Beim VfB II ist dann Endstation

Fußball  B-Ligist TSV Dühren muss sich beim VfB Eppingen II knapp geschlagen geben: Die Pokal-Experten um den neuen Trainer Falk Gerweck machen aus einem 0:2 und 2:3 noch ein 4:3 und stehen erneut im Finale. Dort kommt es am 31. Juli nun zum Duell mit dem TSV Ittlingen.

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Stefan Beierle (rechts) traf für Eppingen zum 2:2, sein Treffer zum 4:3 wurde dann aberkannt, später flog der Angreifer mit Gelb-Rot vom Platz.

Foto: Klaus Krüger

Der Außenseiter war auf dem richtigen Weg. Mit 2:0 und 3:2 führte der TSV Dühren, der Überraschungs-Halbfinalist im Kreispokal der Saison 2020/21, schon beim VfB Eppingen II. Am Ende aber musste der tapfere B-Ligist die Segel streichen. Die Pokalexperten des VfB schafften mit Kraft und Glück den Sprung in das Finale, wo sie am 31. Juli, wohl in Waibstadt, auf den TSV Ittlingen treffen. Die Käfer hatten gegen Epfenbach im Elfmeterschießen am Ende die besseren Nerven.

VfB Eppingen II - TSV Dühren 4:3 (1:2)

Das Spiel hatte kaum begonnen - da stand es schon 2:0 für den vermeintlichen Underdog. Noah Ottenthal in der vierten Minute per Kopf und Alexander Neu, der nach feiner Vorarbeit von Dominik Schock und Loris Lenz in der 10. Minute vollendet hatte, brachten Dühren früh in die Spur und Eppingen aus dem Konzept. Die Gastgeber wurden auf dem eigenen Kunstrasen förmlich überrollt. "Das war ja der Plan", verriet TSV-Trainer Rico Unser hinterher. Dass der B-Ligist gut und spielerisch auch kein B-Ligist ist, das hatte sich rumgesprochen. "Der Vorteil ist, dass die meisten trotzdem noch nicht wissen, was auf sie zukommt." Eppingen bekam das auf die harte Tour zu spüren und war erstmal nur neben der Spur. Erst ein Freistoß an der Strafraumgrenze brachte den Cupsieger von 2017 und 2019 zurück ins Spiel: Joschua Twardon nagelte den Ball zum 1:2 in den Knick (23.). "Ein Wachmacher", sagte der Sportlicher Leiter Simon Weiland. Nach dem Tor und der Trinkpause waren die Gastgeber besser drin, aber Dühren noch lange nicht raus. In der zweiten Hälfte spitzte sich das Hin und Her zu: Eppingen glich aus, Dühren ging in Führung.

Aber noch vor der Trinkpause traf Edrissa Nyassi zum 3:3, düpierte mit einem Volleyschuss aus knapp 30 Metern den Gästekeeper. Jetzt hatte der VfB klar Oberwasser. Zwar wurde ein Treffer von Beierle aberkannt, zwei Minuten später jedoch markierte Daniel Zeiser mit einem Schuss aus 15 Metern in den Winkel das 4:3 - der K.o. für Dühren. "Wir kriegen immer blöde Tore", ärgerte sich Unser über den eigentlich schon geklärten Angriff. Letztlich aber fehlte dem B-Ligisten die Kraft.

Davon hatte die junge Truppe der Gastgeber genug. "Diese Jungs sind fit, wild, haben nie aufgegeben", lobte Falk Gerweck. Aber auch er wusste, dass der Sieg glücklich war. Dicker Wehrmutstropfen am Ende: Beierle sah bei seiner Auswechslung erst Gelb und dann Gelb-Rot. "Ich weiß nicht, wegen was", ärgerte er sich. Das Finale verpasst er.

Tore: 0:1 (4.) Noah Ottenthal, 0:2 (10.) Alexander Neu, 1:2 (23.) Joschua Twardon, 2:2 (53.) Stefan Beierle, 2:3 (58.) Justin Kroll, 3:3 (66.) Edrissa Nyassi, 4:3 (82.) Daniel Zeiser. Gelb-Rot: VfB Eppingen, Beierle (90.).

TSV Ittlingen - VfB Epfenbach 3:1 n.E. (0:0)

Null null nach 90 Minuten - null null auch nach 120 Minuten: In der Hitze von Ittlingen boten beide Kreisligisten keine große Fußballkunst. "Für die Zuschauer war das kein schönes Spiel", sagte Matthias Vogt, Spielertrainer der Gäste, am Ende. Blöd für ihn und den VfB: Auch das Elfmeterschießen war aus Sicht der Gäste alles andere als erbaulich. "Uns haben die Nerven versagt." Matthias Vogt traf als einziger von vier VfB-Schützen. Die große Chance: vertan. "Das tut natürlich weh", gestand Vogt.

Um das Spiel in den 120 Minuten zuvor zu entscheiden, "hat es uns an Durchschlagskraft gefehlt", räumte Vogt ein. Dabei hatte der VfB mit einem Latten- und einem Pfostentreffer sogar zwei dicke Chancen. Dafür traf Ittlingen kurz vor Ende der regulären Spielzeit nicht. "Da hätten wir das Spiel entscheiden können", sagte der neue Trainer Martin Schenk, der seinen zweiten Pflichtspiel-Sieg feierte. Vor dem Endspiel am 31. Juli ist der TSV am nächsten Wochenende im badischen Pokal gefordert.

Einnahmen gehen an die Flutopfer

Einen guten Zweck erfüllt das Halbfinale zwischen dem VfB Eppingen II und dem TSV Dühren: Die beiden Vereine verständigten sich am Sonntagvormittag relativ spontan darauf, dass die Zuschauereinnahmen, die sich beide Halbfinalisten teilen, an die von der aktuellen Flutkatastrophe betroffenen Menschen gehen soll. Die Idee dazu hatte Eppingens Sportlicher Leiter Oliver Späth, der Kontakte nach Königsdorf im Rheinland pflegt. "Zwar kann man den Menschen aktuell am besten helfen, wenn man Gummistiefel anzieht und mit anpackt", erklärt Späth. Da das beruflich jedoch nicht machbar ist, wollte er anderweitig helfen - und dachte an eine Spende. "Die Dührener fanden diese Idee gut und waren gleich mit dabei", sagt Späth. map

Beim VfB II ist dann Endstation

Ein Duell auf Augenhöhe lieferten sich Tim Adrian Zieger (links, Ittlingen) und Florian Ziegler vom VfB Epfenbach − das besseren Ende hatten die Gastgeber.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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