Angriff auf Schiedsrichter sorgt für Spielabbruch in Abstatt

Fußball  Das sportliche Geschehen in der Kreisliga A1 wurde am Sonntagnachmittag von einem Spielabbruch überlagert. Die Begegnung zwischen dem SC Abstatt und Blau/Weiß Heilbronn wurde vom Schiedsrichter in der Nachspielzeit abgebrochen.

Von unserem Redakteur Andreas Öhlschläger und Rudi Tschirner
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„Ich bin seit 25 Jahren Schiedsrichter, aber so einen Spielabbruch hatte ich noch nie“, sagt Joachim Bessler. Plötzlich lag er flach, zuvor hatte ihn der Heilbronner Torwart Tomislav Brescakovic attackiert. „Ich habe aus dem Augenwinkel gesehen, dass er aus dem Sechzehner auf mich zugerannt kommt, dann habe ich mich in seine Richtung gedreht und gedacht: Irgendwann hält er an, um zu reklamieren. Aber dann ist er mit seiner Brust auf meine Brust geprallt“, erzählt der Unparteiische aus Bretzfeld.

„Er war bei ihm, er hat ihn berührt“, bestätigt Tominac Tihomir, der Vorsitzende von Blau/Weiß Heilbronn. Seine Sicht des Geschehens in Abstatt: „Der Schiedsrichter hat sich runtergeschmissen, das war übertrieben.“ Walter Sammet, der erste Vorstand des SCA, war ebenfalls Augenzeuge. Er beschreibt den Vorfall drastischer: „Der Torwart ist völlig ausgerastet, dann auf den Schiedsrichter zugerannt und hat ihn umgeworfen.“

Gegentore zu viel fürs Nervenkostüm?

Der Grund für die Attacke auf den Unparteiischen war das direkt vorausgegangene Tor des SC Abstatt zum 4:3. „Unser Torwart wurde da gefoult“, sagt Tominac Tihomir. Walter Sammet erzählt: „Er konnte den Ball in dieser Szene nicht festhalten, der ist ihm entglitten, dann haben wir das 4:3 geschossen.“ Emin Karaman war der Schütze. Und Sammet sagt: „Der Torwart von Blau/Weiß hat schon vorher bei unserem 3:3 nicht gut ausgesehen, dabei hatte er bis dahin super gehalten.“ In der 88. Minute war es Kleonikos-Klevis Priftis gewesen, der traf. Ganz zum Schluss war sie weg, die Heilbronner 3:2-Führung durch drei Treffer von Kresimir Strangar. Das war offensichtlich zu viel fürs Nervenkostüm von Schlussmann Brescakovic.

Schiedsrichter Bessler betont: „Vor dem 4:3 ist der Torwart außerhalb seines Fünfmeterraums zusammen mit einem Abstatter Spieler hochgestiegen, als der Ball kam, das war Körper an Körper, aber er genießt da keinen besonderen Schutz. Ich weiß, dass nicht immer alles Gold ist, was wir im Amateurfußball entscheiden, ich war lange selbst Spieler. Doch das war kein Regelverstoß zum Nachteil des Torwarts.“

Vor dem Abbruch gab's die Rote Karte 

Walter Sammet will aus dem Spielabbruch kein großes Ding machen. „Die Gemüter haben sich dann ja wieder beruhigt.“ Der attackierte Referee rappelte sich nach dem ersten Schreck auf, zeigte dem Keeper die Rote Karte, bevor die Partie abgebrochen wurde. „Wir sind dann immer in der Nähe des Schiedsrichters gewesen“, sagt SCA-Vorstand Sammet. Schiri Bessler berichtet: „Es haben sich auch Spieler von beiden Teams schützend um mich gestellt. Im Spiel gab es zuvor keine Probleme.“


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