Beim Videostudium werden die Probleme des VfB sichtbar

Fußball  Eppingen fehlen bisher Entschlossenheit und Konzentration für eine konstant gute Leistung. In Weinheim soll an diesem Samstag eine Reaktion her.

Email

Ciaran Fleck (links) dürfte in Weinheim für den gesperrten Marinko Balikic wieder in die Innenverteidigung des VfB rücken, Emre Durmus auf die Sechs.

Foto: Ralf Seidel

Vor dem Training ging es erstmal ins Sporthaus vor den Fernseher. Videostudium. Schauen, was genau beim Verbandsliga-Derby gegen den FC Zuzenhausen am Samstag schief gelaufen war. "Ich musste den Jungs viele Szenen zeigen", erklärt David Pfeiffer, Trainer des VfB Eppingen, vielsagend. Nein, er war gar nicht zufrieden, weder mit dem Ergebnis, dem enttäuschenden 2:2, noch mit der Leistung seines Teams. Warum, das war in jeder der vorgespielten Szenen klar zu sehen: "Wir waren über die kompletten 90 Minuten unkonzentriert."

Dass der VfB im Derby zum zweiten Mal in Folge in einem Heimspiel gleich zwei Punkte verschenkt und obendrein noch eine schwache Leistung gezeigt hatte, "das haben dann auch alle so gesehen", kann der Trainer diesem Anschauungsunterricht Positives abgewinnen. Dass Pfeiffer seiner Mannschaft diese Szenen vor dem Training zeigte, hatte durchaus Sinn: Er wollte die Lehren zwar mitnehmen in die neue Woche, das Derby selber aber abhaken. Zumal es an diesem Samstag wieder drei Punkte zu holen gibt - und die wollen die Eppinger aus Weinheim (15 Uhr) unbedingt mitnehmen. Jetzt erst recht.

TSG ist mit sieben Punkten in Schlagdistanz zum VfB

Anschauungsmaterial von Weinheim hatten die Eppinger aber nicht zur Verfügung bei der Vorbereitung aufs Wochenende. "Sie sind eine Unbekannte", sagt Pfeiffer. Was er über den Gegner weiß: "Die hatten viele Wechsel drin im Sommer, die Ergebnisse sehen gut aus, gerade der Sieg zuletzt gegen Waldhof", sagt David Pfeiffer. "Unterschätzen dürfen wir die sicher nicht." Zumal die TSG mit sieben Punkten in Schlagdistanz zu Eppingen steht, das mit neun Punkten aktuell Vierter ist.

Vielmehr muss Pfeiffer zum Gegner aber auch nicht wissen. Vor allem nach dem Auftritt gegen den FC Zuzenhausen muss der Fokus alleine auf der eigenen Leistung liegen. Und da erwartet Pfeiffer von seinem Team: eine "knallharte Topleistung". In den fünf bisherigen Spielen der Saison habe der VfB nicht ein Mal über die kompletten 90 Minuten überzeugen können. "Wir müssen viel mehr als bisher an unsere Grenzen gehen."

David Pfeiffer: Es fehlte bisher der Killerinstinkt

Auch dann, wenn zu Beginn einer Partie das Gefühl aufkommt, die Eppinger würden überlegen sein - das war sowohl beim 1:1 gegen Durlach-Aue als auch beim 2:2 gegen Zuzenhausen der Fall. "Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen - und wir dürfen schon gar nicht bequem werden", sagt der Eppinger Trainer. Sondern die Chance nutzen, zuschlagen, eine Entscheidung herbeiführen. "Es fehlte uns bisher der Killerinstinkt." Das im Vergleich junge Alter seiner Spieler lässt er jedoch als Ausrede nicht gelten. "Ich gehe auf den Platz, um zu gewinnen - egal ob ich 18 oder 28 bin. Das ist eine Typ-Frage."

Was nicht heißt, dass der Trainer am Charakter seiner Spieler Zweifel hat. "Wir meckern auf einem hohen Niveau", stellt er klar. Auch an der Grundausrichtung will er nicht rütteln, "zumal wir in Gommersdorf ein super Spiel gemacht haben". Negative Stimmung soll nicht hängenbleiben. "Wir haben jetzt zwei Mal Punkte verschenkt. Die Frage ist, was wir draus machen." Mitmachen können mit Emre Durmus und Florian Kradija zwei Erfahrene. Sie können helfen, dass das Videostudium am Montag wieder angenehmer wird.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen