Akzeptanz, aber kein Beifall für Saison-Annullierung

Fußball  Die Saison im Amateurfußball ist seit Freitag abgebrochen und wird annulliert. Das war absehbar, doch einige Vereinsvertreter hätten sich mehr Einfallsreichtsum ihrer Verbände gewünscht.

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Die Amateursaison ist seit Freitag beendet. Es blieb dem Württembergischen und Badischen Verband keine andere Möglichkeit, als die Spielzeit zu annullieren. Das stößt bei allem Verständnis nicht überall auf Gegenliebe. Einige Vereinsvertreter hätten sich alternative Optionen gewünscht.

Wie Onur Celik, Vorstand des Unterland-Bezirksligisten VfR Heilbronn: "Das ist ärgerlich. Wenn man sieht, dass seit mehr als fünf Monaten nicht mehr gespielt wird und sich, was das Coronavirus betrifft, keine Besserung einstellt, ist die Entscheidung klar nachvollziehbar", sagt Celik. "Aber man hätte eine andere Lösung suchen können." Celik hätte die bayerische Variante bevorzugt - und die Saison im Herbst weitergespielt. "Dafür habe ich schon vergangenes Jahr plädiert. Aber die Verantwortlichen sind dazu wieder nicht mutig genug gewesen."

Vereinsvertreter hätten sich mehr EInfallsreichtum gewünscht

Ähnlich sieht es Karl-Heinz Sprügel, Manager des Verbandsligisten FSV Hollenbach. Er hätte sich im Vorfeld mehr Einfallsreichtum bei Alternativ-Lösungen vom Verband gewünscht. "Es ist enttäuschend, aber wir akzeptieren es. Der WFV hat sich keine Gedanken darüber gemacht, eine Lösung zu finden. Dass das schwierig ist, wissen wir alle, aber man hat so den leichtesten Weg gewählt." Ähnliches hatte auch FSV-Trainer Martin Kleinschrodt gesagt. Der Verein schickte dem WFV noch einen Brief mit Vorschlägen, diese seien aufgrund der Statuten aber nicht machbar gewesen.

"Da bin ich voll auf seiner Linie", sagt Eugen Bartl, Vorstandsmitglied des nordbadischen Verbandsligisten VfR Gommersdorf. "Ich hätte mir in der besonderen Lage gewünscht, dass auch besonders reagiert wird. Aber wir können damit leben." Immerhin sind jetzt klare Verhältnisse geschaffen, findet Oliver Späth, der nichts anderes als die Annullierung der Saison erwartet hatte.

Sorgen um die Kinder machen sich breit

"Wer die Entwicklung auf politischer Ebene verfolgt hat, dem musste das klar sein", sagt der Sportliche Leiter des VfB Eppingen. Die kurzen Lockerungen hätten ihn zwar beinahe Lügen gestraft, "was mir in dem Fall Recht gewesen wäre". Geändert aber hat es nichts mehr. Das Aus sei kein Weltuntergang, meint Späth und blickt auf Einzelhandel und Gastronomie, die es weit härter träfe. Einzig um die Kinder sorgt er sich. "Für die Kleinen waren die wenigen Trainingseinheiten vor Wochen eine Befreiung." Ob nicht wenigstens in diesem Bereich in absehbarer Zeit und mit guten Konzepten etwas möglich sei, fragt er.

Für die VfB-Männer bliebe nichts Anderes, als die neue Saison weiter zu planen. Vorfreude kommt bei Späth keine auf, die Themen bleiben dieselben: "Keiner weiß, wann und wie es weitergeht."


Alexander Bertok

Alexander Bertok

Autor

Alexander Bertok arbeitet seit 1980 bei der Heilbronner Stimme, ab 1996 in der Sportredaktion.

Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

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Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

Martin Peter

Martin Peter

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Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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