Beim VfB Stuttgart sehen sie Licht am Ende des Tunnels

Fußball  Ein Offensiv-Trio mit Silas Katompa Mvumpa meldet sich gegen Mainz zurück. Schöne Erinnerungen an das 2:0 im Januar mit seinem 80-Meter-Solo.

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Ein Silberstreif am Horizont − hier mit Regenbogenbrustring: Silas Katompa Mvumpa könnte gegen den FSV Mainz zumindest in Teilzeit wieder mitwirken. Hier, am 30. Januar, hat er gegen Mainz ein Traumtor geschossen.

Foto: imago images/Pressefoto Baumann

Nein, das klang alles nicht nach Abstiegskampf. Pellegrino Matarazzo ging bei der digitalen Pressekonferenz am Donnerstagvormittag gut gelaunt und eloquent wie gewohnt seiner Arbeit nach. Der Cheftrainer des VfB Stuttgart sprach von einem kleinen Tief nach den Partien gegen Augsburg und Bielefeld, von Vollgas im Training, von positiven Zeichen im Spiel gegen Dortmund und noch besserer Qualität und Intensität in dieser Trainingswoche. Man könnte meinen, der VfB Stuttgart kämpft um den Anschluss an die Europapokalplätze. Doch der Blick auf die Tabelle der Bundesliga zeigt: Der Drittletzte sollte heute Abend (20.30 Uhr/DAZN) dringend gegen den FSV Mainz 05 punkten.

Zum einen sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Der VfB wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg, hat die Spiele gegen Augsburg (1:4), Bielefeld (0:1) und Dortmund (1:2) verloren. Zum anderen hat der VfB-Fan ungute Erinnerungen: Auch 2016 und 2019 dachten die Verantwortlichen, die Truppe mit dem roten Brustring sei besser als der Tabellenplatz - sie stieg jeweils ab. "Ich war nicht dabei", sagt Pellegrino Matarazzo und versichert, dass jedes Spiel nachbereitet, jeder Fehler thematisiert werde. "Die negativen Szenen laufen ein Mal in der Kabine, die positiven in Endlosschleife", sagt Matarazzo, der den Blick nach vorne bevorzugt: "Mich interessieren nur meine Jungs." Und die sorgen für Licht am Ende des Tunnels.

Auch Marmoush und Führich sind zurück

Das offensive Trio Omar Marmoush, Silas Katompa Mvumpa und Chris Führich sei eine Option für den Kader gegen den defensivstarken Tabellenachten aus Rheinhessen. Dass dieses Trio Stuttgart längere Zeit gefehlt hat, nicht zu vergessen der österreichische Nationalspieler Sasa Kalajdzic, sei so, "als würden bei Bayern München Lewandowski, Gnabry, Sané und Müller gleichzeitig ausfallen", sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat kürzlich dem SWR.

Pellegrino Matarazzo wollte die Bedeutung des zurückkehrenden Trios nicht überhöhen: "Ich will die Stärken der anderen nicht schmälern" - weil er sie weiterhin brauchen wird. Die Konstellation Freitagabend, Heimspiel, Mainz und Silas kann aber als hoffnungsvolle Erinnerung dienen, als ein Silberstreif am Horizont - mit schillerndem Regenbogenbrustring: Am 30. Januar besiegte der VfB die Mainzer mit 2:0, der zweite Treffer war ein atemberaubendes 80-Meter-Solo des Stürmers aus dem Kongo. Ein paar Wochen später riss sich der 23-Jährige das Kreuzband. Und kommt jetzt zurück.

Matarazzo: Silas bringt seine positive Energie ein

Was Silas Katompa Mvumpa ausmacht, beschreibt Pellegrino Matarazzo so: "Er ist im Training sehr aktiv, bringt seine positive Energie ein, hat gute Eins-gegen-eins-Situationen, macht seine Sache nach der langen Zeit sehr ordentlich." Nein, der in seinen bisher 25 Bundesligaspielen elfmalige Torschütze wird natürlich noch nicht von Beginn an spielen.

Das eine Problem des VfB sind die nicht gerade üppig geschossenen Tore: 16 in zwölf Spielen. Das andere Problem sind die üppig kassierten Tore: 22 - nur Fürth und Hertha BSC (der nächste Gegner am Sonntag in einer Woche) haben mehr. Es geht um die Balance. Und gegen Mainz konkret darum, "dagegenzuhalten, eklig zu sein, die sich bietenden Räume zu sehen", sagt Pellegrino Matarazzo, der auf den gelbgesperrten Tanguy Coulibaly verzichten muss und auch weiterhin auf Marc Oliver Kempf.

Zwei wichtige Spieler fehlen bei Mainz

Bei den Gästen fehlen Abwehrchef Stefan Bell (Gelb-Sperre) und Mittelfeldmann Dominik Kohr. "Es ist kein Geheimnis, dass sie bisher eine wichtige Rolle gespielt haben", sagt Trainer Bo Svensson. Die Nullfünfer haben zuletzt beim 1:1 gegen Köln nicht gerade geglänzt. Pellegrino Matarazzo sagt wiederum nach dem 1:2 in Dortmund: "Das Spiel hat uns gut getan, weil wir gesehen haben: Männer, wir können es noch!" Doch das reicht nicht immer - zum Klassenerhalt

 

Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

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