Alles läuft auf Marcus Mann hinaus

Fußball  Marcus Mann ist der Wunschkadidat für den Posten des Nachwuchsdirektors bei der TSG Hoffenheim. Für den 36-Jährigen spricht tatsächlich viel, der langfriste Vertrag als Manager des 1. FC Saarbrücken scheint jedenfalls kein Hindernis zu sein.

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Ein letzter Wink? Saarbrückens Manager Marcus Mann ist bei der TSG Hoffenheim als Direktor für den Nachwuchs der Wunschkandidat.

Foto: imago images/Huebner

Kein Kommentar. Natürlich nicht. An Spekulationen möchte sich die TSG Hoffenheim nicht beteiligen. Da bleibt sich der Bundesligist treu, auch wenn es um den Direktor für den Nachwuchs geht. Seit dem überraschenden und kurzfristigen Abgang von Dirk Mack im Januar ist die Stelle vakant, die Corona-Pandemie hat die Suche nach einem geeigneten Nachfolger nicht ausgebremst, aber doch deutlich erschwert.

Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass Marcus Mann, derzeit noch Manager beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, kurz vor der Vertragsunterschrift bei der TSG steht. Jenem Verein, für dessen zweite Mannschaft der 36-Jährige zwei Jahre lang kickte.

Ein Dementi klingt anders

"Wir verkünden nach wie vor keine Wasserstandsmeldungen", beantwortet TSG-Pressesprecher Holger Kliem eine Anfrage der Heilbronner Stimme. Nur was fix ist, werde auch kommuniziert. Ein Dementi sieht anders aus - und ist auch aus Saarbrücken nicht zu hören. Geschäftsführer David Fischer verweist auf den Status quo: "Marcus Mann hat einen langfristigen Vertrag bei uns, daher sind wir grundsätzlich beruhigt."

Und doch führt Manns Spur nach Hoffenheim, zumal er sich auch öffentlich auf einen Flirt mit der TSG eingelassen hat. Der Schwager von KSC-Trainer Christian Eichner ließ wissen, "dass Hoffenheim eine Sache ist, die mich sehr beschäftigt. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass da keine Gedanken sind."

Mann soll ein Angebot vorliegen

Und nur zum Spaß wird sich Mann kaum mit seinem alten Verein beschäftigen - der Wunschkandidat der TSG soll inzwischen ein entsprechendes Angebot vorliegen haben. Die Frage, die sich Mann selber beantworten muss, ist, welcher Job der bessere ist.

In Saarbrücken hat der 36-Jährige nach vier Jahren seine Mission erfüllt: Als Manager hat er den Traditionsclub zurück in den Profifußball befördert - als souveräner Tabellenführer der Regionalliga ist der ehemalige Bundesligist nach dem Abbruch der Saison nun in die 3. Liga aufgestiegen. Dort wartet ein spannendes, aufgrund der unklaren Rahmenbedingungen aber auch herausforderndes bis schwieriges Umfeld. Im Vergleich dazu ist Hoffenheim, gerade die Akademie, in sichereren Gewässern unterwegs.

Ein Karrierebooster ist die Akademie zudem: Die bisherigen Nachwuchsdirektoren der TSG sind nach ihrem Abschied weich gelandet. Michael Mutzel ist Manager des Hamburger SV, wo auch Bernhard Peters einst gewirkt hatte. Dirk Mack leitet ein Nachwuchsprojekt in China, was auch finanziell ein Sprung in eine andere Dimension gewesen sein dürfte. Alexander Rosen ist seit sieben Jahren Direktor für den Profifußball bei der TSG Hoffenheim.

Schon vor Corona war es ein heißer Flirt

Und ein Freund von Mann. Auch das spricht für den Schwaben als Kapitän auf der Brücke. Bereits vor Corona war dieser Flirt heiß geworden, Hoffenheim hätte die Personalie lieber gestern als heute geklärt. Auch vor dem Hintergrund, dass Verträge der Jugendspieler in diesem Jahr ungewöhnlich geballt ausliefen. So haben die Hoffenheimer mehrere Talente an die direkte Konkurrenz verloren: Armindo Sieb hätte man dem Vernehmen nach gern gehalten, der U19-Spieler schloss sich jedoch Bayern München an.

Kerim Çalhanoglu und Luca Campanile gehen zu Schalke 04, Mamin Sanyang (FC Bayern) und Melkamu Fraundorf (FC Liverpool) sind auch auf dem Absprung. "Es ist eine Auszeichnung für uns, wenn sich Topvereine für unsere Spieler interessieren", sagt Dominik Drobisch, Leiter der Akademie. Er kündigt für nächste Woche zwei Toptransfers an. Gut möglich, dass die schon von Marcus Mann verkündet werden.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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