Beim VfB Stuttgart kommt es auch auf die zweite Reihe an

Fußball  Bei den Stuttgartern stehen einige Profis im Rampenlicht, aber Torjäger Sasa Kalajdzic verweist auf den Rest des Kaders: Da gibt es junge Kerle, die mittlere Altersklasse und einen fast Verschollenen.

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Daniel Didavi (li.) bejubelt sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Borussia Dortmund. Auch die Einwechslung von Erik Thommy (re.) brachte Schwung.

Foto: dpa

Pellegrino Matarazzo ist ein Trainer, der oft auswechselt. Bei der 2:3-Niederlage des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund nutzte er zuletzt alle fünf Wechselmöglichkeiten. Daniel Didavi, Pascal Stenzel, Erik Thommy, Philipp Klement und Darko Churlinov kamen rein. Das sind Namen, die vielfach auftauchen, wenn es um Kurzeinsätze geht. Die üblichen Startelf-Spieler beim VfB sind andere.

Seit Monaten gehört Mittelstürmer Sasa Kalajdzic zu den gesetzten Topspielern in der ersten Elf. Der Österreicher trifft und trifft und trifft. Aber er saß auch schon draußen und musste sehnsuchtsvoll zugucken. Also verwies Kalajdzic nach seinem 14. Bundesliga-Saisontor im Duell mit dem BVB auch auf die Jungs im Schatten. Auf die, die vom gleißend hellen Rampenlicht nicht angestrahlt werden. "Wir haben gute Spieler hinten in der zweiten, dritten Reihe." Da gebe es beim VfB Stuttgart ein ordentliches "Potenzial an Talenten".

Junge Kerle wie Naouirou Ahamada, Momo Cissé oder eben Darko Churlinov. Aber es gibt auch die mittlere Altersklasse. Das sind langjährige Profis wie Didavi, Thommy, Klement, Stenzel oder auch der fast ganz in der Versenkung verschollene Marcin Kaminski.

Matarazzo hat bisher keine Unruhe aufkommen lassen

Trainer Matarazzo hat es bislang geschafft, dass keine Unruhe aufgekommen ist, obwohl es etliche unzufriedene Profis im Stuttgarter Kader geben muss. Spieler wie Klement, die mit einer ganz anderen Erwartungshaltung zum VfB gekommen sind. Oder Spieler wie Stenzel, die mal absolute Stammkräfte waren, nun aber ins Hintertreffen geraten sind.

Der Kampf um Einsätze könnte zurzeit sogar noch viel heftiger sein, wären nicht in Silas Wamangituka, Nicolas Gonzalez, Orel Mangala und Gonzalo Castro vier Profis gegen Dortmund verletzt ausgefallen, die normalerweise zur VfB-Startelf gehören, wenn sie fit sind.

Das Spiel des VfB war mit Didavi am Samstag dynamischer

Ansprüche, von Beginn an zu spielen, hat Daniel Didavi am Samstagabend angemeldet. Nach seiner Einwechslung in der 61. Minute wurde das VfB-Spiel besser, dynamischer, gefährlicher. In der 78. erzielte der 31-Jährige das 2:2. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat sagte: "Da sieht man, was er uns geben kann."

Der für Didavi vom Platz gegangene U21-Nationalspieler Mateo Klimowicz war der schwächste Stuttgarter. Trainer Matarazzo wird seine Elf am kommenden Samstag bei Union Berlin vielleicht anders aufstellen. "Dida hat es sehr gut gemacht, eine sehr gute Energie auf den Platz gebracht", sagte er. Mislintat sieht nicht nur die sportliche Bedeutung des Offensiv-Routiniers. "Daniel ist unser Junge, unser Akademiespieler. Er kommt aus Stuttgart, ist ein Vorbild für viele unserer jungen Spieler, ein ganz toller Mensch und auch im Ausgleich der Nationen und Kulturen wichtig." Ja, die zweite Reihe ist wichtig.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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