Beim VfB Eppingen sind die Büffel im Anmarsch

Fußball  Mit dem SV Spielberg empfängt der VfB Eppingen wieder einen der Big Three der Liga

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Gegen Spielberg muss es im Angriff für Jan-Hendrik Hoyer (Mitte) und den VfB Eppingen so flutschen, wie beim 5:1 zu Hause gegen Friedrichstal.

Foto: Klaus Krüger

Wer nach Afrika reist, der möchte die Big Five sehen, die großen Fünf. Nashorn, Löwe, Büffel, Elefant und Leopard - die tierische Faszination des Kontinents. Geht es um die Big Three, also die großen Drei, der Verbandsliga Nordbaden, muss man nicht suchen. Man begegnet ihnen zwangsläufig. In jeder Saison zwei Mal. Die Herausforderung ist also nicht, die Großen zu Gesicht zu bekommen. Sondern es mit ihnen aufzunehmen, im Duell mit ihnen zu bestehen. Vielleicht zu überstehen.

Für den VfB Eppingen steht diesen Samstag - wieder - so eine Begegnung an. Um 15.30 Uhr ist der SV Spielberg zu Gast. Der Tabellenführer steht souverän an der Ligaspitze, hat so ziemlich alles platt gemacht, was sich ihm bisher in den Weg gestellt hatte. Im Stile einer Herde Büffel. Einzig der VfR Mannheim, ebenfalls einer der großen Drei, hat dem Büffeln einen Punk abnehmen können - liegt als Dritter aber vier Punkte hinter Spielberg. Dazwischen mit 23 Punkten: Mutschelbach, der dritte im Bunde der Big Three.

Mannheim und Mutschelbach schielen nach Eppingen

"Mannheim und Mutschelbach schielen an diesem Spieltag nach Eppingen", ist sich VfB-Trainer David Pfeiffer sicher. "Die trauen uns was zu gegen Spielberg." Zumal zuletzt auch der VfR die Stärke der Eppinger live erleben durfte, als der Traditionsclub sich knapp mit 1:0 durchsetzte. "Das Tor fällt durch einen abgefälschten Schuss im letzten Drittel des Spiels. Das hätte davor gut auch in die andere Richtung kippen können", meint Pfeiffer über den Vergleich mit dem großen VfR. Seine Jungs waren selber enttäuscht, weil sie leistungsmäßig mehr können. Der letzte Tick, er hat gefehlt. "Ich hoffe auf einen gewissen Lernprozess", sagt der Trainer mit Blick auf Samstag.

Und auf eine Reaktion. So, wie sie die Eppinger schon öfter nach sieglosen Spielen diese Saison schon gezeigt haben. "Wir haben noch zu viel Respekt gezeigt. Wenn wir den ablegen und an unser Optimum rankommen, können wir für ein mindestens offenen Spiel sorgen." Da kommt es gelegen, dass mit Florian Kradija ein Leistungsträger des VfB inzwischen wieder im Mannschaftstraining ist, auch Valerij Felk hat mit angezogener Handbremse trainiert. Sollte Binak Elshanaj zur Verfügung stehen, der Anfang der Trainingswoche umgeknickt war, hat der VfB in der Defensive alle Mann an Bord.

Herde mit Leitkuh Fabian Geckle

Das sind gute Nachrichten, wenn gleich eine ganze Herde Büffel, angeführt von Leitkuh Fabian Geckle, im Anmarsch ist. Der 25-jährige Angreifer des SV, der auch schon für den FC Bruchsal auf Torejagd ging, hat schon wieder elf Treffer auf dem Konto, das macht knapp ein Drittel der 31 Treffer. "Wir kriegen das nur in Griff, wenn wir defensiv kompakt arbeiten", sagt Pfeiffer.

Und in der eigenen Offensive? Da haben die Eppinger eine harte Nuss zu knacken - Spielberg hat mit fünf Toren in der Liga die wenigsten kassiert. Zwar muss sich der VfB Eppingen mit bisher 18 geschossenen Toren nicht verstecken. "Das offensive Spiel liegt uns", sagt Pfeiffer. Genauso wollen sie es auch gegen den Favoriten machen. Offensiv.

Hohe Laufbereitschaft, aggressives Pressing und viel Mut

Trotz der großen individuellen Klasse der Spielberger wird Eppingen seiner Linie treu bleiben: mit hoher Laufbereitschaft, aggressivem Pressing und viel Mut im Ballbesitz. Kurzum: auf die eigenen Stärken besinnen. "Es wäre geil, gegen einen der Big Three ein Ausrufezeichen zu setzen - auch mit Blick auf den Endspurt der Vorrunde", findet Pfeiffer. Zwar steht der VfB aktuell als Fünfter gut da, allerdings trennen Platz vier und zwölf gerade mal sechs Punkte.

In Eppingen aber ist das kein Anlass zur Sorge. Schließlich habe man ein hartes Auftaktprogramm gehabt und - Spielberg mit eingerechnet - nicht nur die Big Three, sondern mit Ausnahme von Gommersdorf schon gegen alle Teams von oben gespielt. "Jetzt spielen wir erstmal die Vorrunde zu Ende, dann lässt sich alles besser bewerten", sagt Pfeiffer. Sollte der VfB gegen die Teams von unten wie erwartet punkten, gehört er definitiv zu den Top Five.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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