Angriffslustiger Blondowski setzt beim TSV Pfedelbach auf Flexibilität

Fußball  Der Fußball-Landesligist TSV Pfedelbach ist in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Der Kader des Landesligisten wurde etwas verbreitert, das Trainerteam ist neu aber alt bekannt.

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Michael Blondowski (Mitte) hat das Traineramt in Pfedelbach von Martin Wöhrle (links) übernommen. Kapitän Markus Schilling (rechts) wird Co-Trainer.

Foto: Marc Hofacker

Das neue Trainerteam hat beim TSV Pfedelbach die Arbeit aufgenommen. Aber, was heißt da neu? Chefcoach Michael Blondowski und seine beiden Co Sead Halilovic und Markus Schilling sind ja alte Bekannte. Blondowski/Halilovic assistierten die vergangen Jahre Martin Wöhrle und Schilling trug die Kapitänsbinde. Eingewöhnungszeit braucht es da keine.

Auch sonst gibt es vor der Landesliga-Saison Nummer vier nur wenige Änderungen. Mit Dennis Petrowski und Andreas Cebulla (beide Gommersdorf) gibt es zwei Abgänge. "Da es diese Saison 19 Mannschaften in der Liga hat und es damit mehr Spiele gibt, wollten wir den Kader etwas vergrößern", sagt Blondowski.

Und so wurden mit Offensivmann Janik Pfeiffer (TSV Ilshofen II), Torhüter Hannes Fischle (SC Michelbach/Wald), Mattia Frank (Rückkehrer von der TSG Öhringen), Mario Lebherz (eigene Jugend), Daniel Schmidgall (eigene Jugend) und Beri Bardadze (Gastspieler aus Georgien, der Au Pair in der Region macht) bisher sechs Neuzugänge bekannt gegeben.

Motivation ist nach der langen Pause hoch

Nach der langen Pause ist die Motivation der Pfedelbacher hoch. "Ich gehe mit viel Angriffslust in die Saison", sagt Blondowski. Zum Trainingsauftakt gestern Abend ging es noch etwas ruhiger zu. "Ich wollte der Mannschaft einfach erklären, welchen Fußball ich spielen will", sagt Blondowski. "Dann bringen wir den Körper etwas in Schwung. Ab Freitag geht es dann richtig los."

Und welchen Fußball will Blondowski spielen lassen? "Es ist schwer, dies in Kürze zu beschrieben", sagt Blondowski. "Wir wollen variabel sein, auf verschiedene Situationen reagieren können und immer Lösungen haben." Eine große Rolle werden die Themen Pressing und Gegenpressing spielen.

"Mir ist es wichtig, dass wir immer angriffsbereit sind und auf unsere Chance lauern. In bestimmten Phasen des Spiels wollen wir den Ball, aber nicht immer." Außerdem hofft er auf eine größere defensive Stabilität. "Wir haben in der vergangenen Saison im Schnitt mehr als zwei Gegentore pro Spiel kassiert. Das ist zu viel."

WFV-Pokal-Viertelfinale der vergangenen Saison am 1. August

Wie schnell die Mannschaft die Vorgaben umsetzen kann, zeigt sich am 1. August. Denn dann steht für die Pfedelbacher bereits das erste Pflichtspiel auf dem Programm - allerdings eines, das offiziell noch zur vergangenen Saison gehört: Das Viertelfinale im WFV-Pokal gegen den Ligakonkurrenten FV Löchgau.

Es ist damit auch Blondowskis Pflichtspielpremiere als Chefcoach. "Es gibt schlimmere erste Pflichtspiele", sagt Blondowski. "Da freut sich jeder drauf. Natürlich wollen wir ins Halbfinale. Aber in der Vorbereitung liegt das Hauptaugenmerk nicht auf diesem Spiel. Wir versuchen, uns schon entsprechend darauf vorzubereiten, aber alles wird auf die Saison ausgelegt."

Sollten es die Pfedelbacher bis ins Finale schaffen, müssen sie sich auf einen späteren Saisonstart als geplant einstellen. Denn mittlerweile ist der Finaltag der Amateure auf den 22. August terminiert und wird wie üblich im Stuttgarter Gazi-Stadion ausgetragen.

Erster Testlauf für die Hygiene-Regeln

Das Pokal-Viertelfinale wird auch ein erster Testlauf für das sein, was auf den Verein in den nächsten Wochen und auch Monaten in Sachen Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen zukommt. Ein genaues Konzept wird von den Verantwortlichen aber noch erarbeitet und fixiert, sobald die Vorgaben und Empfehlungen des Verbandes da sind. "Im Moment ist alles noch sehr vage und schwierig", sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Marc Hofacker.

Aber das ist ein Problem, mit dem sich der Trainer nicht zu sehr auseinandersetzen muss. Sein Blick liegt auf dem Team und dem nächsten Klassenerhalt.

"Es sind dieses Jahr viele Teams", sagt Blondowski. "Aber die Stärke der Liga interessiert mich im Moment noch nicht. Wir schauen erstmal nach uns. Ich will sehen, dass wir konkurrenzfähig sind. Wie wir abschneiden, sehen wir. Die Saison wird hart, lang, interessant."

Jeder kann etwas dafür tun, dass die Saison komplett gespielt werden kann

Michael Blondowski rechnet mit einer annähernd normalen Saison, die zumindest zu Ende gespielt werden kann - trotz der Corona-Pandemie. "Natürlich muss man sehen, wie sich alles entwickelt", sagt der Pfedelbacher Trainer. "Aber wir können unseren Teil dazu beitragen, dass alles glatt läuft, indem wir uns an die Hygienevorgaben halten." Und das bezieht er nicht nur auf seine Mannschaft.


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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