Amateurfußball blickt noch in die Glaskugel

Fußball  In den nächsten Wochen entscheidet sich, wann es wie im Fußballkreis Sinsheim weitergeht. Es gibt Hoffnungen auf einen Start im September.

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Was die neue Fußballsaison im Kreis angeht, ist vieles noch im Unklaren. Die Hoffnung bleibt aber, dass ab September wieder gekickt werden kann.

Foto: Archiv/Gerner

Der Verbandstag ist rum, die Entscheidung, wie mit der vergangenen Saison umgegangen werden soll, ist wie berichtet gefallen. Wie aber sieht es mit der Zukunft aus, wie wird es weitergehen? Welche Folgen ziehen die Entscheidungen nach sich, wie geht es jetzt im Fußballkreis Sinsheim in den nächsten Wochen und Monaten weiter? Klar ist, dass noch nichts klar ist. Ein Überblick.

 

Was ist nach dem Verbandstag bisher geschehen?

Direkt im Anschluss an die Sitzung am Samstag hat der Badische Fußballverband erste Regelungen für die neue Spielzeit beschlossen. Die Delegierten hatten dem Vorstand dafür die entsprechende Ermächtigung erteilt. Dazu gehört, dass ein Verein im Fall einer Insolvenz ausnahmsweise nicht absteigen muss, teilt der Badische Fußballverband mit. Geändert wurde zudem die Wartefrist: Eigentlich darf ein Spieler, sobald er sechs Monate nicht für einen Club gespielt hat, ohne dessen Einverständnis den Verein wechseln. Diese Regel bleibt zwar bestehen, aber die Zeit vom 12. März bis 30. Juni 2020 wird nicht mit eingerechnet.

 

Was müssen die Vereine als nächstes beachten?

Außer abzuwarten? Die Mannschaften für die neue Runde melden. "Bis zum 30. Juni läuft die Meldefrist", erinnert Johannes Schinko. Zu Beginn der Woche lagen beim Spielleiter des Fußballkreises Sinsheim gerade elf Meldungen vor. "Es läuft ja auch erst seit Kurzem", gibt sich Schinko entspannt. Er rechnet aber damit, dass die meisten Clubs erst spät ums Eck kommen. Parallel soll auf Verbandsebene in den nächsten Wochen der Rahmenterminkalender erstellt werden – immer abhängig davon, wann was wieder möglich ist.

 

Sind im Kreis Sinsheim nach den Entscheidungen mit ausgesetztem Abstieg gravierende Änderungen in den Staffelstärken zu erwarten?

In der Kreisliga und der Kreisklasse A eher nicht. "Das betrifft vorrangig die oberen Klassen, also Verbandsliga und Landesliga", sagt Schinko. In der Kreisliga Sinsheim werden nach heutigem Stand 17 Mannschaften an den Start gehen – eine mehr als normalerweise. Es droht auch kein verschärfter Abstieg in dem Sinn: Statt ein Team wird es dann wohl zwei erwischen. Sofern von oben keiner der drei Sinsheimer Landesligisten runterkommt, wäre die Kreisliga schon binnen eines Jahres wieder auf Normalniveau. "Im Vergleich zu den höheren Ligen ist das bei uns im Kreis überschaubar", findet Schinko. Sollten aber alle drei Sinsheimer Landsligisten absteigen, "reden wir von einer anderen Hausnummer". Vorerst keine Veränderungen gibt es in der A-Klasse: Diese Staffel dürfte mit 16 Mannschaften starten.

 

Wie sieht es in den B-Klassen aus?

Zwar sind die beiden Meister aufgestiegen und runter kommt von oben niemand – weshalb die Staffeln eher schrumpfen. "Wir werden in beiden Staffeln vielleicht auf 16 Mannschaften kommen, wenn überhaupt", sagt der Kreisspielleiter. Ansonsten sind eher die üblichen Sommer-Schwankungen zu erwarten. Manche Clubs melden vielleicht eine zweite Mannschaft in Konkurrenz an – andere ab. Das wird sich erst nach dem Ablauf der Meldefrist zeigen.

 

Wann beginnt die neue Runde?

Das hängt von den Lockerungen seitens der Politik ab. Der Verband hat aber ein klares Ziel: "Alle unsere Bemühungen gehen dahin, dass wir nach dem 1. September wieder loslegen können", hatte Präsident Ronny Zimmermann schon am Samstag gesagt. Die Spielleiter sind dazu aufgefordert, die Meisterschaftsspiele so anzusetzen, dass möglichst vor dem ersten Spiel vier Wochen mit Körperkontakt trainiert werden kann – und auch Testspiele möglich sind.

 

Wie wird der Modus in der neuen Saison aussehen?

Noch besteht die Hoffnung, dass alles beim Alten bleibt, also eine Runde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen werden kann. "Wenn wir Anfang September starten können, ist das mit einer überschaubaren Anzahl an Unter-der-Woche-Spielen drin", sagte Verbands-Vize Rüdiger Heiß. Klar sei aber auch, dass für den Fall eines späteren Starts Alternativen geprüft werden müssten. Johannes Schinko hält eine Einfachrrunde für denkbar, in deren Anschluss eine Auf- und Abstiegsrunde folgt. Die Staffeln könnten auch gleich geteilt werden, dann gäbe es Hin- und Rückrunde und danach erst eine Auf- und Abstiegsrunde. "Zeitlich wäre damit bereits einiges gewonnen", sagt er.

 

Wie genau soll der Kreispokal nun zu Ende gebracht werden?

Formal müsste der Kreispokal nicht zu Ende gespielt werden, zumal die Teilnehmer für den übergeordneten Verbandspokal mit dem ausgetragenen Viertelfinale bereits feststehen. Die vier Halbfinalisten sind automatisch qualifiziert – eigentlich. Denn in diesem Jahr stehen mit dem VfB Eppingen II und dem FC Zuzenhausen II zwei zweite Mannschaften im Halbfinale, die im Verbandspokal nicht starten dürfen, weil deren Vereine bereits mit der ersten Garnitur teilnehmen. "Ersatz dürfen wir nicht melden", sagt Kreispokalleiter Bertold Graf. Somit sind von den Halbfinalisten nur der TSV Steinsfurt und der FVS Sulzfeld dabei. Für die Entscheidung, wie der Kreispokal noch ausgespielt werden soll, will Graf die vier Halbfinalisten gerne mit einbinden. "Wir werden uns mit den Vereinen kurzschließen", sagt er. Denkbar wäre, die Pokalspiele in die Vorbereitung zu integrieren.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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