Badischer Pokal: ein Derby, ein Favorit und drei Außenseiter

Fußball  Im Verbandspokal warten auf die Sinsheimer Teams attraktive Gegner, dafür sind die Aussichten auf ein Weiterkommen zumeist gering. Ein Überblick der Partien am Wochenende.

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In Runde eins des Verbandspokals der Vorsaison trafen Daniel Hotel (links) mit Neckarbischofsheim und Ibrahim Akseven mit Steinsfurt auch schon aufeinander - beim Wiedersehen haben sich die Vorzeichen aber geändert.

Fotos: Klaus Krüger

Mit gleich acht Mannschaften ist der Fußballkreis Sinsheim in dieser Saison im Verbandspokal vertreten – wobei einer die Segel schon hat streichen müssen. Die sieben anderen Teams starten am Wochenende in die erste Runde, zumeist als Außenseiter. Klar ist aber: Ein Sinsheimer Team schafft es sicher in Runde zwei. So stehen die Chancen.

 

TSV Neckarbischofsheim – TSV Steinsfurt (So., 17 Uhr)

Das Duell gab es so schon? In Runde eins? In Neckarbischofsheim? Richtig! Vor noch nicht ganz einem Jahr setzte sich der Gastgeber mit 2:1 gegen den damaligen Ligakonkurrenten durch. Inzwischen jedoch haben sich die Vorzeichen verändert: Weil der Aderlass groß war, hat sich Neckarbischofsheim freiwillig in die Kreisliga zurückgezogen, Steinsfurt ist daher Favorit in diesem Nachbarschaftsduell. Alles kein Problem für die Gäste, wären da nicht große Sorgen im Vorfeld des mit Freude sowie Spannung erwarteten Duells. "Es ist Wahnsinn, wir haben sehr viele Verletzte", klagt Steinsfurts Spielertrainer Julian Keitel. Acht Spieler fallen definitv aus – weitere drei sind fraglich. Dennoch: "Egal wie: Wir versuchen zu gewinnen", sagt Keitel, der selber ausfällt. Beim 1:2 im Vorjahr war Steinsfurt komplett, diesmal ist es anders – vielleicht ja auch das Ergebnis. Sein Gegenüber Neso Duric will aber auch weiterkommen, sieht in dem Duell den richtigen Test für diese Phase der Vorbereitung. "Wir freuen uns auf das Spiel", sagt er.

 

Badischer Pokal: ein Derby, ein Favorit und drei Außenseiter

Die Ittlinger Dustin Brunner (li.) und Mats Retter (re.) haben mit dem TSV in dieser Vorbereitung schon zwei Pokalspiele absolviert, vier werden es mindestens.

TSV Ittlingen – ASC Neuenheim (So., 17 Uhr)

Pokal-Erfahrung haben die Ittlinger in dieser Vorbereitung schon zur Genüge angehäuft: Zwei Mal waren die Käfer bereits im alten Kreispokal im Einsatz – und stehen nach zwei Siegen im Finale. Bevor es nächste Woche schon um den ersten Titel geht, darf die Mannschaft des neuen Trainers Martin Schenk im Verbandspokal ran. Als Außenseiter. Klar. Denn mit dem ASC Neuenheim kommt eines der Topteams der Landesliga zu den Ittlingern. "Wenn die als Mannschaft auftreten, bei der ganzen individuellen Klasse, dann wird es sehr schwer für uns", meint Schenk. Der Trainer bleibt dem Motto der Kreispokalspiele treu: "Für uns ist das ein weiteres Vorbereitungsspiel." Allerdings eines, auf das man sich besonders freut. "Wir haben richtig Bock und wollen mal schauen, ob wir Neuenheim nicht ärgern oder gar überraschen können."

 

Victoria Bammental – TSV Kürnbach (So., 15 Uhr)

Erstes Spiel und dann gleich ein dicker Brocken: Kürnbach ist beim Ligakonkurrenten, dem Topfavoriten auf den Aufstieg, Außenseiter. "Mut macht uns aber, dass wir uns in Bammental letzte Saison richtig gut verkauft und da definitiv eines unserer besseren Spiele gemacht haben", erinnert sich Trainer Andreas Macelski. Dennoch ging die Partie mit 0:1 verloren. Durch einen späten Treffer. "Solange es 0:0 steht, ist alles im grünen Bereich", gibt Macelski die Richtung vor. "Wir wollen Nadelstiche setzen, die tun auch gestandenen Mannschaften weh."

 

TSV Dühren – VfB St. Leon (So., 17 Uhr)

Für den kleinen TSV Dühren ist dieses Spiel eine große Sache. "Dieser Verein hat vermutlich seit Jahrzehnten nicht gegen einen Landesligisten gespielt", sagt Trainer Marvin Ziegler. Die Chancen für den B-Ligisten: bei 20:80 vielleicht, sagt der Trainer. Zumal auch in St. Leon nicht verborgen geblieben ist, dass Dühren kein wirklicher B-Ligist ist. "Ich habe gehört, dass die uns nicht unterschätzen werden", sagt Ziegler. Landesligist hin oder her: Die Dührener wollen ihrer Linie treu bleiben, an ihrer Ausrichtung nicht viel ändern. "Wenn wir uns nur hinten reinstellen, würde es unserer Spielweise schon widersprechen." Zudem ist das Duell das erste Heimspiel seit neun Monaten – "darauf freue wir uns und vielleicht ist es ein kleiner Vorteil", sagt Ziegler.

 

Spvgg 06 Ketsch – FC Zuzenhausen (So., 17 Uhr)

Natürlich hatte es sich Trainer Steffen Schieck anders gewünscht. Vielleicht ein Heimspiel. Ein nicht ganz so unangenehmer Gegner. "Es ist immer eklig, in Ketsch zu spielen", sagt der FC-Trainer. "Aber klar: Wir sind als Landesligist Favorit – und wollen im Pokal am Ende auch so weit wie möglich kommen." Zuzenhausen ist gewarnt: Im Vorjahr flog man gegen einen Landesligisten raus.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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