielen", die scheint in Eppingen gegeben, sofern man von Abgängen verschont bleibt. Schließlich beendete Türkspor die abgebrochene Saison 2020/21, auch aufgrund mehr ausgetragener Spiele, auf Rang eins. Allerdings wurden in der zurückliegenden Runde ja überhaupt nur wenige Begegnungen ausgetragen - und die Konkurrenz an der Spitze der A-Klasse war groß.

Viele Jahre im Abstiegskampf

Aber klar: Es hätte für Türkspor im weiteren Saisonverlauf auch erstmals wieder eine Platzierung im oberen Tabellendrittel werden können nach dem Kreisliga-Aufstieg in der Spielzeit 2012/13. Danach gelang in der Folgesaison mit Rang sieben zwar nochmals ein sehr achtbares Ergebnis, in den anschließenden Jahren indes wurde der Abstiegskampf zum ständigen Begleiter der Kraichgauer.

Unvergessen dabei ist die Saison 2017/18 als das Tabellenschlusslicht dank der besonderen Situation in der Landesliga ohne Kreis-Absteiger in der Relegation spielen durfte und mit einem 4:0 gegen den favorisierten VfL Mühlbach noch die Klasse hielt. Die Freude währte aber nur kurz: Eine Saison später stieg Türkspor als Vorletzter über die Relegation ab. Auch eine Klasse tiefer kam man zunächst nicht gut zurecht und profitierte als Tabellen-15. vom Abbruch. Die Sehnsucht ist also groß, mit dem neuen Trainer wieder erfolgreichere Zeiten einzuläuten.

 


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